Wir sind noch keine zwei Kilometer gefahren, da verspüre ich einen brutalen Schmerz. Der Stich ist in etwa so, als hätte mir jemand etwas in den Bauch gerammt. Moran Vermeulen, mein Begleiter für die heutige Tour, lacht. Ich bin verwirrt. Was gibt es denn da zu lachen? Natürlich frage ich nicht so harsch, das verbietet mir mein Anstand. Wieso er denn jetzt so kichert, will ich wissen. „Dich hat bestimmt eine Flugameise gebissen“, erklärt er. Selten bin ich sprachlos. Jetzt kriege ich kein Wort raus. Eine Ameise? „Ja“, erklärt er, sie würden gerade hier wie wild umeinander fliegen.
Moran, gebürtiger Holländer und seit seinem 18. Geburtstag österreichischer Staatsbürger, der zusammen mit Bruder Mika und seinen Eltern zwischen Dachsteinmassiv, Schladminger Tauern und dem Grimming wohnt, beruhigt mich aber. Dauert ein, zwei Minuten, dann sei der beißende Schmerz vorbei. So verwirrt, dass es hier fliegende Ameisen gibt, so irritiert bin ich schon nach wenigen Minuten von der Steiermark.
Während der Schmerz am Bauch wirklich schnell verschwunden ist, melden sich jedoch „zeitnah“ meine Beine. Moran hat eine feine und steile Tour für meinen ersten Tag der „Tour de Steiermark“ ausgesucht, die in der Region Schladming-Dachstein beginnt – im Winter vor allem für ihre Ski-Kompetenz bekannt. Am nächsten Tag werde ich dann weiterziehen in die Oststeiermark, anschließend in den Südosten, der sich touristisch als Thermen- & Vulkanland bezeichnet, bevor es zum Finale furioso in die Südsteiermark geht. Ich wusste zwar, dass die Steiermark seit jeher auch Rennradfahrer anlockt. Was mich jedoch nachhaltig beeindruckt, sind die vielfältigen und abwechslungsreichen Landschaften. Steile Bergpässe, malerische Weinberge, traumhafte Ausblicke und ruhige Nebenstraßen. Alles da! Der Ameisenbiss ist fast vergessen. Gemeinsam mit Moran, der sowohl Sportlicher Leiter beim Continental-Team Vorarlberg als auch Trainer für etliche Hobby-Athleten ist, rolle ich von Weißenbach bei Haus entlang des Ennsradwegs. Über Assach nach Pruggern, dann weiter Richtung Öblarn. Moran drückt gleich zu Beginn so dermaßen auf die Tube, dass ich heilfroh bin, dort einen Espresso (und eine Kleinigkeit aus der Kuchenvitrine) schnabulieren zu können.
Dann geht es, wie er sagt, „auffe“ zum Mitterberg, nach Gröbming auf den legendären Stoderzinken. Das „Friedenskircherl“ dort wurde schon zum schönsten Platz Österreichs gewählt, ein Besuchermagnet ersten Ranges. Uns zieht aber eher der Pass an, der sich als eine einzige steile Rampe entpuppt! Mehr als zwölf Kilometer und 1.075 Höhenmeter kurbeln wir die Straße bergauf, die an manchen Kurven so aussieht wie das Stilfser Joch, die Königin aller Passstraßen. Der Ausblick oben lohnt sich mal wirklich. Was wir sehen? Berge, Berge, Berge. Und das gesamte Ennstal. Kein Wunder, schließlich haben wir gerade die höchst gelegene Panoramastraße der Steiermark bezwungen.
Während wir die Aussicht genießen, zieht plötzlich eine dunkle Wolke über den Gipfel. Eben noch strahlender Sonnenschein, prasselt wenige Minuten später schon ein kräftiger Regenschauer nieder. Typisch Bergsommer! Wir stellen uns unter, beobachten die Nebelschwaden zwischen den Felsen. Und warten ab. Fast genauso schnell, wie der Regen aufzog, ist alles wieder vorbei. Die Wolken reißen auf, die Sonne kommt wieder hervor, und die Bergwelt wirkt noch eindrucksvoller als zuvor. Wir bleiben länger hängen als geplant.
Zugegeben: Wir verquatschen uns. Ein bisschen. Auf dem Berg. Und auch wieder zurück im Hotel, in der Sauna. Deswegen sind wir froh, dass uns die Hartwegers im gleichnamigen Hotel noch etwas vom Büfett zurückgelegt haben. Schließlich reden wir noch den ganzen Abend munter weiter. Darüber, wie Moran alles aus seinen Athleten herausholt, deren „Pumpe noch größer und größer macht“. In der Region scheint sich vieles um den Radsport zu drehen. Auch bei Heinz Hartweger, dem Chef des Hotels. Er selbst kommt jedes Jahr auf gut 6.000, 7.000 Kilometer und ein Vielfaches an Höhenmetern. Hotelchef und Moran Vermeulen lieben die Region vor allem wegen der steilen Anstiege und schönen Pässe. Damit sind sie nicht allein. „Alleine in den vergangenen drei, vier Jahren hat sich die Anzahl der Rennradfahrer schon verdoppelt“, hat Heinz Hartweger beobachtet und will sein Angebot für die Zielgruppe weiter ausbauen.
In der Oststeiermark treffen wir uns mit Anna Fink, Rennradlerin und Mitarbeiterin im Tourismusverband, im Rennradladen „Friesi’s Bikery“ . Die „Bikery“ wirkt wie ein Apple-Store in Paris oder New York – nur halt mit Radsport-Sortiment und in Gleisdorf. Einer Stadt mit ein paar Tausend Einwohnern im Bezirk Weiz, rund 20 Kilometer von Graz entfernt. Ich mache in der „Bikery“ erst einmal, was ich eh am besten kann: Reden und Espresso trinken. Ich unterhalte mich mit Simon, der zusammen mit seinem Bruder Michael Friesenbichler das Geschäft führt. Wir reden über Design und neue Rennrad-Gimmicks, da grätscht Anna dazwischen. „Jungs, wir haben noch was vor!“, mahnt sie mit hoch gezogener Augenbraue.
Anna hat für uns die legendäre „Christoph-Strasser-Runde“ eingeloggt. 217 Kilometer, 3.870 Höhenmeter. Sie führt vom Bike-Store in Gleisdorf erst in den Naturpark Almenland, dann weiter nach Pöllau und Hartberg. Benannt ist die Hardcore-Runde nach dem Mann, der in der Oststeiermark seine Wahlheimat gefunden hat und sechsmal das Langstrecken-Rennen Race Across America gewann, so wie zweimal das Transcontinental Race. Außerdem ist der Steirer der erste Mensch, der es schaffte, mehr als 1.000 Kilometer in 24 Stunden zu fahren. Ganz genau 1.026,22 Kilometer, was unterm Strich einem Schnitt von 42,75 km/h entspricht.
Es lässt sich nicht leugnen, dass die Prominenz des Strecken-Paten einen gewissen Druck aufbaut. Wir geben Vollgas. Die Strecke ist ein absoluter Traum, verknüpft wunderbare Topografie mit verkehrsarmen Straßen; besonders reizvoll auf dem Abschnitt zwischen der Teichalm, der Sommeralm und der Stoakoglhütte. Zeit für eine längere Einkehr bleibt allerdings nicht, Anna treibt uns weiter, wenigstens bis zur Weizerhütte. Die sieht aus wie ein Chalet in Kitzbühel, nur cooler und lässiger. Betrieben wird sie von den 23-jährigen Zwillingen Alexander und Christoph. Bevor die Jungs die Weizerhütte in St. Kathrein am Offenegg auf knapp 1.000 Metern Höhe eröffneten, reisten sie um die Welt, pickten sich das Beste heraus, nahmen es mit in die Oststeiermark. Heute bieten sie Hausmannskost, nur jung und modern interpretiert, sagt Alexander.
Anna drängt schon wieder, schließlich liegen auf der Christoph-Strasser-Runde noch etliche Kilometer vor uns. Warum dessen Podcast „Sitzfleisch“ heißt, weiß ich nun auch. Wir sitzen und sitzen. Trotzdem müssen wir die Tour etwas abkürzen, denn ich muss in „Friesi’s Bikery“ noch das Ridley-Testrad zurückgeben, dass ich dort gegen überschaubare Gebühr ausgeliehen habe. Gutes Ding! Würde ich es kaufen, bekäme ich die Leihgebühr angerechnet, sagt Simon. Aber wir müssen fix weiter, die Steiermark ist groß.
Noch am selben Abend treffen wir uns mit Christian vom Tourismusverband, der mir in den kommenden 24 Stunden gebetsmühlenartig einbläuen wird, dass die Region, durch die wir nun radeln, nach einen Zusammenschluss „Thermen- & Vulkanland“ heißt. Als wir abends im Genusshotel Riegersburg ankommen, sind wir wirklich baff. Wir laufen zur Rezeption und sehen aus den Fenstern nur: die Riegersburg. Das beeindruckende Bauwerk thront majestätisch auf einem 482 Meter hohen erloschenen Vulkan. „Eins kann ich Dir gleich sagen“, sagt plötzlich ein Mann neben mir, der sich als „Jürgen“ und Chef des Hotels vorstellt: „Morgen wirst du die Burg fast überall sehen, egal wo wir sind.“
Der Mann hat schon auf der ganzen Welt als Manager gearbeitet, seit ein paar Jahren wieder in seiner Heimat. Was ihn ein bisschen störte, war, dass der Südosten der Steiermark zwar über ein herausragendes Radwegenetz verfügt – aber kaum jemand davon weiß. Also setzte er sich mit seinem Freund David, einem IT-Mann, zusammen. Die beiden recherchierten, was die Infrastruktur anbot, und fuhren dann alles auf dem Rennrad ab. Das Ergebnis, so Jürgen, sei absolut einzigartig: Der „Vulcania 300“ sei der längste zusammenhängende Radrundweg Österreichs. Und: Die gesamte Strecke verlaufe abseits dicht befahrener Hauptstraßen. Dass wir, wie auf der Vulcania-Homepage zu lesen, mit der Vulkanlandschaft „verschmelzen“, hoffen wir allerdings vermeiden zu können. Ansonsten finden wir uns als Radsportler stilsicher angesprochen. Die Website führt eine Finisher-Liste, in der man erwähnt werden kann, wenn man die Strecke in vorgegebener Zeit absolviert. An fünf Stationen muss man dafür eine Karte abstempeln. Die Route kann an einem (Gold), zwei (Silber) oder auch drei Tagen (Bronze) absolviert werden.
Der Teil, den wir heute fahren, ist ein Traum. Kurze Steigungen rauf, dann wieder runter. Und immer, wenn man sich umschaut, ist sie da: Die Riegersburg. Fast wie beim Hase-und-Igel-Spiel. Irgendwann aber sieht man sie dann mal doch nicht. Spätestens in Sankt Anna am Aigen beim Franz. Der Franz hat eine Kaffeerösterei, die Maitz Kaffee GmbH, inmitten der Weinberge. Dort röstet er Hochland-Arabica-Bohnen aus der Ferne. Wer hier vorbeikommt, muss anhalten. Das Tiramisu? Köstlich! Die Cremeschnitte? Lecker! Die Torten? Ein Wahnsinn! Dann geht’s weiter über die Vulkanlandwarte, Mureck, St. Stefan im Rosental, Feldbach, zurück nach Riegersburg.
Dort lassen wir uns von Küchenchef Rainer Kaufmann verwöhnen; sehr nobel, aber stets mit regionaler Note wie bei der Riegersburger Rehschulter, dem Eltendorfer Welsfilet, für das sich Fotograf Daniel entscheidet, oder der Weizer Lammschulter, mit der Hotelchef und Tour-Guide Jürgen seine Speicher wieder auffüllt. Wir verlassen das „Thermen- & Vulkanland“ mit vielen wunderbaren Eindrücken und einer gewissen satten Müdigkeit.
Auf geht’s, in den Süden. Dort wartet David Schöggl schon auf uns. Er führt eine eigene Werbeagentur, könnte auf den ersten Blick aber auch als Radprofi durchgehen, der zufällig mal in seinem Büro vorbeischaut. „Ich gebe ja zu“, sagt der Mann, der laut WhatsApp-Status „wahrscheinlich grad am Bike“ ist, „dass ich vielleicht ein bisschen mehr als andere fahre.“ Wann fährt er denn? „Immer“, sagt er. Okay! Das Gefährt ist ihm egal. David fährt Mountainbike, Gravelbike und Rennrad. Was er in den kommenden Wochen noch so vor hat, will ich von ihm wissen, als wir den Pass Richtung St. Anna ob Schwanberg mit der wunderschön gelegenen Kapelle hochfahren. Der Ötztaler Radmarathon stehe an, sagt er. Und der Super Giro Dolomiti würde ihn schon auch interessieren. Interessieren? „Am Ende will ich bei allen auf dem Podest stehen“, sagt er am Abend im Martinhof, als er in Rekordzeit einen Teller Pasta verschlingt.
Dann checken wir noch am Abend im Weinlandhof von Thomas Pichler ein. Das Hotel im südsteirischen Gamlitz, so sagt es der rennradelnde Chef, sei der ideale Ausgangspunkt für etliche Ausflugsziele aller Rennradfahrer entlang der steirischen Weinstraße. Genau genommen sind es drei Weinstraßen, die Schilcher, die Sausaler und die Südsteirische. Der ideale Treffpunkt sei das Hotel jedes Jahr auch im Frühjahr, besser gesagt, Anfang April. In den meisten Gegenden in Mitteleuropa könne man zu diesem Zeitpunkt nur mit langen Hosen und langen Shirts fahren, meint der Hotelchef und ergänzt: „Nicht bei uns.“ Bei seinem legendären Cycling-Event „Woamfoahn“ – warmfahren – ist der Weinlandhof bis unters Dach voll. 120 Gäste kann das Haus beherbergen, 120 Rennradfahrer sind im April da. „Die Rennradler müssen also nicht unbedingt in den Flieger nach Gran Canaria steigen. In der Regel braucht hier keiner eine Jacke“, so Thomas, mit dem wir am Abend ein Bier trinken und dann ins Bett fallen. Schließlich klingelt um halb sieben am nächsten Tag wie der der Wecker.
Thomas will mir am letzten Tag der Steiermark-Tour seine Panoramarunde zeigen. Die Sonne geht auf, die Hügellandschaft mit ihren traumhaften Ausblicken und malerischen Weinbergen zeigt sich wirklich von ihrer schönsten Seite. Wir starten in Leutschach an der Weinstraße, der größten Weinbaugemeinde in der Steiermark, dann radeln wir entlang der alten Kellerstraße zur Südsteirischen Weinstraße. Dort begrüßen uns urige Buschenschänken, stylische Weingüter und traditionsreiche Wirtshäuser. Ich bin überwältigt, der Sonnenaufgang mit dieser Kulisse ist wahrlich einer der schönsten Momente auf dem Rennrad in den letzten Jahren. Dann flitzen wir zurück. Irgendwann ist schließlich auch mal die schönste Rennradreise zu Ende. Bevor ich die Steiermark endgültig verlasse, bestelle ich mir aber noch einen steirischen Backhendlsalat; Fotograf Daniel ordert hausgemachte Ravioli mit Spinat-Frischkäsefüllung, steirischem Bergkäse und jungem Blattspinat-Salat. Als Dessert nehme ich klassische Brandteigkrapferl mit frischen Erdbeeren und lauwarmer Schokolade, Daniel die gebackene Topfentorte mit Him beeren und Schlagobers. Ich beneide Thomas; wegen der Schönheit des Rennradreviers und wegen seiner Frau Rosemarie. Rosemarie ist die Chefköchin. Jeder weitere Tag hier würde vermutlich zu einem Kilo mehr auf den Rippen führen. Ich muss los.
Was bleibt? Eine wunderbare Tour. Wo es mir am besten gefallen hat, kann ich nicht sagen. Was ich weiß, ist, dass ich, sollte ich noch einmal in die Steiermark reisen, von hinten anfangen würde. Also erst in den Süden, dann zu den Thermen und erloschenen Vulkanen, anschließend in den Osten und dann in die Dachstein-Region. Vielleicht sind dann dort auch keine bissigen Flugameisen mehr unterwegs, die es auf mich abgesehen haben.
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Ob von Norden, Süden, Westen oder Osten – die Anreise in die Steiermark ist mit dem Auto von überall aus möglich. Auf öster reichischen Autobahnen und Schnellstraßen gilt Vignettenpflicht; sie kostet für die Dauer von (neu) einem Tag 9,60 Euro, für zehn Tage 12,80 Euro, für zwei Monate 32 Euro oder als Ganzjahresvig nette 106,80 Euro. Erhältlich ist das „Pickerl“ an über 6.000 Ver kaufsstellen wie Tankstellen und an den Grenz übergängen sowie als digitale Version im Mautshop der Asfinag.
Der Fernbus-Anbieter FlixBus fährt aus zahlreichen europäischen Städten günstig nach Graz, Liezen, Leoben oder Pinggau in der Oststeiermark. Der Thermenlandbus bedient die Strecke von Wien zu den sechs Thermen im Thermen- & Vulkanland.
Durch den neuen Koralmtunnel ist es mit der Bahn attraktiver und schneller geworden, es gibt auch mehr Verbindungen als früher. Info steiermark.com/suedbahn https://www.unsereoebb.at/de/suedstrecke
Der einzige internationale Verkehrsflughafen in der Steiermark ist der Flughafen Graz. Alternativ über den Salzburg Airport oder den Flughafen Wien und dann mit dem Zug weiter nach Graz.
Ausgangspunkt unserer Steiermark-Rundreise war das Hotel Hartweger’s. Es liegt im Westen der Steiermark in Haus im Ennstal. Das Hotel hat sich in den vergangenen Jahren auf sport liche Gäste spezialisiert – insbesondere auf Rennradfahrer. Das liegt auch daran, dass Hotelchef Heinz Hartweger selbst begeis terter Radsportler ist. Info https://www.hotel-hartweger.at/
Reizvoller Treffpunkt für alle Fahrradbegeisterten ist „Friesi’s Bikery“ in Gleisdorf. Die Brüder Simon und Michael Friesenbich ler betreiben dort, rund 20 Kilometer von Graz entfernt, einen sehr gut ausgestatteten Bike-Shop. Info https://www.testyournext.com/
Unsere Radtour führte an dem Tag über die legendäre Christoph-Strasser-Runde, die dem erfolgreichen Extrem-Radsportler und mehrmaligen Sieger der Race Across America gewidmet ist. Ein empfehlenswerter Pausenplatz ist die Weizerhütte in St. Kathrein am Offenegg. Gastgeber sind die Zwillingsbrüder Alexan der und Christoph Pöllabauer. Obwohl erst 23 Jahre alt, haben sie bei beruflichen Stationen in Österreich und im benachbarten Ausland schon viele Erfahrungen gesammelt. Info https://www.weizerhuette.at/
Sehenswert
Inmitten von Pöllau erheben sich das Schloss bzw. ehemalige Augustiner-Chorherrenstift Pöllau. Der Grundriss der Kirche und der mächtige Kuppelbau wur den dem Petersdom in Rom nachempfunden – weshalb das Bauwerk oft als „Steirischer Petersdom“ bezeichnet wird. Die Stiftskirche aus dem Hochbarock ist insbesondere für ihre großformatigen und kunstvollen Fresken bekannt. Schlossbesichtigungen sind im Rahmen einer Führung möglich.
Info https://www.schloesserstrasse.com/de/schloss-poellau
Das Thermen- & Vulkanland ist eine Tourismusregion, die geografisch zur Südost- bzw. Oststeiermark gehört. Sie wird im Wesentlichen getragen von den Thermenstandorten Bad Radkersburg, Bad Gleichenberg, Bad Loipersdorf, Bad Waltersdorf, Bad Blumau und Sebersdorf. Wenn man ins Genusshotel Riegersburg (im gleichnamigen Ort) kommt, ist man schnell ein wenig überwältigt. Und zwar vom Blick auf die gegenüberliegende Burg, die ebenfalls Riegersburg heißt. Stolz und mächtig thront sie auf dem 482 Meter hohen Vulkanfelsen. In all den Jahrhunderten ihres Bestehens konnte die Riegersburg nie erobert werden.
Info https://www.genusshotel-riegersburg.at/
Vulcania 300
Auf dem nach Aussage seines Erfinders Jürgen Höfler längsten zusammenhängenden Radrundweg Österreichs radelt man fast immer abseits dicht befahrener Straßen. Der Rundkurs führt durch Dutzende von Ortschaften und Gemeinden im Thermen- & Vulkanland, das von den Kegeln erloschener Vulkane geprägt ist. Es geht durch idyllische Natur, riesige Obstplantagen – und gelegentlich auch ein paar saubere Steigungen hinauf.
Info https://vulcania300.bike/
Wer auf der langen Vulcania-Tour Kaloriennachschub benötigt, könnte bei Franz Maitz in der Kaffeerösterei Maitz in St. Anna am Aigen einkehren. Neben Kaffeespezialitäten gibt’s dort leckere Süßigkeiten.
Info https://www.maitz-kaffee.at/
Es gibt Hotels, in denen sind Rennradfahrer willkommen. Und dann gibt es Thomas Pichler vom Weinlandhof in Gamlitz. Er hat sein neu umgebautes Hotel geradezu auf Radsportler ausgerichtet: Jedes Frühjahr läutet der begeisterte Rennradler die Saison mit dem „Woam Foahn“-Angebot ein, weil dank des milden Klimas die Rennradsaison hier schon im März startet (und bis in den späten November andauert). Die Gäste erwarten sanft geschwungene Straßen durch die malerische Hügellandschaft der Südsteiermark, vorbei an Weinbergen, gemütlichen Buschenschänken und zahlreichen weiteren Einkehrmöglichkeiten.
Info https://www.weinlandhof.at/
TIPP
Nach vier Tagen in der Steiermark könnte man eine gewisse Abhängigkeit vom steirischen Kernöl entwickelt haben. In diesem Fall lohnt ein Besuch der Ölmühle Hartlieb, einst eine Getreidemühle mit Sägewerk. Die Hartliebs eröffneten schon 1990 das landesweit erste „Kernölmuseum“. Info https://www.hartlieb.at/
Die Steiermark ist das zweitgrößte Bundesland Österreichs. Es grenzt an die Bundesländer Kärnten, Salzburg,Oberösterreich, Niederösterreich, das Burgenland – und im Süden an Slowenien. Hauptstadt und die nach Einwohnern größte Stadt der Steiermark ist Graz.
Das Bundesland ist geprägt von landschaftlicher Vielfalt. Sie reicht vom alpinen Norden rund um den 2.995 Meter hohen Dachstein und die Gebirgsgruppe Gesäuse. Nach Süden und Osten hin flacht das Gelände ab und geht in das wellige Thermen- und Vulkanland sowie die Weinberge über. Abseits der großen Bundesstraßen verfügt das Bundesland über ein dichtes Netz an asphaltierten Güterwegen und verkehrsarmen Nebenstraßen, die sich ideal für lange Ausfahrten eignen.
Die Süd- und Oststeiermark zeichnen sich durch ein ständiges, rhythmisches Auf und Ab aus. Die Anstiege durch die Weinberge sind oft kurz, können aber extrem steil sein. Durch das fast schon mediterrane Klima im Süden beginnt die Rennradsaison dort deutlich früher als in den inneralpinen Tälern und reicht oft bis weit in den milden Herbst hinein.
Keine Rennradtour in der Steiermark ist komplett ohne die Einkehr in eine traditionelle Buschenschank oder ein Gasthaus. Regionale Spezialitäten sind oft geprägt durch das berühmte steirische Kürbiskernöl
Von Weißenbach bei Haus geht’s entlang des Ennsradwegs, über Assach nach Pruggern, dann weiter Richtung Öblarn. Dann führt die Route zum Mitterberg, nach Gröbming auf den legendären Stoderzinken. Das „Friedenskircherl“ lockt zahlreiche Ausflügler. Der Anstieg überwindet mehr als zwölf Kilometer und 1.075 Höhenmeter. Von der höchstgelegenen Panoramastraße der Steiermark eröffnen sich weite Ausblicke über das gesamte Ennstal.
Die Route folgt im Wesentlichen der „Christoph-Strasser-Runde“, kürzt die insgesamt 217 Kilometer und 3.870 Höhenmeter aber ab. Sie führt vom Bike-Store in Gleisdorf in den Naturpark Almenland, dann weiter nach Pöllau und Hartberg; besonders reizvoll ist der Abschnitt zwischen der Teichalm, der Sommeralm und der Stoakoglhütte.
Die Route basiert auf der „Vulcania 300“, dem längsten zusammenhängenden Radrundweg Österreichs. Dieser Ausschnitt beschränkt sich aber auf eine kurze, entspannte Runde um die Riegersburg.
Die Tour startet in Leutschach an der Weinstraße, der größten Weinbaugemeinde in der Steiermark, und führt dann entlang der alten Kellerstraße zur Südsteirischen Weinstraße.
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