Race Across AmericaRAAM 2027 ist abgesagt

Kristian Bauer

 · 18.08.2026

Race Across America: RAAM 2027 ist abgesagtFoto: Ki-generiert
Race Across America RAAM
Das Race Across America 2027 wurde überraschend abgesagt - die Veranstalter wollen das Rennen aber in geänderter Form erhalten. Das RAAM ist ein Mythos im Ultracycling und wurde 1982 erstmals ausgetragen. Es bezeichnet sich selbst als härtestes Radrennen der Welt.

Themen in diesem Artikel

Das Race Across America ist ein Mythos in der Ultracycling-Szene. Seit mehr als vier Jahrzehnten fahren Solo-Starter oder Teams nonstop quer durch die USA. Die Strecke wurde seit 1982 verändert - im Kern bleibt die Idee unverändert: Auf dem Rad von West nach Ost einmal quer durch die USA fahren. Rund 3.000 Meilen/4.900 Kilometer, 13 Bundesstaaten, ca. 175.000 Höhenmeter sind die Eckpunkte des RAAM. Völlig überraschend haben die Veranstalter jetzt alle Rennen abgesagt. Das betrifft auch die kürzeren Strecken Race Across the West und Race Across the East. Begründet wird die Absage mit einer geplanten Neuausrichtung des Rennens.

Teilnehmerzahlen sinken

Blickt man kritisch auf das RAAM so sind die Teilnehmerzahlen Jahr für Jahr kleiner geworden und Rennen wie das Transcontinental Race in Europa mehr in den Vordergrund gerückt. 2026 starteten nur 17 Fahrer und eine Fahrerin in der Solo-Kategorie beim Race Across America. Zusätzlich gingen nur ein einziges Zweier-Team, zwei Vierer-Teams und zwei Achter-Teams auf die Strecke. Über die gesamte Distanz waren 2026 damit nur 52 Starter gemeldet. Zusätzlich kamen noch 27 Starter auf den Teildistanzen. Die Zahl der Starter ist damit auf einem Tiefstand: 2025 waren es noch 80 und 2024 noch 96 Teilnehmer. In den guten Jahren der Veranstaltungen waren über 300 Starter angemeldet. Auch wenn Ultracycling naturbedingt kleine Starterfelder generiert, waren die Zahlen zuletzt erstaunlich niedrig. Zum Vergleich: beim Transcontinental 2026 gingen 367 Starter auf die Strecke.

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Race Across America Statement

Das offizielle Statement der Veranstalter in der deutschen Übersetzung:

​Eine Botschaft an die Race Across America (RAAM) Community
Nach sorgfältiger Überlegung haben wir beschlossen, Race Across America – einschließlich RAAM, RAW und RAE – für das Kalenderjahr 2027 sowie unsere anderen Veranstaltungen auszusetzen: die Ausgaben 2026 und 2027 von The 508 sowie die Ausgaben 2027 des Longhorn 500 und Stampede 200.

RAAM hat mehr als 40 Jahre Geschichte und hat Rennfahrer aus aller Welt willkommen geheißen. Wir sind der Meinung, dass dies der richtige Zeitpunkt ist, innezuhalten und eine gründliche Überprüfung unserer Veranstaltungen durchzuführen – von den Rennen selbst und ihren Formaten bis hin zum Gesamterlebnis der Teilnehmer – und zu erkunden, wie sie sich für die Zukunft weiterentwickeln können.

Unser Ziel ist es nicht einfach, neue Rennfahrer in RAAM und unsere anderen Events zu holen, sondern auch Erlebnisse zu schaffen, die sie dazu ermutigen, zurückzukehren und das Ultra-Cycling langfristig weiter wachsen zu lassen.

Wir halten es für wichtig, sich die Zeit zu nehmen, die nötig ist, um den richtigen langfristigen Weg zu bestimmen, anstatt Erwartungen an einen Kalender für 2027 zu setzen, bevor diese Arbeiten abgeschlossen sind.

Unsere Absicht ist es, diese Zeit zu nutzen, um den besten Weg für RAAM und unsere anderen Veranstaltungen zu bestimmen, mit dem klaren Ziel, RAAM in verbesserter Form zurückzubringen und eine Veranstaltung und Erfahrung zu bieten, die seinem Ruf als „das härteste Fahrradrennen der Welt“ würdig sind. Der Zeitpunkt und die Form dieser Rendite hängen vom Ergebnis dieser Überprüfung und von der Etablierung eines klaren, nachhaltigen Modells ab, das das Erbe von RAAM bewahrt und gleichzeitig eine starke Grundlage für seine Zukunft schafft.

Wir wissen, wie viel diese Veranstaltungen für die Fahrer, Support-Crews, Freiwillige, Partner und Gastgebergemeinschaften bedeuten, die Seele und Stärke von RAAM sind. Gerade weil diese Gemeinschaft und dieses Vermächtnis es verdienen, bewahrt und geehrt zu werden, glauben wir, dass es der richtige Ansatz ist, sich die Zeit zu nehmen, dies richtig zu tun.

Wir sind Ihnen sehr dankbar für Ihre Loyalität und Leidenschaft, die im Zentrum jeder unserer Entscheidungen stehen.

Geschichte des Race Across America

​Alles begann im Jahr 1982. Vier Einzelfahrer machten sich auf den Weg vom Santa Monica Pier in Los Angeles bis zum Empire State Building in New York City. Das nationale Fernsehen übertrug das Spektakel live – und das Rennen entfachte sofort die Fantasie eines breiten Publikums. Eine neue Sportart war geboren. Heute startet das Race Across America im südkalifornischen Oceanside, unterhalb eines der längsten Piers Kaliforniens, und endet auf der berühmten Boardwalk-Promenade in Atlantic City, New Jersey.

Die Route verläuft von West nach Ost und ist in ihrer Kombination aus Distanz, Terrain und Wetter weltweit einzigartig. Drei große Gebirgszüge – die Sierra Nevada, die Rocky Mountains und die Appalachen – müssen überwunden werden. Vier der längsten Flüsse Amerikas – Colorado, Mississippi, Missouri und Ohio – werden gekreuzt. Dazu durchqueren die Fahrer ikonische Landschaften wie den Mojave- und den Sonora-Wüste, das Monument Valley und die Great Plains.

Solofahrer haben maximal 12 Tage, um die 3.000 Meilen zu bewältigen. Die meisten finishen nach rund 11 Tagen, die Schnellsten in unter 8 Tagen. Teams aus 2, 4 oder 8 Personen haben maximal 9 Tage Zeit – die Besten sind in etwas über 5 Tagen im Ziel. 1992 wurden erstmals Staffelteams beim Race Across America zugelassen – ein Meilenstein in der Geschichte des Rennens. Die Teamwertung wurde schnell zum populärsten und am schnellsten wachsenden Segment des RAAM. Denn während Solofahrer sich qualifizieren müssen, kann grundsätzlich jeder fitte Radfahrer ein Team aufstellen und starten.

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Kristian Bauer

Kristian Bauer

Redakteur

Kristian Bauer ist gebürtiger Münchner und liebt Ausdauersport – besonders wenn es in die Berge geht. Er ist ein Fan der Tour de France und bevorzugt solide Rennradtechnik. Er führt für TOUR Interviews, berichtet von Events im Hobbyradsport und schreibt Artikel über die Fahrradbranche sowie Trends im Rennradsport.

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