Giro d’Italia - 15. EtappeAusreißer Dversnes überrumpelt die Sprinter und siegt in Mailand

Thomas Huber

 · 24.05.2026

Auf der 15. Etappe des Giro d'Italia durfte Jonas Vingegaard nach seinem Triumph am Vortag erstmals das Rosa Trikot tragen
Foto: Getty Images/Dario Belingheri
Fredrik Dversnes Lavik hat die 15. Etappe des Giro d’Italia 2026 gewonnen. Der Norweger hatte im Zielsprint einer vierköpfigen Ausreißergruppe die schnellsten Beine. Er siegte vor Mirco Maestri und Martin Marcellusi.

Themen in diesem Artikel

Auf der 15. Etappe des Giro d’Italia war für die Sprintermannschaften eigentlich ein Sprint Royal fest eingeplant. Auf der tellerflachen Etappe von Voghera nach Mailand war es die vorletzte Chance für die Sprinter beim Giro, einen Etappensieg einzufahren und in der Punktewertung der Rundfahrt entscheidende Zähler zu sammeln. Am Ende sollten sich die Sprinterteams jedoch verpokern.

Dversnes siegt aus Ausreißergruppe heraus

Bereits kurz nach Rennbeginn wurde eine Ausreißerquartett ohne große Gegenwehr des Pelotons ziehen gelassen. Die vier Fahrer waren Martin Marcellusi (Bardiani CSF 7 Saber), Mattia Bais (Team Polti VisitMalta), Mirco Maestri (Team Polti VisitMalta) und Fredrik Dversnes Lavik (Uno-X Mobility). Das gesamte Rennen fuhr das Quartett vor dem Peloton vorweg und arbeitete gut zusammen. Insgesamt schienen jedoch die Sprinterteams, die vier Fahrer unter Kontrolle zu haben. Der Vorsprung der Spitzengruppe betrug kaum mehr als maximal zwei Minuten.

Doch als 15 Kilometer vor dem Ziel der Vorsprung immer noch circa eine Minute betrug, war klar: Für die Sprintermannschaften sollte es ein hartes Stück Arbeit werden, die Lücke am Ende zu zu fahren. Als 3 Kilometer vor dem Ziel der Abstand noch immer bei circa einer halben Minute lag, war die Überraschung offensichtlich. Die Ausreißer sollten vor den Sprintern ins Ziel kommen, die sich schlichtweg verpokert hatten.

Maestri beißt sich an Dversnes die Zähne aus

Auf der Zielgeraden fuhr Mattia Bais zuerst im Wind, der für seinen Teamkollegen Mirco Maestri das Tempo anzog. Doch es war Dversnes Lavik, der sich am Hinterrad von Bais befand und den Sprint eröffnete. Den kraftvollen Antritt konnte Maestri nicht kontern, dem am Ende fast eine Radlänge fehlte. Mit dem Etappensieg beim Giro d’Italia 2026 darf Dversnes Lavik den bislang größten Erfolg seiner Karriere bejubeln.

Meistgelesene Artikel

1

2

3

Magnier zurück im Punktetrikot des Giro d’Italia

Mit fast einer Minute Rückstand kam das Peloton dann ins Ziel. Den Sprint um den fünften Rang gewann Paul Magnier (Soudal Quick-Step). Der Franzose, der beim Giro d’Italia 2026 bereits zwei Sprintetappen gewonnen hat, sammelt damit die nötigen Zähler, um auf der 16. Etappe wieder das Punktetrikot tragen zu dürfen. Er zieht somit wieder an Jhonatan Narváez (UAE Team Emirates - XRG) vorbei, der ihm am Vortag das Lila Trikot vorerst weggeschnappt hatte. Im Kampf um die Gesamtwertung des Giro d’Italia gibt es dagegen erwartungsgemäß keine Veränderungen.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

​Giro d’Italia 2026 - Ergebnisse der 15. Etappe

So lief die 15. Etappe des Giro d’Italia 2026

​Auf der 157 Kilometer langen Flachetappe mit Ziel in Mailand machten sich wenige Kilometer nach Rennbeginn die vier Ausreißer aus dem Staub, die später den Sieg unter sich ausmachen sollten. Für die Nachführarbeit war einerseits Lidl – Trek in Person von Amanuel Ghebreigabhier zuständig. Er wurde aber immer wieder von den Teams Soudal Quick-Step oder Unibet Rose Rockets abgelöst. Alle drei Teams waren bestrebt, die Ausreißer möglichst gut unter Kontrolle zu halten und ihren Sprintern die bestmögliche Ausgangslage in Mailand zu bieten. Maximal circa 2:10 Minuten betrug die Lücke zwischen den beiden Gruppen.

Als circa 20 Kilometer vor dem Ziel die Ausreißergruppe noch immer einen Vorsprung von über einer Minute hatte, musste sich auch der deutsche Fahrer Max Walscheid in der Nachführarbeit integrieren. Eigentlich ist er Teil des Sprintzugs seines Kapitäns Jonathan Milan, auf der 15. Etappe musste er also bereits früher als geplant Verantwortung übernehmen. Als er dann 8 Kilometer vor dem Ziel aus dem Wind heraus ging, war für ihn klar: Als Anfahrer für Jonathan Milan konnte er an diesem Tag nicht fungieren – sein Tank war schon zu diesem Zeitpunkt leer.

Doch auch Walscheid konnte die Lücke zu den Ausreißern nicht entscheidend schließen. Das Quartett schaffte es auf die Zielgerade. Dversenes Lavik gewann den Sprint der Ausreißer vor Maestri und Marcellusi. Bester Deutscher war Pascal Ackermann (Team Jayco AlUla) auf Rang 15.


Meistgelesen in der Rubrik Profi - Radsport