Ein falscher Wisch, und schon ist der erste Kratzer auf dem Glas. „Die meisten Sportbrillen werden nicht durch Stürze zerstört, sondern durch falsche Pflege", sagt Brillen-Experte Flo Pflanzl von Naked Optics.
Sportbrillen-Gläser sind grundsätzlich aus Kunststoff gefertigt. Harte Gegenstände wie Steine oder Metall können die Gläser schnell zerkratzen. Bei Goggles und auch Skibrillen mit oder ohne Doppelglas niemals die Innenseite reiben! Der Grund: das Innenglas ist Antifog-beschichtet. „Wenn du über diese Beschichtung drüberreibst, dann reibt man diese Beschichtung runter", sagt Pflanzl. Ist sie zerkratzt oder weg, läuft die Brille permanent an. Daher nur außen putzen, innen vorsichtig abtupfen – nie reiben! Am besten mit Mikrofasertuch. Sonst die Brille immer gut trocknen bevor man sie wegpackt.
Sportbrillen sind meist weniger empfindlich, aber nicht unkaputtbar. Generell sind alle Brillen Gläser aus Kunststoff, harte Gegenstände, wie Steine, oder Metall, können am Glas leicht Kratzer verursachen.
„Die Brille mit lauwarmem Wasser ohne jegliches Waschmittel abwaschen, lufttrocknen und mit dem Mikrofaserbeutel reinigen", lautet Pflanzls Empfehlung. Keine Seife! Das Problem: Es kommt auf den pH-Wert an. Die kann die Beschichtung angreifen.
Pflanzls Faustregel: Im Zweifel ohne Seife. Auch Taschentücher sind tabu: „Die haben oft mineralische Kunststoffe, die die Beschichtung zerkratzen können."
„Ganz wichtig, dass man nicht drüber wischt, weil dann zerkratzt du 100 Prozent das Glas!" Erst mit lauwarmem Wasser die Kristalle lösen, dann abtupfen. Die Pflege von Photochromatic-Brillen läuft gleich ab wie bei den Sportbrillen.
Fangen wir mit Goggles an – also Downhill- und Skibrillen. Was muss ich bei der Pflege beachten?
Das Wichtigste zuerst: Goggles sind das komplexeste Produkt, weil du bei Downhill- und vor allem Skibrillen oft eine doppelte Verglasung hast – zwei Scheiben statt einer. Das funktioniert nach dem Fensterglasprinzip, um den Temperaturunterschied zwischen draußen und deiner Körperwärme zu kompensieren.
Die Innenscheibe ist mit einer Antifog-Beschichtung versehen. Wenn du über diese Beschichtung mit einem Putztuch reibst, trägst du sie ab. Ist die Beschichtung weg, läuft die Brille permanent an.
Das heißt, ich sollte die Innenseite gar nicht putzen?
Außen putzen ist relativ entspannt, da gibt es keine Probleme. Innen empfehlen wir ausschließlich Abtupfen – nicht reiben! Nimm ein Mikrofasertuch oder den mitgelieferten Mikrobeutel und tupfe das Glas vorsichtig ab. Wenn du fest drüber reibst, ist die Antifog-Beschichtung sofort kaputt.
Gibt es keine Sprays, die man nachträglich auftragen kann?
Unserer Meinung nach: nein. Die Beschichtung ist von Anfang an eingearbeitet und lässt sich im Nachhinein schwer reproduzieren.
Was gibt es bei Goggles noch zu beachten – Stichwort Lagerung?
Ganz wichtig: trocken lagern! Die Brille muss nach dem Fahren komplett trocknen, bevor du sie ins Brillenetui packst. Sonst wird der Schaumstoff nicht trocken. Außerdem solltest du die Brille immer vom Helm nehmen – so leiert das Band nicht so schnell aus.
Und bitte die Brille nicht auf den Kinnbügel vorspannen! Das überdehnt das Band massiv. Das sind elastische Bänder, und irgendwann reißen die kleinen Fasern, dann ist das Band ausgeleiert.
Viele schwören beim Putzen auf Seife – ist das nicht besser?
Lieber ohne! Das Problem: Es kommt auf die Seife und den pH-Wert an. Seife greift die Beschichtung oft an. Wenn du den pH-Wert deiner Seife nicht kennst – und das kennen die meisten nicht – dann im Zweifel lieber ganz ohne Seife, nur mit warmem Wasser.
Was ist mit den Nasenteilen, die oft klebrig werden?
Da haben auch wir keine Lösung. Das ist ein bekanntes Problem bei vielen Herstellern. Wir bieten Austausch-Nasenteile an, die man nachkaufen kann.
Kommen wir zu selbsttönenden Brillen. Gelten da andere Regeln?
Unsere Empfehlung ist analog zur normalen Sportbrille: lauwarmes Wasser ohne Chemie, kurz abspülen und dann abtupfen. Die guten photochromatischen Gläser haben damit kein Problem.
Ihr bietet selbst keine photochromatischen Gläser an. Warum?
Es gibt einen Grund: Bei klassischen photochromatischen Gläsern hast du über die Zeit einen Leistungsverlust. Das Glas baut ab. Wenn es ursprünglich Kategorie 1 bis 3 war, schafft es nach 2–3 Jahren oft nicht mehr den vollen Bereich. Doch es gibt Ausnahmen.

Redakteur