Kaufberatung GravelbikesKauf erst, wenn du diese Fragen beantworten kannst!

Laurin Lehner

 · 31.08.2026

Wer sein Gravelbike eher als Rennmaschine sieht und am liebsten Rennrad fahren würde, nur eben auf Schotter, achtet auf Gewicht, dünne schnelle Reifen und ein schmales, aerodynamisches Cockpit.
Foto: Wolfgang Papp
Gravelbiken boomt und viele stehen gerade vor einer Kaufentscheidung. Aber ist Gravelbike wirklich gleich Gravelbike? Wo liegen die Unterschiede, wo lässt sich sparen, und wo sollte man das besser nicht tun? Wir beantworten die sieben wichtigsten Fragen.

Kaum eine Bike-Kategorie wächst so stark wie das Gravelbike. Gleichzeitig steigen immer mehr Quereinsteiger ein, die mit dem Radfahren bisher wenig oder gar nichts zu tun hatten. Genau deshalb braucht es Orientierung, und zwar nicht nur für Einsteiger. Auch langjährige Mountainbiker oder Rennradfahrer verlieren bei den vielen Produktkategorien schnell den Überblick. Worin liegt also der Unterschied zwischen einem Gravelbike fürs Abenteuer und einem Modell für Rennen oder den Alltag in der Stadt?

Express-Ratgeber in 7 Schritten

In aller kürze die wichtigsten Punkte.

1. Wie viel Geld will ich ausgeben?

Man kennt die Frage vom Autoverkäufer. Genau wie bei jeder größeren Anschaffung sollte man sie sich auch beim Gravelbike stellen. Wer keinen Anhaltspunkt hat, wie viel ein ernsthaftes Gravelbike kostet, dem sei gesagt: Mehr als 3.000 Euro muss es nicht sein. Nach oben gibt's natürlich keine Grenzen. Besonders leichte Modelle sind vortriebsstark – aber auch teuer. Mit jedem Gewichtsschritt von 250 Gramm weniger muss man unverhältnismäßig tiefer in die Tasche greifen.

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2. Wie wichtig ist mir die Marke?

Markenaffinität ist nicht zu unterschätzen. Welche Marke verbinde ich mit einem coolen Image? Noch besser jedoch, wenn du frei von Markenzwang bist – denn dann kannst du richtig sparen, ohne bei der Performance Abstriche machen zu müssen. Versendermarken wie Radon, Axcess und Co. liefern ein erstklassiges Preis-Leistungs-Verhältnis, während man bei vielen begehrten Marken wie Specialized und Co. einen Teil des Preises schlicht für den Namen bezahlt.

3. Worauf kann ich verzichten, um zu sparen?

Eins vorweg: Viel mehr als 10 Kilo sollte dein Gravelbike nicht wiegen. Warum? Hier geht's zum passenden Artikel: >> Die Frage: Wie schwer darf ein Gravelbike sein? <<

Alles unter 8,5 Kilo wird meist teuer. Wer sparen will, greift besser zu Modellen um die 9 bis 9,5 Kilo – das ist der Sweet Spot. Elektroschaltungen liegen voll im Trend und haben durchaus ihre Vorteile (aber auch Nachteile). Wer sparen will, verzichtet besser darauf – denn das Feature schlägt ordentlich zu Buche.

4. Gefällt mir das Cockpit?

Das Cockpit ist die Schaltzentrale – und eine sehr persönliche Sache. Kurzum: Es sollte dir gefallen. Drops, Flare, schmal, breit – die Vorlieben sind hier sehr unterschiedlich. Genau deshalb solltest du hier keine Abstriche machen. Natürlich gewöhnt man sich auch an ein Cockpit, das einem anfangs nicht sofort liegt. Dennoch gilt: Du solltest gerne hingreifen wollen.

Ein etwas eigenwilliges Cockpit. Hier vom Propain Terrel. Wir nennen so was Steinbock-Cockpit. Doch nach einigen Fahrten störte es nicht mehr.Foto: Wolfgang PappEin etwas eigenwilliges Cockpit. Hier vom Propain Terrel. Wir nennen so was Steinbock-Cockpit. Doch nach einigen Fahrten störte es nicht mehr.

5. Soll ich beim Versender oder Fachhändler kaufen?

Eine echte Gretchenfrage. Natürlich gibt's auch heiße Deals beim Händler – dazu kommt persönliche Beratung. Und ist mal etwas kaputt, darf man sein Bike einfach in den Laden rollen, ohne ein schlechtes Gefühl dabei zu haben.

Auf der anderen Seite beraten auch Versender gut, wenn noch Fragen offen sind – und Servicepartner kümmern sich ums Bike, wenn ein Service oder Reparaturen anstehen.Kurzum: Versender liefern bis auf Ausnahmen (z. B. Cube) die besten Deals. Bei Fachhandelsmarken bekommt man dafür Image und mehr Exklusivität.

Versender Rose: Backroad FF. Ein besseres Preis/Leistungs-Verhältnis geht kaum.Foto: Dimitri LehnerVersender Rose: Backroad FF. Ein besseres Preis/Leistungs-Verhältnis geht kaum.

6. Gelände oder Waldweg?

Ähnlich wie Frage 1 ist auch diese unumgänglich. Denn um den richtigen Untersatz zu finden, solltest du wissen, was du damit machen willst. Wer krasse Anstiege in Angriff nehmen will, sollte vermutlich auf einen Zweifach-Antrieb setzen. Wer eher auf zahmen Strecken unterwegs ist und maximalen Vortrieb will, legt besser Wert auf schnelle Reifen. Und wer auch im Gelände Gas geben will, der sollte dicke, komfortable Reifen und ein breites Cockpit bevorzugen.

Das Canyon Grizl CF 7 im Gelände. Der breite Lenker hilft dabei.Foto: Wolfgang PappDas Canyon Grizl CF 7 im Gelände. Der breite Lenker hilft dabei.

7. Speed-Gravel oder XXL-Tour?

Willst du am Feierabend oder Wochenende mit Vmax über Waldwege und Schotter glühen – oder vor allem Touren mit Bikepacking-Taschen unternehmen und damit zur Arbeit pendeln? Wer ein gemütliches Bike mit Tourentauglichkeit sucht, muss nicht zu sehr aufs Gewicht achten. Räder um die 10 Kilo passen da gut. Netter Nebeneffekt: Die sind meist auch günstiger. Befestigungsmöglichkeiten für einen zweiten Flaschenhalter und Co. haben ohnehin die meisten Bikes. Auch ein eher voluminöser Reifen macht hier Sinn – mehr Volumen bedeutet mehr Komfort durch bessere Dämpfung.

Wer sein Gravelbike hingegen eher als Rennmaschine sieht und am liebsten Rennrad fahren würde, nur eben auf Schotter, achtet auf Gewicht, dünne schnelle Reifen und ein schmales, aerodynamisches Cockpit. Solche Bikes nennen sich Speedgravel-Bikes.

Gravelbikes in ihrem natürlichen Habitat.Foto: Laurin LehnerGravelbikes in ihrem natürlichen Habitat.

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Laurin Lehner

Laurin Lehner

Redakteur

Der gebürtige Südbadener Laurin Lehner ist laut eigenen Angaben ein lausiger Racer. Vielleicht fasziniert ihn deshalb kreatives, verspieltes Biken. Für ihn zählt nicht, wie schnell man von A nach B kommt, sondern was dazwischen passiert. Lehner schreibt Reportagen, interviewt Szene-Größen und testet Produkte und Bikes - am liebsten welche mit viel Federweg.

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