Das traditionsreiche Bergrennen am Großglockner stellt mit dem Rekordstarterfeld seine Bedeutung in der österreichischen Radsportszene unter Beweis. Simone Höller, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Bruck Fusch | Grossglockner, erklärt in einer Pressemitteilung: "Mit 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern verzeichnen wir einen neuen Anmelderekord. Dieser enorme Zuspruch zeigt, welche emotionale Kraft und internationale Strahlkraft der Glocknerkönig mittlerweile entwickelt hat."
Die Großglockner Hochalpenstraße bleibt für das Rennen autofrei und bietet zwei unterschiedliche Herausforderungen. Die Classic-Strecke endet nach 27,3 Kilometern und 1.672 Höhenmetern am Fuscher Törl auf 2.428 Metern Seehöhe. Die Ultra-Wertung führt die Teilnehmer weiter bis zur Edelweißspitze, dem höchsten befahrbaren Punkt der Alpen auf 2.571 Metern. Das Rennen spricht ambitionierte Athleten ebenso an wie Hobbysportler, die sich der alpinen Herausforderung stellen wollen. Wer hier bestehen will, braucht nicht nur Kraft, sondern auch das richtige Gespür für das eigene Tempo.
Janine Meyer aus Deutschland prägte den Glocknerkönig in den vergangenen Jahren mit drei Siegen in Folge auf der Classic-Strecke und mehreren Streckenrekorden. Ihr jüngster Rekordsieg beim Mallorca 312 unterstreicht ihre aktuelle Form. "Ich freue mich schon sehr, bei hoffentlich wieder tollem Wetter den Glocknerkönig erneut zu bezwingen. Dieses Rennen hat ein enormes Ansehen und bedeutet mir persönlich sehr viel", erklärt die Titelverteidigerin. Als klares Ziel formuliert Meyer: "Natürlich würde ich sehr gerne zum vierten Mal hintereinander gewinnen und meinen Titel erneut verteidigen." Die Deutsche zählt auch 2026 zu den absoluten Top-Favoritinnen.
Rene Pammer gewann 2025 die Ultra-Wertung und stellte einen neuen Streckenrekord auf. Der österreichische Athlet reist in Topform an, nachdem er sich kürzlich beim Kirschblütenrennen in Wels mit einer offensiven Rennstrategie den österreichischen Amateur-Meistertitel sicherte. Seine Verbindung zum Glocknerkönig reicht bis 2010 zurück: "Ich bin hier eines meiner ersten Rennen gefahren und gehe heuer bereits bei meinem zwölften Start ins Rennen. Es ist eines meiner Lieblingsrennen, weil es einfach einzigartig ist." Nach seinem Traumjahr 2025 geht Pammer das Rennen mit weniger Druck an. Für den Renntag freut er sich besonders auf "die einzigartige Atmosphäre entlang der Strecke, die Hexenküche als entscheidenden Streckenabschnitt und viele gute Gespräche mit bekannten Gesichtern im Ziel."
Franziska Ehrenreich vom Tirol Women Cycling Team bringt internationales Niveau mit. Die Pinzgauerin überzeugte zuletzt beim Etappenrennen Giro delle Marche in Rosa in Italien mit starken Leistungen in der geschlossenen Teamperformance. "Ich freue mich schon riesig auf das Rennen bei mir zu Hause. Ich bin sonst sehr viel unterwegs und fahre viele Rennen im Ausland, deshalb ist es etwas ganz Besonderes, auch einmal in der Heimat starten zu können", erklärt Ehrenreich. Für sie steht nicht nur die sportliche Leistung im Vordergrund: "Ich freue mich besonders darauf, bekannte Gesichter zu sehen und gemeinsam mit vielen anderen ein Rennen zu fahren, bei dem auch der Spaß nicht zu kurz kommt." Die Entwicklung im Frauenradsport sieht Ehrenreich positiv. Der aktuelle Frauenanteil von rund 15 Prozent beim Glocknerkönig sei eine sehr erfreuliche Entwicklung.
Das Rennwochenende erhält einen sozialen Schwerpunkt durch das Charity-Bergzeitfahren der Volkshilfe Salzburg am Vortag des Glocknerkönigs. Das kurze Bergsprint-Rennen verbindet sportliche Herausforderung mit einem guten Zweck und ergänzt das Programm um einen gemeinschaftlichen Aspekt. Am 7. Juni um 07:00 Uhr fällt in Bruck an der Großglocknerstraße der Startschuss für das Hauptrennen. Internationale Dominanz, nationale Spitzenleistungen und regionale Nachwuchshoffnungen treffen auf einer der legendärsten Alpenstraßen Europas aufeinander.

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