Das Event Carinthia200 war seit Wochen ausverkauft - offiziell wurden “knapp 2000” Startplätze vergeben. Der Blick in die Rangliste verrät, dass etwas mehr als 1.400 Frauen und Männer tatsächlich am Start standen. Die Teilnehmer entschieden während des Rennens, welche Distanz sie fahren wollten. Nach der ersten Schleife in Villach konnten sie ins Ziel rollen oder die zweite Schleife über Bad Bleiberg und erneut über die Windische Höhe anhängen. Im Ziel der kurzen Distanz wurden 861 und bei der langen Distanz 539 Frauen und Männer in der Ergebnisliste erfasst. Auffällig: bei den Frauen gab es keinen einzigen DNF-Eintrag auf der langen Strecke - alle Starterinnen haben das Ziel erreicht. Aber auch bei den Männern war die Finisher-Quote sehr hoch und nur wenige sind nicht durch den Zielbogen gefahren. Österreich stellte die meisten Starter, gefolgt von Deutschland, Slowenien, Ungarn und Italien.
174 Teilnehmer kamen aus den elf Gemeinden entlang der Strecke, mehr als 100 davon aus Villach. Die Route führte von der Draubrücke in Villach über Matschiedl, die Windische Höhe, Zlan, Feistritz an der Drau, Bad Bleiberg und Labientschach bis Kerschdorf. Wer nicht an der Strecke stand, verfolgte das Geschehen per Live-Tracking.
Wolfgang Krenn setzte sich bei der ersten Austragung der Carinthia200 als Sieger durch. Der Österreicher gewann nach einem taktisch geführten Rennen, bei dem sich die Spitzengruppe in der zweiten Runde verkleinerte. Auf den letzten 30 bis 40 Kilometern blieb eine Dreiergruppe übrig, aus der Krenn als Stärkster hervorging. Bei den Frauen siegte die Österreicherin Carina Ziegler, die die anspruchsvolle Streckenführung über die Windische Höhe und durch das Drautal am schnellsten meisterte.
Bei den Männern folgte auf Wolfgang Krenn ein dichtes Feld. Die Entscheidung fiel erst auf den Schlusskilometern. Bei den Frauen gewann Carina Ziegler mit deutlichem Vorsprung. Die Siegerin betonte nach dem Rennen die besondere Atmosphäre entlang der Strecke, wo an jedem Hotspot Menschen das Feld anfeuerten.
Die kürzere Distanz über 105 Kilometer gewann bei den Männern Arno Kaspret vom Team Special Bike Pörtschach in 2:45:09,6 Stunden. Michael Kanduth vom BSG Bike Syndikat Graz folgte mit nur 0,3 Sekunden Rückstand auf Platz zwei. Michael Rieger vom sv-doellach komplettierte das Podium mit 1,4 Sekunden Rückstand auf den Sieger.
Bei den Frauen siegte Franziska Zuder vom SC Mirnock in 2:51:16,9 Stunden. Anna Bäuchler von ZONE 2|5 erreichte nach 2:51:18,7 Stunden das Ziel und verpasste den Sieg um 1,8 Sekunden. Marlies Feichtenhofer vom BSG Bike Syndikat Graz belegte in 2:53:44,4 Stunden den dritten Platz.
Kärntens Radkoordinator Paco Wrolich und Ex-Biathlet Julian Eberhard fuhren die Carinthia105. Die Sportbotschafter Nici Schmidhofer, Elisabeth Görgl, Andreas Goldberger, Christoph Sumann sowie Sabine und Alexander Payer absolvierten ebenfalls das Rennen.
600 Volunteers sicherten seit den frühen Morgenstunden Start und Ziel, die Labestationen und 16 Querungsstellen. Freiwillige Feuerwehren, Sportvereine, Dorfburschenschaften und Zechen aus allen elf Streckengemeinden standen an Kreuzungen und Hotspots. Die Einsatzkräfte arbeiteten mit Polizei, Rettung und Behörden zusammen. Der Bewerb verlief ohne schwere Zwischenfälle.
An acht offiziellen Zuschauer-Hotspots entlang der Strecke säumten tausende Zuschauer die Straßen. Feuerwehren, Gasthöfe und Vereine organisierten Verpflegung, Musik und Moderation. Renndirektor Patrick Schörkmayer betonte die vorbildliche Zusammenarbeit in der Vorbereitung und an der Strecke.
Der Veranstalter betont die wirtschaftliche Bedeutung des Events für die Region. Das Eventwochenende brachte laut einer Pressemitteilung rund 6.000 Nächtigungen in die Region. Die Gäste aus den wichtigsten Herkunftsmärkten verbrachten mehrere Tage in der Region und nahmen an Social Rides, der Expo und dem Ambassadors-Abend in der Villacher Innenstadt teil. Die Region setzt mit ihrer Marke lake.bike seit zehn Jahren auf Mountainbike-Sport. Mit der Carinthia200 erweitert sie ihr Profil um den Rennradsport. Geschäftsführer Georg Overs sieht das Event als ersten großen Schritt, den Rennradsport unter dieser Marke zu entwickeln. Für die Kärnten Werbung ist der Bewerb ein strategischer Baustein in der Positionierung als Raddestination.

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