Rennradfahren für EinsteigerDie häufigsten Fehler beim Fahren mit Klickpedalen

Lukas Niebuhr

 · 15.06.2026

Rennradfahren für Einsteiger: Die häufigsten Fehler beim Fahren mit KlickpedalenFoto: iStock / Nikola Spasenoski
Klickpedal-Anfänger haben immer wieder mit den gleichen Problemen zu kämpfen.
Klickpedale sind für viele Rennradfahrer ein Gamechanger: effizienter treten, bessere Kraftübertragung, mehr Kontrolle. Doch gerade Einsteiger erleben am Anfang oft das Gegenteil – Unsicherheit, Stürze im Stand und schmerzende Knie. Das sind die häufigsten Anfängerfehler beim Fahren mit Klickpedalen.

Viele der hier aufgeführten Fehler sind völlig normal und lassen sich mit ein wenig Wissen und Routine schnell abstellen. Die folgenden Punkte zeigen, worauf man achten sollte, um sicherer, entspannter und mit mehr Spaß auf dem Rennrad unterwegs zu sein.​

8 Anfängerfehler beim Fahren mit Klickpedalen

1. Zu wenig Übung vor der ersten Ausfahrt

​Viele Einsteiger steigen direkt draußen aufs Rad, ohne das Ein- und Ausklicken vorher zu üben. Unter realen Bedingungen – Verkehr, Ampeln, Steigungen – steigt der Stress, und die Bewegung klappt plötzlich nicht mehr. Ein kurzes Training auf einer Wiese oder am Haus nimmt die Nervosität und schafft Routine.

Besser:

  • 10 bis 15 Minuten auf einer Wiese oder am Haus üben
  • Mehrmals hintereinander ein- und ausklicken
  • Erst losfahren, wenn die Bewegung automatisiert ist

2. Die Cleats sind falsch eingestellt

Wenn die Cleats nicht zur natürlichen Fußstellung passen, entstehen schnell Knie- oder Hüftschmerzen. Auch ein falscher Winkel oder zu wenig Float (Bewegungsspielraum) kann das Fahrgefühl unsicher machen. Eine sorgfältige Ausrichtung sorgt für Komfort, Effizienz und langfristige Gesundheit.

Typische Fehler:

  • Cleats zu weit innen/außen → Knie wandern nach innen oder außen
  • Falscher Winkel → Fuß steht unnatürlich
  • Zu wenig Float

Besser:

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  • Cleats so montieren, dass der Fuß in seiner natürlichen Position steht
  • Für Einsteiger: Cleats mit viel Float (6 - 9°)
  • Markierungen am Schuh nutzen, um die Position zu kontrollieren

3. Zu spätes Ausklicken beim Anhalten

Der Klassiker: Man rollt entspannt auf eine Ampel zu, klickt zu spät aus – und kippt im Stand um. Das Rad verliert im letzten Moment schnell an Stabilität, was Anfänger oft unterschätzen. Wer frühzeitig ausklickt, hat genug Zeit, sich sicher abzustützen.

Warum das passiert: Einsteiger unterschätzen, wie schnell das Rad im Stand instabil wird.

Besser:

  • Frühzeitig ausklicken – spätestens 5–10 Meter vor dem Stopp
  • Immer denselben Fuß zuerst ausklicken (Routine!)
  • Beim Anfahren erst einklicken, wenn man stabil rollt

4. Zu hoher Pedalwiderstand

Viele Pedale sind ab Werk relativ straff eingestellt, was das Ausklicken unnötig erschwert. Gerade am Anfang hilft eine leichte Einstellung, um Vertrauen aufzubauen. Erst wenn die Bewegungen sitzen, lohnt es sich, die Spannung schrittweise zu erhöhen.

Besser:

  • Federspannung am Pedal auf die niedrigste Stufe stellen
  • Erst später fester einstellen, wenn man sich sicher fühlt

5. Falsche Tritttechnik

Mit Klickpedalen soll der Tritt runder werden, doch viele treten ungleichmäßig und konzentrieren sich beispielsweise nur auf das nach unten Treten. Das führt zu einem unruhigen Fahrstil und kann auf Dauer die Muskulatur einseitig belasten. Ein gleichmäßiger Druck über den gesamten Pedalweg und eine moderate Trittfrequenz helfen, die Technik zu verbessern.

Typische Fehler:

  • Ungleichmäßige Belastung
  • Hacken treten nach unten
  • Unruhiger Tritt bei hoher Frequenz

Besser:

  • Fokus auf gleichmäßigen Druck über den gesamten Kreis
  • Fersen leicht anheben, aber nicht übertreiben
  • Mit 80 - 90 U/min fahren, um einen runden Tritt zu fördern

6. Angst vor dem Umfallen – und dadurch verkrampft fahren

Unsicherheit führt oft zu angespannten Schultern, steifen Armen und einem wackeligen Fahrstil. Wer verkrampft fährt, reagiert langsamer und verliert leichter das Gleichgewicht. Eine entspannte Haltung und der Blick nach vorne schaffen Stabilität und Selbstvertrauen.

Besser:

  • Blick weit nach vorne, nicht auf die Pedale
  • Schultern locker lassen
  • Vertrauen aufbauen: Jeder kippt am Anfang mal um – das gehört dazu

7. Unpassende oder zu eng geschnürte Schuhe

Zu enge Schuhe oder falsch eingestellte Riemen können zu Taubheitsgefühlen oder Schmerzen im Vorfuß führen. Gerade bei längeren Fahrten macht sich das schnell bemerkbar. Ein gut sitzender Schuh mit ausreichend Platz und moderater Spannung sorgt für Komfort und bessere Kraftübertragung.

Besser:

  • Schuhe mit ausreichend Platz im Vorfuß
  • Riemen nicht zu fest ziehen
  • Bei längeren Touren zwischendurch lockern

8. Zu frühes Einklicken nach dem Losfahren

Viele versuchen, direkt beim ersten Tritt einzuklicken, was das Gleichgewicht gefährdet. Gerade beim Anfahren ist Stabilität wichtiger als Effizienz. Erst ein paar sichere Kurbelumdrehungen, dann in Ruhe einklicken – das macht den Start deutlich entspannter.

Besser:

  • Erst 2 bis 3 stabile Kurbelumdrehungen machen
  • Dann in Ruhe einklicken
  • Sicherheit geht vor Effizienz

Fazit

Klickpedale sind am Anfang eine Herausforderung, aber mit ein wenig Übung werden sie schnell zu deinem besten Freund auf dem Rennrad. Die meisten Fehler entstehen durch fehlende Routine, falsche Einstellungen oder Unsicherheit – alles Dinge, die man mit ein paar gezielten Schritten schnell in den Griff bekommt.


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Lukas Niebuhr

Lukas Niebuhr

Werkstudent

Lukas Niebuhr ist gebürtige Bielefelder, studiert an der Deutschen Sporthochschule Köln im Master Sport, Medien- und Kommunikationsforschung und arbeitet als Werkstudent in der Online-Redaktion für BIKE und TOUR. In Köln fährt er gerne Gravelbike, seine Urlaube verbringt der Sportstudent am liebsten mit Skitouren oder auf dem (E-)MTB in den Bergen.

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