Die Villacher Alpenstraße bildete die Kulisse für das erste offizielle Everesting-Event der Saison. Athleten aus elf Nationen starteten am Samstag in verschiedenen Kategorien. Die Strecke führte von der Villacher Alpen Arena hinauf zur Rosstratte und wieder zurück. Je nach Kategorie absolvierten die Teilnehmer bis zu acht Auffahrten. Die Straße hat eine Durchschnittssteigung von 7,2 Prozent und erreicht auch über Abschnitte 10 Prozent. Insgesamt ist der Anstieg 16,4 Kilometer lang und bietet laut Veranstalter rund 1175 Höhenmeter pro Auffahrt. Bei acht Auffahrten sammeln sich also sogar 9400 Höhenmeter.
Der Startschuss für das ganze und das halbe Everesting fiel bereits um 04:00 Uhr morgens. Die Vollversion umfasst mindestens 8848 Höhenmeter, das Half-Everesting 4424 Höhenmeter. Um 09:00 Uhr folgten die Viertel- und Achtel-Everesting-Kategorien sowie die Team-Bewerbe. Die gesperrte Strecke ermöglichte den Fahrern freie Fahrt bergauf und bergab.
Jack Burke aus Kanada, amtierender Everesting-Weltmeister, legte die acht Auffahrten auf den Dobratsch in 7 Stunden und 15 Minuten zurück. Paul Verbnjak folgte als Zweiter mit 14 Minuten Rückstand. Der 24-jährige Kärntner Skibergsteiger hatte erst wenige Wochen zuvor mit Knieproblemen zu kämpfen. Frederik Niessen aus Deutschland komplettierte das Podium auf Platz drei. Verbnjak saß nach eigenen Angaben in diesem Jahr noch nicht viele Stunden auf dem Rad. Die Umstellung von dreiminütigen Wettbewerbsdistanzen im Skibergsteigen auf zehn Stunden auf dem Rad stellte eine große Herausforderung dar.
Der Kanadier Jack Burke schrieb 2024 Schlagzeilen, weil er mehrere KOM an Anstiegen eroberte, die zuvor von bekannten Radprofis aufgestellt worden waren. Selbst “Der Spiegel” berichtete über den “zweitklassigen Fahrer, der die Stars schlägt”. Burke blickt auf eine Karriere als Fahrer in Continental-Teams zurück und gewann zweimal den Ötztaler Radmarathon. Er lebt derzeit in Neustift im Stubaital und hat die Berge daher vor seiner Haustüre. Das Everesting hat ein anderes Belastungsprofil - zeitlich ist es ungefähr im Bereich seines Ötztaler-Sieges. 2022 gewann er in 7:10 Stunden und 2024 sogar in der Zeit von 6:49 Stunden.
Samantha Arnaudo aus Italien gewann das Frauen-Rennen mit beinahe zwei Stunden Vorsprung in 8:29:47 Stunden. Die deutsche Wahlkärntnerin Sonja Tajsich, ehemalige Profi-Triathletin, erreichte als Zweite das Ziel. Nur zwei Minuten später folgte die Kärntner Triathletin Elke Hinterberger auf Platz drei. Kärnten konnte somit zwei Podestplätze im Frauen-Rennen verbuchen.

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