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Das Specialized Diverge 4 Sport Alloy zeigt sich in unserem BIKE-Check als ausgewogener Allrounder für Gravel-Einsteiger. Geometrie, Fahrgefühl und Vielseitigkeit überzeugen, die Ausstattung ist zweckmäßig. Limitierend wirkt die 11-fach Shimano Cues. Die ist mit ihrer Linkglide-Kassette zwar robust, schwächelt aber bei Bandbreite und Gangabstufung. Wer ein solides, wertstabiles Markenrad sucht und das Gewicht vernachlässigen kann, findet im Diverge 4 Sport Alloy aber ein vielseitiges Bike.S
In den letzten Jahren hat sich das Gravelbike von einer Nische zum absoluten Megatrend entwickelt. Mittendrin statt nur dabei: die US-Kultschmiede Specialized. Mit dem Diverge 4 Sport Alloy senden die Kalifornier ein starkes Signal an alle, die ein wertiges, aber bezahlbares Einstiegsmodell mit hohem Markenimage suchen. Als günstigstes Aluminium-Modell in der aktuellen Diverge-Familie richtet es sich gezielt an Gravel-Neulinge, Pendler und Tourenfahrer, die ein robustes „Do-it-all“-Bike für den Alltag und das Wochenende suchen. Der Einsatzbereich ist breit: Es schließt die Lücke zwischen asphaltierten Straßen, Waldwegen und anspruchsvollen Schotter-Trails. Der Fokus liegt dank Alu-Chassis und robustem Shimano-Cues-Antrieb mehr auf Haltbarkeit als auf Performance.
Um das Diverge 4 Sport Alloy richtig einzuordnen, lohnt sich ein Blick auf die vielseitige Gravel-Palette von Specialized. Die Marke unterteilt ihr Offroad-Segment in drei Modelllinien:
Innerhalb dieser Linien bestimmt die Nomenklatur die Ausstattung und das Rahmenmaterial. Bei den Carbon-Modellen reicht die Hierarchie von den absoluten High-End-Plattformen Pro und Expert über die gehobene Mittelklasse Comp bis hin zum Einstiegs-Carbonmodell Sport.
Wer Aluminium bevorzugt, findet in der Alloy-Linie die Modelle Comp und das hier vorgestellte Sport. Je nach Modellvariante lässt Specialized den Fahrern zudem oft die Wahl zwischen den beiden Komponenten-Riesen Shimano und Sram.
Preislich bewegt sich die Welt von Specialized in einer breiten Spanne. Während die S-Works- und Pro-Carbon-Modelle locker die Marke von 7.000 bis über 10.000 Euro knacken können, positionieren sich die Comp-Carbon-Modelle meist im Bereich zwischen 3.500 und 5.000 Euro. Das Diverge 4 Sport Alloy bildet hier den sympathischen Gegenpol: Es ermöglicht den Einstieg in die Premium-Markenwelt bereits für 2.299 Euro und schont somit den Geldbeutel spürbar.
Specialized spendiert dem Aluminium-Modell exakt dieselbe ausgewogene Geometrie, die auch die teuren Carbon-Geschwister auszeichnet. Im Vergleich zu reinrassigen, aggressiven Race-Gravelbikes fällt hier der Reach etwas länger und der Lenkwinkel etwas flacher aus. Das Vorderrad wandert dadurch weiter nach vorne. Zusammen mit den 430er Kettenstreben sorgt dies für eine hohe Laufruhe – das Bike vermittelt bei schnellen Schotterabfahrten Sicherheit.
Der spürbar höhere Stack in Kombination mit einem moderaten Sitzrohrwinkel sorgt für eine angenehm aufrechte, langstreckentaugliche Sitzposition. Man sitzt mehr „im“ als „auf“ dem Rad. Während reine Race-Bikes im Antritt einen Tick spritziger wirken, punktet das Diverge auf rauen Untergründen und langen Distanzen mit Komfort und Kontrolle. Dazu trägt auch das Future Shock 3.1, das Federungssystem von Specialized, bei. Das im Steuerrohr versteckte System liefert einen hydraulisch gedämpften Federweg von 20 mm und filtert recht effektiv die Vibrationen auf rauem Geläuf heraus. Allerdings drückt die Federung auch auf die Wage: Mit 10,2 Kilo (Rahmengröße 52) ist das Diverge 4 Alloy kein Leichtgewicht.
| Rahmen-höhe | 49 | 52 | 54 | 56 | 58 | 61 |
| Kurbellänge | 170 mm | 170 mm | 172,5 mm | 172,5 mm | 175 mm | 175 mm |
| Lenkerbreite | 380 mm | 400 mm | 420 mm | 420 mm | 440 mm | 440 mm |
| Vorbaulänge | 60 mm | 70 mm | 80 mm | 90 mm | 100 mm | 100 mm |
| Sattelbreite | 155 mm | 155 mm | 143 mm | 143 mm | 143 mm | 143 mm |
| Länge Sattelstütze | 350 mm | 350 mm | 400 mm | 400 mm | 400 mm | 400 mm |
| Stack | 563 mm | 578 mm | 592 mm | 610 mm | 634 mm | 659 mm |
| Reach | 365 mm | 374 mm | 387 mm | 400 mm | 412 mm | 425 mm |
| Steuerrohr-länge | 90 mm | 104 mm | 116 mm | 135 mm | 161 mm | 187 mm |
| Steuerrohr-winkel | 70° | 70,5° | 71° | 71° | 71° | 71° |
| Tretlagerab-senkung | 85 mm | 85 mm | 85 mm | 85 mm | 85 mm | 85 mm |
| Nachlauf | 72 mm | 68 mm | 65 mm | 65 mm | 65 mm | 65 mm |
| Gabellänge (komplett) | 391 mm | 391 mm | 391 mm | 391 mm | 391 mm | 391 mm |
| Gabelver-satz / Offset | 55 mm | 55 mm | 55 mm | 55 mm | 55 mm | 55 mm |
| Kettenstre-benlänge | 430 mm | 430 mm | 430 mm | 430 mm | 430 mm | 430 mm |
| Radstand | 1019 mm | 1031 mm | 1041 mm | 1060 mm | 1081 mm | 1102 mm |
| Oberrohr-länge | 521 mm | 537 mm | 556 mm | 575 mm | 593 mm | 613 mm |
| Überstands-höhe | 700 mm | 725 mm | 754 mm | 779 mm | 805 mm | 832 mm |
| Sitzrohr-länge | 400 mm | 430 mm | 470 mm | 500 mm | 530 mm | 560 mm |
| Sitzrohr-winkel | 74,5° | 74° | 74° | 74° | 74° | 74° |
Fragt man sich, ob sich der Aufpreis von 1200 Euro zum Diverge Sport Carbon lohnt, zeigt der Blick aufs Detail: Die Geometrie ist absolut identisch, weshalb sich das grundlegende Handling und die Sitzposition kaum unterscheiden.
Der größte Unterschied liegt logischerweise im Rahmenmaterial. Während das Carbon-Modell etwa ein Kilo leichter ist und bauartbedingt am Hinterbau etwas besser dämpft, kontert das Sport Alloy mit unkomplizierter Robustheit. Wer sein Rad im Alltag an Fahrradständer kettet oder Packtaschen für das Bikepacking montiert, muss sich beim E5-Aluminiumrahmen keinerlei Sorgen machen. In puncto Rahmen-Features bietet das Alu-Modell dank zahlreicher Anschraubpunkte an Rahmen und Gabel sogar mehr Flexibilität für Gepäckträger und Schutzbleche. Klares Plus für das Carbon-Modell: Mit der 12-fach Shimano GRX mit 10-51er Kassette bietet der Antrieb die größere Bandbreite und feinere Gang-Abstufung.
Wie schlägt sich das Diverge 4 Sport Alloy nun in der Praxis? Wer unseren Test des sündhaft teuren Diverge Expert AXS im Kopf hat (s. Link unten), weiß um die ausgewogene Fahrposition und den hohen Komfort dank Future Shock Dämpfung. Damit kann auch das Alu-Modell punkten. Schon auf den ersten Metern vermittelt das Rad die gleiche, vertrauenerweckende Spurtreue wie das High-End-Modell. Dank der steifen Carbon-Gabel lenkt das Bike präzise ein. Die Shimano CUES Schaltung entpuppt sich im Gelände als gutes Match: Die Gänge wechseln unter Last knackig und zuverlässig, die Kette bleibt dank gedämpftem Schaltwerk auch auf ruppigen Wurzelpassagen da, wo sie hingehört. Ja, im steilen Anstieg spürt man das höhere Gesamtgewicht im Vergleich zu einem 5.000-Euro-Carbon-Boliden. Und ein kleinerer Klettergang wäre ebenfalls hilfreich. Doch sobald der Weg flacher wird oder es bergab geht, rollt das Diverge Alloy wie auf Schienen über Stock und Stein.

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