Die Veranstaltung ist nahezu ausgebucht. Neben zahlreichen Stammgästen gibt es eine prominente Premiere. Magdalena Neuner, Deutschlands erfolgreichste Biathletin, wird zum ersten Mal teilnehmen. Die 39-Jährige wurde dreimal zur Sportlerin des Jahres gewählt. Die Auszeichnung erhielt sie 2007, 2011 und 2012. Allerdings stürzt sie sich nicht ins Rennen sondern nimmt an der Tour ohne Zeitnahme teil.
Der Rundkurs führt von Heimerdingen über Hemmingen und Hochdorf nach Eberdingen und zurück. Eine Runde misst 19,1 km. Beide Formate nutzen komplett gesperrte Straßen. Beim Lila Race fahren die Teilnehmer vier Runden, insgesamt 76 km. Die Lila Tour bietet bis zu drei Runden. An diesem Tag gehören die Straßen ausschließlich den Radfahrern.
Richy Müller spielt seit fast 20 Jahren den Hauptkommissar Thorsten Lannert im Stuttgarter Tatort. Der Schauspieler ist Stammgast bei der Veranstaltung. Guido Buchwald gewann 1990 mit Deutschland die Fußball-Weltmeisterschaft. Im Finale gegen Argentinien neutralisierte der Stuttgarter Diego Maradona. Deutschland siegte mit 1:0.
Frank Stäbler wurde in Böblingen geboren. Der Ringer gewann dreimal die Weltmeisterschaft und zweimal die Europameisterschaft. Bei Olympia holte er Bronze. Parallel zu seiner Karriere absolvierte er zwei Berufsausbildungen und arbeitete teilweise ganztags. Heute arbeitet er als Key Note Speaker und Personal Trainer.
Olaf Ludwig wird beim Lila Race starten. Der 66-Jährige hatte sich im Winter die Achillessehne gerissen. Vor einem Monat gab er sein Comeback auf dem Rad. Ludwig gewann olympisches Gold, siegte bei der Friedensfahrt und trug das Grüne Trikot bei der Tour de France. Er sagt, am 3. Oktober stehe für ihn im Vordergrund, Spaß zu haben und gleichzeitig Gutes zu tun.
Jens Fiedler ist der erfolgreichste deutsche Bahnradsportler bei Olympischen Spielen. Er gewann 1992, 1996 und 2004 die Goldmedaille. Bei Weltmeisterschaften sammelte er zwölf Podestplätze. Bei der Lila Tour wird er es entspannter angehen lassen. Er sagt, an diesem Tag gehe es nicht darum, der Schnellste zu sein, sondern Kindern in Not zu helfen.
Dajana Eitberger gewann bei den Olympischen Spielen in diesem Jahr Gold im Rodeln. In Ditzingen-Heimerdingen feiert sie ihre Premiere. Bei der Lila Tour muss sie sich umstellen. Es geht nicht darum, die Schnellste zu sein, sondern einen entspannten Mittag zu erleben und Kindern zu helfen.
Miriam Welte gewann einmal olympisches Gold, sechsmal die Weltmeisterschaft und viermal die Europameisterschaft. Die Bahnradsportlerin holte 21 deutsche Meistertitel. Sie gehört zum Stammpersonal der Veranstaltung und nimmt an der Lila Tour teil.
Für den Veranstalter hat Gina-Maria Wiemers ein Interview mit der Ex-Biathletin geführt. Wir geben das Interview in Auszügen wieder:
Sie sind in diesem Jahr zum ersten Mal beim LILA LOGISTIK Charity Bike Cup dabei. Wie ist es dazu gekommen?
Magdalena Neuner: Meine ehemalige Biathlon-Kollegin Simone Hauswald hat mich angerufen und mir von der Veranstaltung erzählt. Sie meinte, dass es dort immer sehr familiär und nett ist – und natürlich für einen guten Zweck. Sie hat mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, einmal mitzumachen. Da habe ich spontan zugesagt.
Sitzen Sie in Ihrer Freizeit denn häufiger auf dem Rad?
Ja, schon. Ich fahre aber eigentlich fast nur Mountainbike. Wir wohnen in einer sehr bergigen Region, auf den Straßen ist unglaublich viel los. Deshalb bin ich lieber etwas abseits unterwegs. Für den 3. Oktober musste ich mir tatsächlich erst einmal wieder ein Rennrad besorgen. (Lacht.)
Wie lange ist es denn her, dass Sie zuletzt auf einem Rennrad gesessen haben?
Früher bin ich viele tausend Kilometer im Jahr gefahren. Aber mittlerweile bin ich seit ungefähr 15 Jahren nicht mehr auf dem Rennrad gesessen. Mountainbike fahre ich dagegen viel, auch mit den Kindern.
15 Jahre? Dann wird der LILA LOGISTIK Charity Bike Cup ja fast zu einem kleinen Rennrad-Comeback. Können Sie da überhaupt gemütlich mitfahren oder kommt irgendwann doch die ehemalige Leistungssportlerin durch?
Ich bin sehr froh, dass wir die Tour machen und nicht das Race. (Die Tour wird ohne Zeitnahme gefahren, das Race hat Renncharakter, Anm. d. Red.) Für das Race fühle ich mich im Moment nicht fit genug und ich glaube, da würde dann doch wieder der Ehrgeiz durchkommen. Man möchte ja irgendwie gut sein und nicht völlig hinterherfahren.
Der Ehrgeiz ist also doch noch ein bisschen da.
Ein bisschen schon. (Lacht.) Aber mit der Tour bin ich sehr happy. Ich glaube, da werden wir einfach ein schönes, gemütliches Tempo fahren. Es geht ja nicht ums Gewinnen, sondern darum, einen schönen Tag zu haben – und etwas Gutes zu tun.
Sie haben Ihre Karriere sehr früh mit 25 Jahren beendet. Wenn Sie heute zurückblicken: War das der richtige Zeitpunkt?
Absolut. Mein Bauchgefühl und mein Kopf haben mir damals gesagt, dass es die richtige Entscheidung ist. Von außen waren viele der Meinung, es sei falsch. Aber es geht nicht darum, was andere denken. Für mich war es auch ein Erfolg, meiner eigenen Stimme zu folgen. Ich bin sehr dankbar, dass ich selbst entscheiden konnte aufzuhören, während ich noch Spaß am Sport hatte.
Welchen Sport betreiben Sie heute am liebsten?
Ich bin mittlerweile eigentlich eine richtige Breitensportlerin. Im Urlaub haben wir zum Beispiel Tennis und Tischtennis gespielt, waren klettern, Fußball spielen, auf dem Trampolin und reiten. Wir haben eigentlich für die Kinder ein Pferd gekauft – aber mittlerweile nehme ich selbst Reitunterricht. (Lacht.) Ich merke dann, dass auch wieder ein gewisser Ehrgeiz kommt und ich mich verbessern möchte. Da steckt schon die Sportlerin in einem.

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