Lloyds Tour of Britain 2026Strecke und Favoritinnen der britischen Rundfahrt

Leon Weidner

 · 18.08.2026

Lloyds Tour of Britain 2026: Strecke und Favoritinnen der britischen RundfahrtFoto: Getty Images/Alex Broadway
Die Siegerin der Lloyds Tour of Britain 2025: Ally Wollaston
Die Tour of Britain der Frauen ist vom 19. bis 23. August der Wiedereinstieg in den WorldTour-Kalender nach der Tour de France. Gleichzeitig ist es eines der letzten großen Rennen der Saison.

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Im Gegensatz zu den beiden vergangenen Austragungen kehrt die Tour of Britain Women 2026 wieder zum Format mit fünf Etappen zurück. Damit erhält die wichtigste Frauen-Rundfahrt Großbritanniens einen zusätzlichen Renntag, der die Gesamtwertung noch einmal deutlich offener und anspruchsvoller macht.

Gleichzeitig markiert das Rennen die Rückkehr des Women's WorldTour-Kalenders nach der Tour de France Femmes. Nach der größten Rundfahrt des Jahres haben die Fahrerinnen erstmals wieder die Gelegenheit, auf höchstem Niveau um wichtige Siege und Punkte zu kämpfen. Die Bedeutung des Rennens wird zusätzlich dadurch unterstrichen, dass die Tour of Britain Women bereits das drittletzte WorldTour-Rennen der Saison ist. Nach dem Wegfall der Tour de Romandie Féminin und der Tour of Guangxi Women stehen im Kalender nur noch zwei weitere WorldTour-Rennen an, ehe die Saison auf höchster Ebene endet.

Die 11. Ausgabe der Rundfahrt startet am Mittwoch in Cockermouth und endet am Sonntag in Royal Leamington Spa. Durch die zusätzliche fünfte Etappe gibt es zudem mehr Möglichkeiten, Zeit gutzumachen oder zu verlieren. Die Gesamtwertung dürfte deshalb bis zum Finale in Royal Leamington Spa offen bleiben und für Spannung bis zum letzten Tag sorgen, da es bei der Rundfahrt in Großbritannien stets um wenige Sekunden geht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Termin: 19. bis 23. August
  • Distanz: 635,9 Kilometer
  • Start: Cockermouth, Ziel: Royal Leamington Spa
  • Profil: fünf wellige Etappen
  • UCI-Kategorie: WorldTour
  • Premiere: 2014, 11. Austragung

Die Strecke der Tour of Britain 2026

Ein Prolog wie bei der Deutschland Tour? Fehlanzeige! Bei der Tour of Britain der Frauen geht es direkt mit einer richtig schweren Etappe los. Mit 158,9 Kilometern und über 1900 Höhenmetern gibt es definitiv kein Einrollen für die Fahrerinnen. Ganz besonders deshalb nicht, weil es bei dieser Rundfahrt auf jede Sekunde ankommt. Das hat die Vorjahressiegerin Ally Wollaston gezeigt, die keine einzige Etappe gewann, am Ende im Gesamtklassement trotzdem ganz vorne stand. Auch in diesem Jahr kann Seitenwind wieder eine entscheidende Rolle spielen. Die entscheidenden Anstiege gilt es in der zweiten Rennhälfte zu bewältigen, die letzten Kilometer bis ins Ziel geht es jedoch eher bergab.

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Erst flach dann steil

Mit dem Waddington Fell und Nick O’Pendle warten die beiden Anstiege der zweiten Etappe bereits zu Beginn des deutlich kürzeren Abschnitts der Rundfahrt. Ab Kilometer 37 nach Start ist die Strecke nahezu brettflach. Ganz klar ein Tag für die Sprinterinnen.

Auch die dritte Etappe bemisst nur knap 105 Kilometer, das Finale hat es aber in sich. Die letzten 2,5 Kilometer verlaufen bei 6,1 Prozent bergauf, mit kurzen Rampen bis zu 15 Prozent. Hier könnte sich die Rundfahrt bereits entscheiden.

Finale!

Etappe vier verspricht ebenfalls spannend bis zur Ziellinie zu sein. Nach ständigem Auf und Ab heißt es nur 17 Kilometer vor der Ziellinie noch einmal alles geben. Es sind zwar nur 700 Meter, die die Fahrerinnen den Clyro Hill hinauf müssen, bei sieben Prozent darf man sich hier jedoch keine Schwäche erlauben. Nach der Abfahrt geht es flach bis ins Ziel.

Mit deutlich weniger Höhenmetern wartet die finale Etappe auf. Auch die kurzen Anstiege nach der Hälfte der Strecke dürften nur für minimale Veränderungen im Gesamtklassement sorgen.

Das sind die Favoritinnen der Tour of Britain

​Titelverteidigerin Ally Wollaston zählt auch in diesem Jahr wieder zum Favoritenkreis. Die Fahrerin von FDJ United - Suez bringt das Profil für die Tour of Britain perfekt auf den Punkt: stark an kurzen Anstiegen, robust im Klassikerterrain und schnell im Sprint kleiner Gruppen. Zwar ist die Rundfahrt 2026 etwas anspruchsvoller geworden als im Vorjahr, doch genau diese Vielseitigkeit macht die Neuseeländerin erneut zu einer ernsthaften Anwärterin auf das Gesamtklassement. Die ganz große Topfavoritin ist sie allerdings nicht.

Diesen Status nimmt Lotte Kopecky ein. Die Belgierin von SD Worx - Protime hat nach einer schwierigeren Phase fast wieder zu ihrer gewohnten Stärke zurückgefunden und in dieser Saison zahlreiche Topresultate eingefahren. Das Profil der Tour of Britain mit Kopfsteinpflaster, kurzen Anstiegen und explosiven Finals scheint wie für sie gemacht. Entsprechend geht Kopecky als die Fahrerin ins Rennen, die es zu schlagen gilt.

Direkt hinter ihr ist vor allem Kim Le Court Pienaar einzuordnen. Die Fahrerin von AG Insurance - Soudal präsentiert sich seit Monaten in bestechender Form, übersteht selbst steilere Anstiege problemlos und verfügt gleichzeitig über einen starken Sprint aus Gruppen heraus. Gemeinsam mit Wollaston zählt sie zur größten Herausforderin von Kopecky.

Zum erweiterten Kreis der Favoritinnen gehören außerdem Zoe Bäckstedt (Canyon//SRAM), Karelijn Swinkels (UAE Team ADQ) sowie die beiden Visma-Fahrerinnen Femke de Vries und Nienke Veenhoven. Alle vier bringen die nötigen Qualitäten für das abwechslungsreiche Profil mit und könnten von einem offenen Rennverlauf profitieren.

Etwas geringer sind die Chancen dagegen bei Letizia Borghesi und der Deutschen Liane Lippert. Beide verfügen über die Klasse, auf einzelnen Etappen Akzente zu setzen, für den Gesamtsieg müsste jedoch vieles perfekt zusammenlaufen. Das gilt insbesondere auch deshalb, weil Movistar auf ihr Klassikerspezialistin Cat Ferguson verzichten muss. Die Britin wurde im vergangenen Jahr Zweite der Rundfahrt, steht nach ihrem schweren Sturz auf der ersten Etappe der Italien-Rundfahrt diesmal jedoch nicht am Start. Ihre Abwesenheit nimmt dem Rennen eine weitere potenzielle Sieganwärterin.

Tour of Britain 2026: TV-Übertragung & Live-Stream

Die Tour of Britain wird 2026 mit einer Ausnahme nicht im TV zu sehen sein. Die erste Etappe wird in Teilen bei Eurosport übertragen. Beim kostenpflichtigen Streamingdienst discovery+ gibt es jedoch zu jeder Etappe einen Livestream .

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Leon Weidner

Redakteur

Leon Philip Weidner ist Kölner, verfolgt den Profi-Radsport intensiv und ist selbst leidenschaftlich auf dem Rennrad unterwegs. Neben langen Kilometern im Sattel des Straßenrads sitzt er auch regelmäßig auf dem Zeitfahrrad – stets mit dem nächsten Triathlon im Blick. Seine Expertise verbindet sportliche Praxis mit Szenewissen.

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