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Das Giant Revolt Advanced Pro 0 ist nicht wegen verstaubter Technik stark reduziert. Es gerät vielmehr unter Druck, weil Giant mit dem Revolt Advanced SL eine leichtere, aerodynamischere und UDH-kompatible Race-Plattform eingeführt hat. Für Käufer schafft genau das eine Gelegenheit. Wer ein vielseitiges Carbon-Gravelbike mit elektronischer 2x12-Schaltung sucht und nicht zwingend die jüngste Rahmenplattform fahren muss, bekommt hier einen fetten Preisvorteil. Entscheidend bleibt, ob die sportlich-komfortable Ausrichtung und die 2-fach-Übersetzung zum eigenen Einsatz passen.
Gravelbikes sind die derzeit gefragteste Fahrrad-Kategorie, und Gravel-Racebikes stehen besonders hoch im Kurs. Das mag der Grund sein, warum Giant seine erfolgreiche Revolt-Serie in der neuesten Modell-Generation noch schärfer in Richtung Performance getrimmt hat. Bislang wurde zwar nur das Top-Modell Revolt Advanced SL vorgestellt, aber man kann davon ausgehen, dass sukzessive weitere Modellausführungen auf die neue Rahmenplattform umgezogen werden. Daraus ergibt sich momentan ein gewisser Preisdruck auf die bestehenden Revolt-Modelle – Händler und Hersteller müssen Platz schaffen für neue Ware.
Das aktuelle Giant Revolt Advanced Pro 0 wird dadurch allerdings keinen Deut schlechter, es wird lediglich günstiger. Unter dem im Juni vorgestellten neuen Revolt Advanced SL ist das Pro 0 immer noch das Top-Modell im Giant-Lineup – ein schnelles, vielseitiges und top ausgestattetes Carbon-Gravelbike, das schon zum ehemaligen UVP von 6.499 Euro nicht überteuert wirkte.
Was unterscheidet die “alte” Plattform von der neuen Plattform, die vom Advanced SL angeführt wird?Die Sitzposition es neuen Revolt ist deutlich tiefer und gestreckter als bisher. Der neue Rahmen ist laut Giant auch 176 Gramm leichter, beim kompletten System will man 288 Gramm eingespart und zudem aerodynamische Vorteile herausgekitzelt haben. Das mag relevant sein für Gravelbiker, die um Sekunden kämpfen, für das Gros der ambitionierten Klientel dürfte das keine entscheidende Rolle spielen.
Der Mager-Kur wurden aber auch hilfreiche Features geopfert: Gepäckösen an Rahmen und Gabel: radikal reduziert. Das Staufach im Unterrohr und das Flip-Chip-Ausfallende zum Feintuning des Fahrverhaltens: Gestrichen, um möglichst viel Gewicht zu sparen. Auch Vorbereitungen für eine versenkbare Sattelstütze oder eine Federgabel, über die das Revolt Advanced Pro 0 verfügt, sind nicht mehr vorhanden. So wird aus einem schnellen Allrounder ein kompromissloser Gravel-Racer.
Bei der technischen Spezifikation des Rahmens gibt es einen markanten Unterschied. Das reduzierte Revolt Advanced Pro 0 nutzt einen klassischen 12x142-Millimeter-Steckachsen-Hinterbau mit Giant-spezifischem Schaltauge. Das neue Revolt Advanced SL bleibt zwar ebenfalls bei 12x142 Millimetern, setzt aber auf den inzwischen verbreiteten UDH-Standard. Das System ist robuster, erleichtert langfristig die Ersatzteilversorgung und schafft die Voraussetzung für moderne, direkt montierte SRAM-Transmission-Schaltwerke.
| Modell | Ehemalige UVP | Angebotspreis | Ersparnis |
| Giant Revolt Advanced Pro 0, Modelljahr 2026 | 6.499 Euro | 4.669 Euro >> hier erhältlich | 1.830 Euro, 28 Prozent |
Das Revolt Advanced Pro 0 ist als sportlicher Allrounder angelegt. Es soll auf Asphalt zügig rollen, auf festem und losem Schotter kontrollierbar bleiben und auf langen Touren nicht unnötig ermüden. Seine Geometrie ist dabei nicht extrem gestreckt. Das spricht Fahrer an, die Tempo wollen, aber keine kompromisslos harte Rennposition suchen.
Eine Besonderheit ist der Flip-Chip am Ausfallende. Damit lässt sich der Hinterbau in zwei Positionen fahren. In der hinteren Position wachsen die Kettenstreben um 10 mm auf 435 statt 425 mm, was das Bike für unruhige Untergründe etwas spurstabiler macht und auch die Reifenfreiheit erhöht.
Während neue Race-Gravelbikes zunehmend auf 1-fach-Antriebe setzen, fährt das Revolt Advanced Pro 0 mit SRAM Force AXS E1 2x12. Vorn arbeiten 43/30 Zähne, hinten eine 10-36-Kassette. Die Kombination bietet eine große Gesamtbandbreite und zugleich kleinere Gangsprünge als viele 1-fach-Setups.
Das ist vor allem für Fahrer interessant, die ihr Gravelbike als Trainingsrad nutzen, häufiger auf Asphalt fahren oder an langen Anstiegen eine fein abgestufte Übersetzung schätzen. Der Vorteil liegt nicht in einer pauschal besseren Technik, sondern im Einsatzbereich. Eine 1-fach-Schaltung reduziert Komplexität und ist im Renn- oder groben Offroad-Einsatz, wo Schaltvorgänge schnell wechseln, oft praktisch. Zwei Kettenblätter liefern dagegen auf schnellen Straßenpassagen und wechselnden Steigungen meist den passenderen Tritt.
Das Angebot ist besonders interessant für Fahrer, die ein hochwertig ausgestattetes Carbon-Gravelbike suchen, ohne zwingend auf die neueste Race-Plattform zu warten. Für 4.669 Euro gibt es eine elektronische Force-AXS-2x12-Schaltung, Carbon-Laufräder und Komponenten sowie einen Rahmen, dessen Geometrie und Reifenfreiheit flexibel anpassbar sind. Dieses Highend-Paket wird man bei brandneuen Modellen für diesen Preis definitiv nicht finden.
Der Abstand zum neuen Revolt Advanced SL ist allerdings real. Das neue Modell ist leichter, auf Aerodynamik getrimmt und UDH-kompatibel. Giant beziffert die Reduktion des Gesamtwiderstands gegenüber dem bisherigen Revolt Advanced Pro 0 auf bis zu 18,99 Watt. Das ist ein Herstellerwert und hängt stark von Geschwindigkeit, Reifen, Laufrädern und Fahrerposition ab. Für Rennfahrer, die konsequent auf Materialentwicklung und 1-fach-Transmission setzen, kann es sinnvoll sein, das neue Modell abzuwarten oder direkt zu vergleichen. Für ambitionierte Tourenfahrer, Marathonfahrer und schnelle Allroad-Piloten bleibt das Revolt Advanced Pro 0 dagegen ein sehr stimmiges Paket.

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