Sebastian Lindner
· 23.08.2026
Le Court hatte die einzige Etappe gewonnen, auf der Wiebes nicht siegreich war, und sich damit genügend Polster erarbeitet, um am Ende mit 19 Sekunden Vorsprung auf Wiebes zu gewinnen. Lippert wurde mit 24 Sekunden Rückstand Dritte.
Das Wiebes noch die Chance bekam, nach 124 Kilometern um den englischen Kurort Royal Leamington Spa um den Sieg und damit Rang zwei im Gesamtergebnis zu kämpfen, verdankte sie der Nachführarbeit ihres Teams, das die Ausreißerinnen des Tages erst 1300 Meter vor dem Ziel einfing. An zwei Hügeln im Etappenverlauf hatten zuvor Lippert und Le Court noch versucht, Wiebes abzuschütteln, waren damit aber gescheitert. Wiebes’ vier Siege aus fünf Etappen sind Rekord auf der Insel.
Ebenso wie die insgesamt elf, die nun über alle Jahre auf ihrem Tour-of-Britain-Konto stehen. Das sind mehr als jede andere Frau - und auch als jeder andere Mann in der entsprechenden Veranstaltung. Damit übertrumpfte sie den bisherigen Rekordhalter Mark Cavendish. “Es ist immer ein gutes Gefühl, zu gewinnen fühlt sich gut an, daher bin ich froh, die Woche mit vier Siegen abzuschließen”, sagte sie. “Dieses Jahr war es jedoch ein voller Erfolg, und damit können wir wirklich zufrieden sein.“
Auch Le Court war voller Freude nach ihrem Ergebnis, ihrem ersten Rundfahrtsieg ihrer Karriere. “Dieser Sieg bedeutet mir und dem Team sehr viel. 2015 war ich hier und bin als Letzter ins Ziel gekommen, daher hatte ich in der Vergangenheit keine guten Erfahrungen mit der Tour of Britain gemacht. Das ist mein dritter Versuch, und ich habe gesagt, wenn ich eine gute Tour fahre und mit einem Erfolg abschließe, würde ich nicht zurückkommen – aber das ist nur so gesagt. Man weiß ja nie, und wir werden sehen, was das nächste Jahr bringt.“
Am Schlusstag verteidigten neben Le Court auch Wiebes (Punktewertung), Lauren Dickson (FDJ United - SUEZ / Bergwertung) und Fleur Moors (Lidl - Trek / Nachwuchswertung) ihre Trikots.
Nachdem ein erster Ausreißversuch schnell unterbunden wurde, setzte sich im zweiten Anlauf ein Trio ab. Eva van Agt (FDJ United - SUEZ), Sara Martín (Movistar Team) und Alice Towers (Britische Nationalmannschaft) arbeiten sich zwischenzeitlich bis zu drei Minuten Vorsprung heraus.
Auf der weitgehend flachen Etappe wurde es erst etwas unruhig, als 40 Kilometer vor dem Ziel ein erster größer Hügel auf dem Plan stand. Eine neunköpfige Gruppe um Wiebes, Le Court und Lippert konnte sich dort ein paar Sekunden herausfahren. Doch nachhaltig war die Lücke nicht. Unter der Tempoverschärfung litt jedoch der Vorsprung der Ausreißerin.
Über den letzten Anstieg des Tages 30 Kilometer fuhr eine 25-köpfige Hauptgruppe, aus der sich aufgrund eines hohen Tempos aber niemand mehr lösen konnte. Dennoch taten sich die Verfolgerinnen auch nach anwachsen der Gruppe schwer, die immer noch führenden Ausreißerinnen zu stellen. Erst 1300 Meter vor dem Ziel war der Zusammenschluss hergestellt. Dann machte Wiebes das, was sie am besten kann: Sprinten und gewinnen.
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