Race Around AustriaKaufmann gewinnt WM mit Streckenrekord

Kristian Bauer

 · 19.08.2026

Race Around Austria 2026
Foto: RAA/Katja Pokorn
Lukas Kaufmann sichert sich beim Race Around Austria 2026 den WUCA-Weltmeistertitel im Ultracycling. Der Oberösterreicher unterbietet den bisherigen Streckenrekord von Christoph Strasser um mehr als drei Stunden. Bei den Frauen triumphiert Tina Büttner trotz Knieproblemen vor Yvonne Margraf und Alexandra Podpeskar.

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Lukas Kaufmann, zweifacher Familienvater aus Oberösterreich, feiert bei der 18. Auflage des Ultracycling-Rennens seinen bisher größten Karriereerfolg. Nach zwei vierten Plätzen beim RAA und zwei zweiten Rängen beim Race Across America gelingt ihm der Durchbruch in St. Georgen im Attergau. Die Ankunft erfolgt gegen fünf Uhr früh nach einer Fahrzeit, die den bisherigen Bestwert von Christoph Strasser aus dem Jahr 2020 deutlich unterbietet. Strasser hatte damals 3 Tage 11 Stunden 26 Minuten benötigt. Bei den Frauen gewinnt Tina Büttner obwohl sie mit Knieschmerzen kämpft.

Taktik beim Race Around Austria

Kaufmann wählt von Beginn an eine offensive Fahrweise. Der Oberösterreicher erklärt seine Strategie: Er wollte lieber erhobenen Hauptes eingehen, als gleich von Beginn an zu viel Zeit zu verlieren. Die Rechnung geht auf. Trotz schwieriger Phasen erholt sich der 2026er Weltmeister schnell von den Tiefs. Das Zuschauerinteresse entlang der Strecke bringt zusätzliche Motivation. Viele Leute stehen mit Transparenten und Kuhglocken vor allem auf den Bergen. Kaufmann ist erst der zweite Sieger aus Oberösterreich in der RAA-Geschichte. 2022 siegte Sebastian Michetschläger.

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Trimborn und Harringer auf dem Podium

Der 25-jährige Deutsche Sebastian Trimborn liefert sich in der Anfangsphase ein hartes Duell mit Kaufmann. Ab den Bergen setzt sich der Oberösterreicher sukzessive ab. Trimborn fährt mit dem RAA sein erstes Rennen mit Betreuerteam und erreicht das Ziel nach 3 Tagen 12 Stunden 32 Minuten. Trotz großer Hitze funktioniert die Schlaftaktik. Simon Harringer aus dem österreichischen Ampflwang komplettiert das Podium mit 3 Tagen 12 Stunden 57 Minuten. Der Kapellmeister gewann im Vorjahr bei seiner Premiere das RAA 1.500 und nahm 2026 erstmals die EXTREME-Variante über 2.200 Kilometer und 30.000 Höhenmeter in Angriff. Erst seit drei Jahren fährt Harringer Ultra-Radrennen, nachdem er in der Jugend nach einem zu intensiven Lebensstil über 130 Kilogramm auf die Waage brachte. Die ersten 33 Stunden waren extrem hart, er wollte schon aufhören, befreite sich aber aus dem Tief.

Büttner triumphiert beim Race Around Austria

Tina Büttner sichert sich nach dem zweiten Platz im Vorjahr erstmals den WUCA-Weltmeistertitel im Ultracycling. Die Deutsche erreicht St. Georgen im Attergau nach 4 Tagen 10 Stunden 30 Minuten. Die Zeit liegt deutlich über ihrer Vorjahresleistung von 3 Tagen 23 Stunden 45 Minuten. Massive Knieprobleme bereiteten der Siegerin große Probleme. In den letzten Tagen ging es im Team nur noch um das richtige Kniemanagement. Büttner landete in den letzten beiden Jahren hinter Elena Roch an der zweiten Stelle. Der übervolle Marktplatz empfing die neue Weltmeisterin mit toller Stimmung.

Margraf und Podpeskar komplettieren Frauen-Podium

Yvonne Margraf komplettiert die starke Leistung der deutschen Ultra-Radfahrerinnen mit dem zweiten Platz. Sie erreicht das Ziel nach 4 Tagen 14 Stunden 42 Minuten. Im Ziel gab sie sich ganz bescheiden. Der Sieg sei ihr nicht so wichtig, ihre oberste Prämisse ist es, heil und gesund das Ziel zu erreichen. Die Bronzemedaille gewinnt die Innsbruckerin Alexandra Podpeskar mit einer Zeit von 5 Tagen 4 Stunden 13 Minuten. Im Vorjahr schaffte sie es nicht ins Ziel. Die Tirolerin erfüllt die rot-weiß-roten Hoffnungen beim Heimrennen.

Gravel Around Salzkammergut im Rahmen des Race Around Austria

Parallel zum Race Around Austria findet erstmals das Gravel Around Salzkammergut statt. Die Organisatoren bieten zwei Distanzen mit 163 und 217 Kilometern an. Die Strecke führt durch malerische Landschaften über viele Berge, vorbei an Seen und gespickt mit abwechslungsreichen Gravelstrecken. Es gibt keine Zeitnehmung, im Vordergrund steht der Spaß beim Graveln. Mit dabei sind Ultra-Spezialistin Anna Kofler und der zweifache Sieger des Race Across America Philipp Kaider. Der selbsternannte Asphalttiger absolviert sein erstes Gravelrennen. Die Strecke bietet Abschnitte, die normal gesperrt sind. An den Labestationen herrscht ein entspanntes Flair. Im Ziel hat Kaider rund zehn Minuten Rückstand auf Kofler.

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Kristian Bauer

Kristian Bauer

Redakteur

Kristian Bauer ist gebürtiger Münchner und liebt Ausdauersport – besonders wenn es in die Berge geht. Er ist ein Fan der Tour de France und bevorzugt solide Rennradtechnik. Er führt für TOUR Interviews, berichtet von Events im Hobbyradsport und schreibt Artikel über die Fahrradbranche sowie Trends im Rennradsport.

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