Gravelbike KaufberatungIch kaufe das Specialized Diverge - aber welches nur?

Laurin Lehner

 · 02.05.2026

Specialized Diverge ja, doch welches Modell und welche Farbe? Frage über Fragen! ...
Foto: Dimitri Lehner
Redakteur Laurin möchte sich für die neue Saison ein Specialized Gravelbike zulegen – doch die große Auswahl an Modellen, Ausstattungsvarianten und Farben macht die Entscheidung schwer. Kurz: die klassische Qual der Wahl beim Gravelbike-Kauf.

Die Saison steht bevor und ich will ein Gravelbike aus gleich mehreren Gründen: a) Im Sommer brauch ich ein Projekt - so wie letztes Jahr - Von München an die Ostsee. b) Ich will damit Oberbayern und das Allgäu erkunden und das möglichst fern von Straßen, daher Gravel und kein Rennrad. c) Räder kann man nicht genug haben.

Egal ob Scheibenwischerblatt, Akkubohrer oder Socken - ich bin einer dieser Käufer, der aus Prinzip viele Nächte drüber schlafen muss. Heißt: Die gewünschten Produkte liegen meist erst mal im digitalen Einkaufskorb bis ich mich irgendwann commiten kann auf den Kauf-Button zu drücken.

Natürlich haben Verkäufer passende Begriffe hierfür:

1) Driver (schnell, entscheidungsstark, zielorientiert)

2) Analytical (faktenbasiert, vorsichtig)

3) Amiable (harmonieorientiert, beziehungsfokussiert)

4) Expressive (emotional, begeisterungsfähig)

Ich bin wohl eine Mischung aus 2 und 3, denke ich. Immerhin habe ich schon ein Modell im Visier: das Specialized Diverge. Eines der zwei Gravelbikes im Specialized-Programm (dazu gibt es noch eine E-Variante namens Creo). Die Alternative zum Diverge heißt Crux.

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Die Beschreibung des Diverge klingt für mich passender: weniger „wettkampferprobt“, eher „abenteuertauglich“. Genau das will ich natürlich – etwas erleben, irgendwo in Deutschland im Sommer.

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Die Diverge-Modelle: Die Qual der Wahl

Es gibt sechs Modelle. Von 2299 Euro bis 7999 Euro.

Das Einsteiger Modell Specialized Diverge 4 Sport für 2299 Euro (2 Farben) mit Shimano Cues Bremsen, Cues Antrieb und Alurahmen und Alu-Laufräder. Gewicht: 10,74 Kilo laut Hersteller. Puh, das scheint mir viel. Klar ist aber auch: Bei Specialized zahlt man den Namen mit, da bleibt wenig Budget bei der Ausstattung bei 2299 Euro >> hier reduziert erhältlich.

Das Specialized Diverge 4 Comp schaltet mit Sram Apex und bremst mit Sram Apex Bremsen. Auch Alu, dazu Alu-Laufräder von Dt-Swiss. Gewicht: 10,6 Kilo (Herstellerangabe). Hier gibts gleich drei Farben zur Auswahl. Preis: 2799 Euro >> hier reduziert erhältlich.

Das Diverge 4 Sport Carbon kommt mit Carbonrahmen daher. Das drückt das Gewicht knapp unter 10-Kilo (9,79 Kilo laut Hersteller). Dazu gibts eine Carbon-Sattelstütze, Shimano GRX-Bremsen und Antrieb und DT-Swiss G540 Laufräder. Preis: 3499 Euro - drei Farben, unter anderen das schicke Emmerald Metallic und Deep Orange >> hier reduziert erhältlich.

Diverge 4 Comp: Das Gewicht bleibt nahezu gleich zum 4 Sport Carbon Modell. Dafür schaltet man hier elektrisch mit Sram Apex AXS Schaltung und bremst mit Sram Apex-Bremsen. Auch hier DT Swiss G540 Felgen. Das Diverge 4 Comp Carbon kostet 4499 Euro - jetzt wirds teurer >> hier reduziert erhältlich.

Diverge 4 Expert: Im Expert-Modell steckt viel Shimano, unter anderem die neuen Shimano GRX Bremsen, geschaltet wird elektrisch mit GRX Di2. Gewichtstechnisch liegt das Gewicht unter 9 Kilo (8,9 Kilo laut Hersteller) Drei Understatement-Farben stehen zur Auswahl. Preis: 6499 Euro >> hier erhältlich.

Diverge 4 Pro - das Topmodell. Gibts in einer Farbe (Bordeaux Metallic), mit den angesagtesten Sram Anbauteilen: Force E1 Bremsen und Force AXS Antrieb. Gewicht: 8,39 Kilo laut Specialized. Preis: 7999 Euro >> hier erhältlich. Autsch! Das wirds sicher nicht.

Zwischen-Fazit zu Modellen und Ausstattungen

Klar, bei Specialized bekommt man für 3.500 Euro weniger Ausstattung als bei Direktversendern wie Rose oder Canyon. Während man hier noch mechanisch schaltet, gibt es anderswo bereits elektronische Schaltungen. Das ist im Grunde wie beim Autokauf – der Name kostet. Weil leichte Gravelbikes attraktiver sind, tendiere ich zum Expert-Modell für 6.499 Euro. Die Vernunft sagt aber: Die Comp-Variante für 4.499 Euro muss reichen - die ist teuer genug.

Die Geometrie: Welche Größe solls sein?

Praktisch: Auf der Homepage kann man seine Größe eingeben, optional für eine bessere Empfehlung auch seine Innenbeinlänge, und bekommt dann die passende Rahmengröße ausgespuckt. Bei meinen 1,78 Metern empfiehlt Specialized eine Rahmengröße von 56 cm.
Darauf verlasse ich mich jetzt einfach.

Als Mountainbiker weiß ich: Verspielte Fahrer fahren gerne kürzere Rahmen, während Laufruhe-Fans längere bevorzugen. Wie ist das eigentlich bei Gravel-Bikern?

Bei Größe 56 beträgt der so wichtige Reach-Wert 400 mm. Der Reach (englisch für „Reichweite“) ist der horizontale Abstand von der Tretlagermitte zur Oberkante des Steuerrohrs. Er bestimmt maßgeblich, wie gestreckt oder aufrecht man auf dem Fahrrad sitzt – insbesondere in aktiver Fahrposition oder im Stehen. Ein längerer Reach sorgt für mehr Stabilität und Laufruhe, ein kürzerer für ein wendigeres Fahrverhalten. So ist das zumindest bei Mountainbikern. Wie ist das eigentlich bei Gravel-Bikern?

Beim Gravelbike sollte man weder einen zu großen noch einen zu kleinen Rahmen wählen: Ein zu großer führt zu einer gestreckten Haltung und kann Rückenprobleme verursachen, ein zu kleiner fühlt sich verkrampft an.

Gravelbikes sind generell etwas kompakter als Rennräder, weil man aufrechter und stabiler sitzt – besonders im Gelände. Deshalb wählt man oft eher die kleinere passende Größe für mehr Kontrolle.

Wenn man zwischen zwei Größen liegt, gilt: Die kleinere Größe ist agiler und komfortabler, die größere sportlicher weil gestreckter.

Probesitzen ist immer Ratsam.

Bald mehr – jetzt bestelle ich erstmal. Diesmal hoffentlich schneller als sonst.

Laurin Lehner

Laurin Lehner

Redakteur

Der gebürtige Südbadener Laurin Lehner ist laut eigenen Angaben ein lausiger Racer. Vielleicht fasziniert ihn deshalb kreatives, verspieltes Biken. Für ihn zählt nicht, wie schnell man von A nach B kommt, sondern was dazwischen passiert. Lehner schreibt Reportagen, interviewt Szene-Größen und testet Produkte und Bikes - am liebsten welche mit viel Federweg.

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