Dimitri Lehner
· 28.09.2026
Punktlandung. Wir wollten Gravelbikes bis maximal 3000 Euro testen – und Propain macht es exakt passend. Die Bikes des Versenders vom Bodensee kann sich der Kunde per Konfigurator nach Wunsch selbst zusammenstellen, daher sind die Preise fließend. Nebeneffekt: Das eröffnet dem Hersteller bei Komplettbike-Tests auch gewisse Argumentationsspielräume. Die Reifen sind zu breit? Dann wählt man einfach schmalere. Lenker lieber aus Carbon? Nur einen Mausklick entfernt! Propain schöpfte den Preisrahmen praktisch bis zum letzten Euro aus und verpasste dem Terrel eine elektronische Schaltung, die uns mit ihrer Präzision und harmonischen Abstimmung begeisterte.
Die Preise für das Terrel CF starten bei 2799 Euro und reichen in der Topausstattung bis über 7000 Euro. Zum Test schickte uns Propain das Bike in hellem Weiß mit schwarzen Decals. Sehr schick! Aber auch hier kann der Käufer zwischen vier Rahmenfarben und irre vielen Sticker-Varianten wählen. Das Design des Carbonrahmens mit seinen tief angesetzten Sitzstreben und kantig geformten Rohren wirkt edel. Noch besser gefällt jedoch die Ausstattung: Sie ist durchweg hochwertig gewählt und überzeugte im Test voll und ganz.
Propain ist, wie wir alle wissen, tief im MTB-Sport verwurzelt. Da verwundert es kaum, dass das Terrel – zumindest in diesem Setup – als das Mountainbike im Testfeld auftritt. Überbreiter Lenker, fette 50er-Reifen in Kombination mit dem flachsten Lenkwinkel (70,5) und einem üppigen Radstand: Diese Attribute machen das Terrel besonders geländegängig. Da biegt man auch gerne mal in einen ruppigen Wurzeltrail ab oder wählt mit viel Selbstvertrauen die Linie durchs Steinfeld.
Das Terrel erzeugt am meisten Fahrsicherheit und den höchsten Komfort im Testfeld. Bei der Lenkerbreite hat es Propain besonders gut gemeint: Der 440 Millimeter breite Lenker gibt einem das Gefühl, als packe man den Bullen bei den Hörnern! Das dicke Lenkerband greift sich ange- nehm und verstärkt diesen Eindruck – so gleitet man gelassen über Schotterwege und Waldpisten. Die breiten Schlappen verleiten eher zum Cruisen als zu Sprinteinlagen. Dafür dämpfen sie lästige Vibrationen und führen das Bike in Schräglagen sehr sicher. Mit knapp über neun Kilo lässt sich das Terrel dennoch gut beschleunigen.
Auf dem Terrel sitzt man etwas gestreckter, doch immer noch angenehm. Das prädestiniert das Rad für Overnighter-Touren und Langstrecke – ohne dass die Hände taub werden oder die Handgelenke schmerzen. Naturfreunde freuen sich über den leisen Freilauf – so rauscht man kaum hörbar durchs Grüne, ohne die Ruhe unnötig zu stören. Unser Tipp für alle, die es sich leisten können: Die Newmen-Carbonlaufräder kosten zwar 550 Euro Aufpreis im Propain-Konfigurator, doch sie verpassen dem Terrel eine Extraportion Spritzigkeit. Das macht sich auf langen Touren ebenso positiv bemerkbar wie bei der schnellen Feierabendrunde.
| Preis im Testaufbau | 3000 Euro |
| Einstiegspreis | ab 2799 Euro |
| Preis Topausstattung | über 7000 Euro |
| Gewicht | 9,3 kg |
| Rahmenmaterial | Carbon |
| Schaltung | Elektronische Schaltung |
| Reifenbreite | 50 mm |
| Lenkerbreite | 440 mm |
| Lenkwinkel | 70,5 Grad |
| Laufräder | Serienlaufräder, Newmen-Carbonlaufräder optional |
| Aufpreis Carbonlaufräder | 550 Euro |
| Farboptionen | Vier Rahmenfarben, verschiedene Sticker-Varianten |
| Charakter | Komfortorientiert, geländegängig, tourentauglich |
Das Propain ist ein Eyecatcher! Und ein Bike, auf dem man sich sofort wohlfühlt. Sehr komfortabel – da will man sofort dem Horizont entgegenfahren. An den eigenwilligen Lenker muss man sich gewöhnen, doch dann gefällt er.

Redakteur
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.