In den sozialen Medien funktionieren polarisierende und emotionale Themen bekanntlich besonders gut. Ein Beitrag des Ötztaler Radmarathons zum Thema Handynutzung hat besonders viele Emotionen geweckt. „Wir sind sehr enttäuscht: Trotz unseres klaren Appells im Vorfeld wurde die Aufforderung, während der Fahrt auf das Handy zu verzichten, von sehr vielen Teilnehmenden ignoriert. Im Nachgang haben uns dazu zahlreiche Rückmeldungen erreicht – völlig zu Recht! Gott sei Dank ist dieses Jahr alles gut gegangen. Dennoch sehen wir immer mehr Teilnehmende, die während der Fahrt ihr Handy in der Hand halten, Selfies machen oder filmen. Dieses Verhalten gefährdet nicht nur die eigene Sicherheit, sondern auch jene aller anderen auf der Strecke“, heißt es in dem Beitrag. Nachdem das Handyverbot nicht beachtet wurde, droht der Ötztaler Radmarathon im kommenden Jahr härter durchzugreifen: „Wer während der Fahrt ein Handy in der Hand hält, muss mit einer Disqualifikation rechnen. Das gilt auch, wenn der Verstoß erst nachträglich durch veröffentlichte Beiträge, Livestream-Aufnahmen, unsere Veranstaltungsfotos oder das persönliche Teilnehmervideo festgestellt wird.“
Das Handyverbot begrüßten nahezu alle User auf Instagram – allerdings gab es einigen Gegenwind. Der Hauptvorwurf: Der Ötztaler Radmarathon fördert durch seine Einladungspolitik die Influencer, die danach filmen. „Vielleicht nicht so viele "Content creator" einladen und diese dann noch unter ihrem content darin bestärken...“, lautete ein Kommentar, der 250 Likes bekam. In die selbe Kerbe schlug ein anderer Kommentar: „Ich finde auch, dass es ein von euch selbst gemachtes Problem ist. So viele influencer und Rad Content Creator wie dieses Jahr, waren noch nie dabei. Die Tage drauf wurde mal zugespamt mit Bildern und Videos...die habt ihr zum Teil gerepostet. Bitte Null Toleranz für alle“. Auch folgender Beitrag kritisiert das: „Ihr pusht die ganzen "Radfluencer" und "Rennradmädchen" und dann beschwert ihr euch wenn die tun was sie immer tun?“. Manch Teilnehmer konnte sogar konkrete Fälle schildern: „Als ich letztes Jahr beim Ötztaler mitgefahren bin, hat mich der Podcast Host @marcoxbrugger fast umgefahren, weil er das Handy in der Hand hatte. Nichts passiert und wie gesagt alles cool, wir hatten danach auch noch ein cooles Gespräch während der Fahrt. Allerdings ist das natürlich keine gute Vorbildfunktion.“
Angesichts der vielen kritischen Kommentar sah sich der Ötztaler Radmarathon veranlasst klarzustellen, dass man zwar Influencer einlade, aber das Handyverbot auch für diese gelte: „Das Handyverbot gilt für alle Träumer:innen auf der Strecke - egal, ob professionelle Content Creator oder nicht. Alle Teilnehmer:innen werden aufgefordert, statt des Handys eine fest montierte Actioncam zu nutzen.“
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Das Ziel des Veranstalters ist es die Sicherheit beim Ötztaler Radmarathon zu verbessern. Das wurde von den Usern auch ausdrücklich begrüßt und unterstützt. „Danke euch ich habe mich streng daran gehalten und war sehr enttäuscht, dass das einige influencer Kollegen nicht für notwendig hielten“, kommentiert eine Influencerin. Auf mehrere Nachfragen bestätigten die Veranstalter, dass das Verbot nur während der Fahrt gilt. „Wenn du sicher am Rand stehen bleibst und dabei niemanden (weder dich selbst noch andere Teilnehmer) gefährdest, ist es natürlich in Ordnung.“ Insbesondere an den Verpflegungsstellen darf weiterhin gefilmt und fotografiert werden. Ebenfalls verwies der Ötztaler Radmarathon auf die erlaubten und sicheren Optionen: Fest montierte Kameras z.B. am Lenker sind erlaubt. Ein User hatte den Ötztaler Radmarathon über eine Oakley-Brille gefilmt. Das ist zwar von Seiten der Veranstalter erlaubt – datenschutzrechtlich dürfte es höchst problematisch sein.

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