Das alpine Bergrennen auf der Großglockner Hochalpenstraße lockte so viele Starter wie nie zuvor an den Start. Fahrerinnen und Fahrer aus Deutschland waren besonders erfolgreich: sie landeten auf allen Distanzen auf dem Podium. Die 27,3 Kilometer lange Strecke mit 1.672 Höhenmetern vom Ortszentrum Bruck zum Fuscher Törl stellte die Athleten vor eine der anspruchsvollsten Herausforderungen im Radsportkalender. Die Ultra-Teilnehmer absolvierten zusätzlich sieben Kehren auf Kopfsteinpflaster bis zur Edelweißspitze, dem höchsten befahrbaren Punkt der Alpen.
Am Samstag fand erstmals ein Charity-Bergzeitfahren der Volkshilfe Salzburg statt. Die Veranstaltung verband sportliche Leistung mit sozialem Engagement und bildete den Auftakt des Rennwochenendes. Der wolkenverhangene Morgen am Sonntag wich im Laufe des Tages zunehmend sonnigem Wetter, das die Hochgebirgskulisse in Szene setzte.
Um 7 Uhr startete das Feld im Ortszentrum von Bruck. Von Beginn an prägten hohe Geschwindigkeiten und frühe Angriffe das Renngeschehen. Das Feld zog sich rasch auseinander, während die Gruppen mit jedem Höhenmeter kleiner wurden. Die stärksten Fahrer setzten sich an der Spitze ab und lieferten sich einen engen Kampf um die Tagesbestzeit.
Quirin Haidl aus Deutschland startete das erste Mal beim Glocknerkönig. Lange Zeit führte der Österreicher Rene Pammer das Rennen an und schien auf dem Weg zum Sieg. Auf den letzten Metern holte Haidl jedoch auf und überquerte die Ziellinie 14,5 Sekunden vor Pammer. Mit seiner Zeit von 1:14:17,3 Stunden unterbot Haidl den 2005 von Roland Stauder aufgestellten Rekord um 58 Sekunden. Pammer erreichte das Ziel nach 1:14:31,8 Stunden und zeigte sich trotz der knappen Niederlage zufrieden mit seiner Leistung. Simon Oppel aus Österreich komplettierte das Podium auf Rang drei.
Haidl erklärte nach dem Rennen, er habe Pammer stets im Blick behalten und versucht, seinen eigenen Rhythmus durchzuziehen. Der Sieg auf den letzten Metern machte den Erfolg für ihn besonders wertvoll.
Janine Meyer aus Deutschland ging als mehrfache Siegerin und Titelverteidigerin ins Rennen. Die Favoritin rechtfertigte ihre Rolle mit einer Zeit von 1:24:22,5 Stunden und verbesserte ihren eigenen Streckenrekord um 20,4 Sekunden. Die Österreicherin Melanie Geiger belegte Platz zwei, Luzia Meister aus Deutschland wurde Dritte.
Geiger zeigte sich überrascht von ihrem zweiten Platz. Im Ziel sei sie komplett erschöpft gewesen und hätte nie mit diesem Ergebnis gerechnet. Sie bezeichnete die Platzierung als ihren bisher größten sportlichen Erfolg. Meyer betonte die besondere Bedeutung des Glocknerkönigs und ihre Freude über den erneuten Sieg am Fuscher Törl.
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Die Ultra-Teilnehmer fuhren vom Fuscher Törl weitere sieben Kehren auf historischem Kopfsteinpflaster hinauf zur Edelweißspitze auf 2.571 Metern. Der Schlussanstieg verlangte den Athleten nach den bereits absolvierten 27,3 Kilometern noch einmal alles ab.
Frederik Niessen aus Deutschland gewann die Ultra-Wertung der Herren in 1:22:16,7 Stunden. Bei seiner Premiere am Glocknerkönig setzte er sich auf dem Schlussanstieg entscheidend ab. Für Niessen hatte der Sieg eine besondere Bedeutung: Mit 16 Jahren war der Großglockner der erste Pass, den er jemals gefahren war. Der Erfolg schloss für ihn einen Kreis. Adrien Legriffon aus Frankreich und Thomas Kronsteiner aus Österreich folgten auf den Plätzen zwei und drei.
Julia Jedelhauser aus Deutschland dominierte die Ultra-Wertung der Damen. Mit ihrer Zeit von 1:33:48,8 Stunden stellte sie einen neuen Streckenrekord auf und sicherte sich den Titel der Glocknerkönigin Ultra 2026. Julia Sörgel aus Österreich und Daniela Traxl-Pintarelli, ebenfalls aus Österreich, komplettierten das Podium. Jedelhauser hatte von Beginn an nicht mit diesem Ergebnis gerechnet, freute sich aber über den Sieg auf der Edelweißspitze.
Die Veranstaltung verzeichnete mit 3.000 Startern aus 37 Nationen einen neuen Teilnehmerrekord. Simone Höller, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Bruck Fusch Grossglockner, zeigte sich erfreut über den enormen Zuspruch. Der Rekord zeige den Stellenwert des Glocknerkönigs in der internationalen Radsportszene. Sie dankte allen Helfern, Einsatzorganisationen, Partnern und Zuschauern für die Unterstützung.
Im kommenden Jahr feiert der Glocknerkönig sein 30-jähriges Jubiläum. Die Anmeldung für die Jubiläumsausgabe wird im Dezember freigeschaltet. Informationen zur Veranstaltung gibt es unter www.glocknerkoenig.at sowie auf Instagram und Facebook.

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