Bei der 44. Auflage des Race Across America erreicht Philipp Kaider als Erster die Ziellinie in Atlantic City. Der Niederösterreicher startet am Dienstag mit seinem 11-köpfigen Team in Oceanside an der kalifornischen Pazifikküste. Die Strecke führt durch extreme Bedingungen: Temperaturen über 43°C in der Wüste, dünne Luft auf über 3300 Metern Höhe, schlechte Straßen und viel Verkehr. Kaider absolviert die Distanz mit nur 80 Minuten Schlaf pro Tag. Seine erste Schlafpause legt er nach 35 Stunden ein, gegen Ende des Rennens nutzt er Powernaps. Probleme in der Sitzregion sowie zunehmende Nacken- und Schulterbeschwerden beeinträchtigen ihn während der Fahrt. Auf dem 2. Rang landete mit großem Abstand der Schweizer Michel Bucheli und auf Rang drei der Österreicher Thomas Mauerhofer. Bei den Frauen war die Dänin Pernille Kinnunen einzige Teilnehmerin.
Die Zeitverbesserung um 3 Stunden und 34 Minuten gelingt trotz mentaler Herausforderungen. Kaider kämpft mit dem ständigen Vergleich zu seinem ersten Sieg. Er stellt sich die Frage, warum er nicht so viel Spaß wie im Vorjahr hat, obwohl das Rennen gut läuft. Die Erkenntnis, die Situation zu akzeptieren und keine großen Erwartungen zu haben, bringt die Wende. Seine 14-jährige Karriere als Ultracyclist ist geprägt von Rückschlägen. Als ehemaliger Kettenraucher krempelt er sein Leben vollständig um. Die Fehler zu Beginn seiner sportlichen Laufbahn nutzt er als Lernchancen. Seine Erfahrungen gibt er in der Vortragsreihe "Erfolgsfaktor Scheitern" weiter.
Die letzten 500 Kilometer entwickeln sich zu einer Demonstration von Willenskraft. Eine neue Zielsetzung aus einer Trotzreaktion heraus löst eine starke Dynamik aus. Das Team trifft viele taktische Überlegungen, die in der Schlussphase zu hohem Tempo führen. Kaider betont die Bedeutung seiner Crew für den Erfolg. Er bezeichnet Ultracycling als Mannschaftssport, auch wenn er alleine im Sattel sitzt. Das 11-köpfige Team organisiert Verpflegung, Navigation und Regeneration während der gesamten Strecke. Am Ziel vor dem Surf Stadion von Atlantic City brechen bei Kaider und seiner Crew alle Dämme. Die Eindrücke der neun Tage müssen erst verarbeitet werden.
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Kaider fährt die Kilometer für die Sonne Radl-Challenge. Die Aktion läuft bis Ende Juni. Sponsoren wandeln alle geradelten Kilometer in Spenden um. Das Geld ermöglicht Kindern in Malawi Zugang zu Bildung und Sportunterricht. Die Wolkersdorfer Druckerei Gerin übernimmt die Umwandlung von Kaiders Kilometern in Spenden. Er appelliert an alle Radfahrer, sich zu beteiligen. Mit geringem Aufwand könne man das Leben eines Kindes verändern. Der zweifache RAAM-Sieger reiht sich in die Liste erfolgreicher österreichischer Ultracycling-Sportler ein. Mit seinem 13. Sieg für Österreich beim Race Across America setzt er die Tradition bei diesem Rennen fort.
1988 Franz Spilauer
1997 Wolfgang Fasching
2000 Wolfgang Fasching
2002 Wolfgang Fasching
2011 Christoph Strasser
2013 Christoph Strasser
2014 Christoph Strasser
2015 Christoph Strasser
2017 Christoph Strasser
2018 Christoph Strasser
2019 Christoph Strasser
2025 Philipp Kaider
2026 Philipp Kaider
Der polnische “Ultracycling-Priester” Pawel Nowak hat seine RAAM-Premiere erfolgreich gemeistert. Nach 11 Tagen, 13 Stunden und 46 Minuten mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 17,7 km/h hat er die USA durchquert. Einen Teil zum Gelingen beigetragen hat eine erfahrene Sportlerin: Aneta Lamik, polnische Solo-Siegerin der Frauen 2025, leitete sein Betreuerteam.

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