Der Tiroler Philip Handl entschied das RACA1000 nach 40:09 Stunden für sich und krönte sich zum WUCA-Europameister im Unsupported Ultracycling. Zudem stellte er einen neuen Streckenrekord auf. Der 29-Jährige absolvierte die 1.000 Kilometer von Ost nach West durch Österreich als Schnellster und setzte sich gegen die Ultracycling-Elite durch. Handl gewann zuvor zweimal das Race Across the Alps, holte sich zweimal den Sieg bei der Salzkammergut Trophy und wurde 2021 Europameister im MTB-Ultramarathon. Er blickt auf 18 Jahre Radsport zurück.
Die Teilnehmer konnten zwischen zwei Routen wählen: über den Felbertauern oder die Großglockner Hochalpenstraße. Beide Strecken endeten in Feldkirch. Die Fahrer mussten bis zu 16.000 Höhenmeter bewältigen und erhielten keine Unterstützung von außen.
Stefan Fettes erreichte das Ziel 45 Minuten nach Handl und sicherte sich Platz zwei in 40:54 Stunden. Der ehemalige Europameister aus Deutschland zeigte eine starke Leistung auf der anspruchsvollen Strecke. Robert Müller komplettierte das Podium nach 41:18 Stunden. Der weltweit bekannte Ultrafahrer hatte bereits die erste Ausgabe des RACA gewonnen.
Christoph Strasser belegte Rang vier. Die österreichische Ultracycling-Legende gehörte zu den großen Favoriten, musste sich aber der Konkurrenz geschlagen geben. “Dieser vierte Platz taugt mir natürlich gar nicht, eine Medaille wäre schon cool gewesen. Körperlich lief es gut, aber drei Athleten waren dieses Mal besser”, analysierte der Steirer. Lange befand sich Strasser an zweiter Stelle, nachdem er die erste Nacht ohne Schlaf durchfuhr. Danach ging es in der zweiten Rennhälfte über die hohen Berge. ”Ich wollte eigentlich die zweite und letzte Nacht ohne Schlaf durchfahren. Aber es ging einfach nicht, die Müdigkeit war zu groß. Ich wollte dann auch bei den teils gefährlichen Abfahrten in der Nacht von den hohen Pässen nichts riskieren, deshalb legte ich zwei je 20minüige Powernaps ein. Die anderen konnten durchfahren und somit war die Medaille außer Reichweite.” In der Klasse Herren 50+ gewann Markus Biechl aus Österreich in 46:03 Stunden vor Juan Pedro Moreno aus Spanien mit 58:41 Stunden und Salvador Palomo, ebenfalls Spanien, mit 58:59 Stunden.
Michaela Freudenstein aus Deutschland gewann die Kategorie Damen unter 50 in 50:07 Stunden. Katharina Stockbauer belegte Platz zwei in 60:11 Stunden, Anna Bachmann aus Deutschland wurde Dritte in 62:57 Stunden und holte sich Bronze bei der Europameisterschaft in ihrer Altersklasse.
Bianca Fach aus der Schweiz triumphierte in der Klasse Damen 50+ mit 51:11 Stunden. Die Vorjahressiegerin der Gesamtwertung zeigte erneut ihre Klasse im Ultracycling. Sabine Fischer aus Deutschland folgte auf Rang zwei mit 71:07 Stunden.
Ida Sachse fuhr die schnellste Zeit auf der Glockner-Wertung bei den Frauen und benötigte 3:16 Stunden für den Anstieg. Tobias Gosch sicherte sich den Titel Glockner Man mit 2:28 Stunden. Die Großglockner Hochalpenstraße stellte eine der beiden Routenoptionen dar und bot eine zusätzliche Herausforderung innerhalb des Rennens.
Veranstalter Steff Wagner zeigte sich beeindruckt von den Leistungen aller Teilnehmer bei der Ultracycling EM. Er hob besonders die starke Präsenz der Frauen hervor und betonte, dass jeder Finisher in Feldkirch eine eigene Geschichte mitbringe. Die Organisation pflanzt gemeinsam mit Wald4Leben für jeden Teilnehmer einen Baum. Jeder Finisher erhält eine handgefertigte Holz-Trophäe aus der Diakonie Gallneukirchen.

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