Sabotage beim Rhön RadmarathonPolizei ermittelt wegen Abbau der Beschilderung

Kristian Bauer

 · 26.05.2026

Sabotage beim Rhön Radmarathon: Polizei ermittelt wegen Abbau der BeschilderungFoto: RSC Bimbach
Rhön Radmarathon in Bimbach
​Der Rhön Radmarathon ist Deutschlands wichtigster Radmarathon. Kurz vor dem Start des Radwochenendes in Bimbach gab es Aufregung: in der Nacht waren auf einer Länge von 20 Kilometern alle Streckenpfeile entfernt worden. Jetzt ermittelt die Polizei – der Verein hat eine Belohnung für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des bzw. der Täter führen.

​Pfingsten fährt man in Bimbach! Der Rhön Radmarathon lockt seit über drei Jahrzehnten Radsportler aus ganz Deutschland nach Bimbach. Nicht jeder ist den vielen Radfahrern offensichtlich wohlgesonnen. Zwischen Freitag, 22.05., ca. 21:00 Uhr und Samstag, 23.05., 08:00 Uhr wurden auf einer Strecke von rund 20 Kilometern die Beschilderungen der Rhön-Rundfahrt entwendet. Betroffen waren der Abschnitt ab der Kreuzung B275 / L3139 bei Herbstein bis Ortseingang Bimbach. Auf dem gesamten Verlauf wurden die Hinweisschilder entfernt. Insgesamt fehlten etwa 50 Streckenschilder. Festgestellt wurde das bei einer morgendlichen Kontrollfahrt durch Ehrenamtliche. „Das ist nicht nur Sachbeschädigung – die Beschilderung ist Teil der behördlich genehmigten Veranstaltungsauflagen und dient vor allem der Sicherheit unserer Teilnehmer. Fehlende Wegweiser können dazu führen, dass Fahrer auf ungeeignete Straßen geleitet werden oder die Orientierung verlieren“, warnte der RSC Bimbach auf seiner Instagram-Seite. Dank schneller Improvisation konnten die Vereinsmitglieder neue Schilder aufstellen. Die systematische Entfernung von über 50 Schildern zeigt aber: dass war kein Streich, sondern gezielte Sabotage. “Es besteht der Verdacht, dass es ein Rennradhasser war”, meint Christoph Blum, Presseverantwortlicher des RSC Bimbach gegenüber TOUR. “Er hat sie über 20 Kilometer gezielt abgebaut und dann weit entfernt im Wald entsorgt. Das ist kein Kavaliersdelikt.”

Schilder nach Suche wiedergefunden

Die Schilder waren nach öffentlichen Aufrufen bald wieder da: Ein Waldarbeiter hatte sie weit entfernt im Wald gefunden und zurückgebracht. „Die Fahndung nach den Tätern läuft weiter“, erklärte der RSC Bimbach. „Für entscheidende Hinweise, die zur Aufklärung führen, zahlen wir eine Belohnung in Höhe von 500 Euro“, heißt es weiter. Dass Ausschilderung vor Radveranstaltungen zerstört, entfernt oder gestohlen werden, ist keine Seltenheit. Immer wieder berichten Veranstalter von ähnlichen Problemen. Ein naheliegender Verdacht: Autofahrer sind über die vielen Radfahrer genervt. Der Großteil der Bürger in der Region unterstützt den Radmarathon aber. Über 180 ehrenamtliche Freiwillige stemmen das komplette Event-Wochenende rund um den Rhön Radmarathon. Der Großteil der Helfer stammt direkt aus dem 2.000-Seelen-Dorf Bimbach (Großenlüder) und der umliegenden Region.

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Spekulation um Motive beim Rhön Radmarathon

Sowohl Teilnehmer als auch Verantwortliche des Vereins spekulieren über die Gründe des Schilderabbaus. “Teenager würden für jeden ein Schild klauen und daheim als Trophäe an die Wand hängen... aber keine 50 Schilder. Da wollte eher irgendein Radfahrer-Hasser die Veranstaltung sabotieren”, erwidert ein User auf Instagram. Christoph Blum, Presseverantwortlicher des Vereins, kennt aus den vergangenen Jahren keine größeren Konflikte mit Autofahrern oder Anwohnern. “Wir vermeiden an Pfingsten extra Ziele wie die Wasserkuppe.” Konflikte gab es in der Vergangenheit eher auf den MTB- und Gravelstrecken. Im Wald wurden die Schilder öfter verdreht oder abgebaut. In der Region hat der Radmarathon großen Rückhalt - viele gehen selbst auf die Strecke oder helfen bei der Organisation. In diesem Jahr kamen 5.300 Starter nach Bimbach - der Großteil auf den RTF-Strecken.

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Kristian Bauer

Kristian Bauer

Redakteur

Kristian Bauer ist gebürtiger Münchner und liebt Ausdauersport – besonders wenn es in die Berge geht. Er ist ein Fan der Tour de France und bevorzugt solide Rennradtechnik. Er führt für TOUR Interviews, berichtet von Events im Hobbyradsport und schreibt Artikel über die Fahrradbranche sowie Trends im Rennradsport.

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