Thomas Huber
· 23.05.2026
Mit über 4.000 Höhenmetern sollte die 14. Etappe des Giro d’Italia 2026 die Klassementfahrer fordern. Und genau das geschah: Am finalen Anstieg hinauf nach Pila - einem Anstieg der 1. Kategorie - flog das Peloton auseinander. Klar stärkster Fahrer war einmal mehr Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike). Er gewann als Solist 49 Sekunden vor Felix Gall (Decathlon CMA CGM Team). Dritter wurde Jai Hindley (Red Bull - BORA - hansgrohe). Auch in der Gesamtwertung machten die drei Fahrer Plätze gut: Vingegaard fährt von nun an als Gesamtführender in Rosa, Gall ist nun Gesamtdritter, Hindley 5.
Nachdem Davide Pinganzoli (Team Visma | Lease a Bike) am finalen Anstieg das Tempo konstant hoch hielt und so bereits einige Klassementfahrer aus dem immer dünner werdenden Peloton herausfielen, attackierte Jonas Vingegaard 4,6 Kilometer vor dem Ziel. Mit seiner Tempoverschärfung klaffte sofort eine Lücke und das Feld der GC-Fahrer explodierte. Während sich der Däne alleine auf den Weg in Richtung Ziellinie machte, konnte nur Felix Gall vorest Sichtkontakt zum Dänen halten. Doch auf den folgenden Kilometern verlor der Österreicher mehr und mehr den Anschluss, sodass Vingegaard sogar noch auf der Zielgeraden Tempo rausnehmen und seinen Sieg bejubeln konnte.
Auch sein überragender Berghelfer Piganzoli zeigte eine starke Performance. Er schaffte es nicht nur, die Konkurrenz um Afonso Eulálio (Bahrain Victorious) oder Derek Gee-West (Lidl - Trek) frühzeitig zu distanzieren. Auch nach der Vingegaard-Attacke hielt er mit den besten Klassementfahrern mit und wurde am Ende Vierter. Im Gesamtklassement ist Vingegard mit einem Vorsprung von 2:26 vor Eulálio Erster. Piganzoli befindet sich nun auf einem starken Platz 10 im Klassement.
Mit Platz zwei auf der 14. Etappe des Giro d’Italia 2026 rückt Felix Gall auch im Gesamtklassement vor. Zwar schien Gall besonders auf den letzten beiden Kilometern die Kraft zu schwinden, trotzdem rettete er einen weitestgehend ungefährdeten zweiten Platz ins Ziel. Damit zieht er in der Gesamtwertung an Thymen Arensman (Netcompany INEOS) vorbei und findet sich nun auf dem Podium wieder. Dem Österrecher fehlen nun nur noch 24 Sekunden auf den nun zweitplatzierten Afonso Eulálio.
Zeitgleich mit Piganzoli kamen die beiden Red Bull - BORA - hansgrohe-Fahrer Jai Hindley und Giuilo Pellizzari ins Ziel, die Tagesrang drei und fünf belegten. Am Ende trennte das Trio nur knapp 10 Sekunden auf den Tageszweiten Gall. Zwar konnten die beiden Fahrer den Attacken von Gall und Vingegaard nicht folgen, doch ihre Taktik, ein gleichmäßiges Tempo zu fahren, ging auf. Ihrer Konkurrenz um Ben O’Connor (Team Jayco AlUla), Thymen Arensman oder Afonso Eulálio konnten sie so wertvolle Sekunden abnehmen. In der Gesamtwertung machen die mit dem guten Ergebnis an Boden gut und befinden sich nun auf den Plätzen fünf und sechs.
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Team Visma | Lease a Bike | 03:53:01 |
| 2 | Decathlon CMA CGM Team | +000:00:49 |
| 3 | Red Bull - BORA - hansgrohe | +000:00:58 |
| 4 | Team Visma | Lease a Bike | +000:01:03 |
| 5 | Red Bull - BORA - hansgrohe | +000:01:03 |
| 6 | Netcompany INEOS | +000:01:23 |
Direkt nach Rennbeginn in Aosta hagelte es Attacken aus dem Peloton. Zahlreiche Fahrer waren an diesem Tag bestrebt, in die Spitzengruppe des Tages zu gelangen. So bildete sich eine circa 25 Fahrer starke Gruppe. Zu den zwischenzeitlich vorne fahrenden Jardi van der Lee (EF Education - EasyPost) und Jan Christen (UAE Team Emirates - XRG) gesellten sich zahlreiche Mitstreiter. Unter anderem Jan Hirt (NSN Cycling Team), Enric Mas (Movistar Team), Wout Poels (Unibet Rose Rockets), Giulio Ciccone (Lidl - Trek), Einer Rubio (Movistar Team), Jhonatan Narváez (UAE Team Emirates - XRG) und Aleksandr Vlasov (Red Bull - BORA - hansgrohe) bildeten eine schlagkräftige Gruppe. Ihr wurde ein maximaler Vorsprung von circa maximal circa vier Minuten gewährt. Vor allem das Team Visma | Lease a Bike war den Tag über für die Kontrolle der Ausreißer zuständig.
Während sich an den Bergwertung besonders Jardi van der Lee und Giulio Ciccone aktiv zeigten und zahlreiche Punkte sammelten, war es Narváez, der den Zwischensprint gewann. Damit ziegt der UAE-Fahrer nun in der Punktewertung am bislang Führenden Paul Magnier (Soudal Quick-Step) vorbei.
Bereits an den zahlreichen schwierigen Anstiegen dünnte die Ausreißergruppe aus. Als es in den finalen Anstieg hinein ging, waren es nur noch circa 15 Fahrer, die mit einem Abstand von circa 2 Minuten vor dem Peloton vorweg fuhren.
Im finalen Anstieg verschärfte Giulio Ciccone immer wieder das Tempo in der Spitzengruppe und versuchte, sich per Kraftakt aus dem Staub zu machen. Seine Mühen waren jedoch vergeblich. Das vom Team Visma | Lease a Bike angeführte Peloton kam immer näher. Für die Ausreißer war früh im Anstieg klar: Für sie sollte auf der 14. Etappe des Giro d’Italia 2026 nichts zu holen sein. 5 Kilometer vor dem Ziel sollten die letzten verbliebenen Ausreißer vom ausgedünnten Peloton geschluckt werden. Der letzte Fahrer, der geschluckt wurde, war jener aktive Giulio Ciccone.
Bereits 9 Kilometer vor dem Ziel bekamen die ersten Klassementfahrer Probleme, das hohe Tempo von Visma mitgehen zu können. Erst war es Ben O’Connor, der hinaus fiel. Wenig später musste sich auch das Rose Trikot in Person von Afonso Eulálio und Derek Gee-West verabschieden.
Als circa 5 Kilometer vor dem Ziel dann auch Pellizzari abreißen lassen musste, griff Vingegaard an und das Feld der Klassementfahrer bracht endgültig auseinander. Der Däne fuhr einen souveränen Sieg ein, während sich Pellzzari berappeln konnte und zu seinem Teamkollegen Jai Hindely aufschloss. Der Australier wurde Dritter, Pellizzari kam kurz danach ins Ziel. Platz zwei sicherte sich Felix Gall, der erst den Anschein machte, Vingegaard folgen zu können, später aber Probleme bekam. 10 Sekunden trennten ihn am Ende von der Gruppe um Hindley und Pellizzari.