KTM Revelator Syro Prestige AXS 1x13KTMs Allround-Renner mit Gravel-Gruppe – Check

Sebastian Brust

 · 17.09.2026

Das 2027er KTM Revelator Syro Prestige in grüb-blau schimmerndem Effektlack namens Crystal Gecko.
Foto: Tobias Jochims

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​Das neue KTM Revelator Syro Prestige bietet eine ungewöhnliche Kombi: Carbon-Rahmen mit Aero-Anspruch, Endurance-Geometrie, SRAM Red AXS XPLR 1×13-Antrieb und integrierter Powermeter. Ein Paket, technisch auf aktuellem Stand, aber irgendwie zusammengewürfelt. Schauen wir uns das Aero-Rennrad mit Gravel-Schaltgruppe genauer an – der Check.

Themen in diesem Artikel

​Das KTM Revelator Syro Prestige AXS Powermeter ist kein klassisches Endurance-Bike. Dafür ist es möglicherweise zu speziell. Das liegt vor allem am Getriebe, denn mit der SRAM Red XPLR AXS 1×13 verbaut der österreichische Hersteller die edle Einfach-Schaltgruppe mit einem 48er-Kettenblatt.

Die Entscheidung für die ursprünglich für den Gravel-Einsatz Schaltgruppe auf einem Aero-Rennrad erscheint auf den ersten Blick als Kompromiss. Die Feinabstufung eines 2×12-Systems kann die 13-Gang-Kassette nicht bieten. Das große Kettenblatt soll den Antrieb aber an den schnellen Straßenbetrieb anpassen. Ein echter Berggang mit Untersetzung fehlt - normalerweise an Rennrädern für die Langstrecke Standard.

KTM Revelator Prestige (2027) im Check

KTM will mit dem neuen Revelator Syro Prestige AXS 1x13 also offenbar weder solche bedienen, die stundenlang Berge hochkraxeln wollen, noch jede, die mit 70 km/h einen Sprint fahren. Das Revelator Syro bleibt zwischen den Extremen - erfreulicherweise auch beim Preis. KTMs Allround-Renner spricht eher die breite Masse Menschen an, die einfach ein schnelles Rennrad mit top-aktuellem, wartungsarmen High-Tech-Antrieb suchen und dabei zwar nicht aufs letzte Gramm, aber aufs Budget achten wollen.

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​Rahmen & Geometrie

Der Road AeroLite Premium Carbon-Rahmen ist KTMs Antwort auf den klassischen Zielkonflikt zwischen aerodynamischer Profilgebung und Gewichtsoptimierung. Der Begriff „AeroLite" verrät die Intention: kein reiner Windkanal-Renner, kein Leichtbau-Kletterrahmen, sondern ein Allrounder, wie er inzwischen weit verbreitet ist.

7,6 kg Gesamtgewicht ist für ein vollausgestattetes Disc-Rennrad mit elektronischer Schaltung ein ordentlicher Wert – kein Leichtgewichtsrekord, der war zum aufgerufenen Preis von 6.799 Euro auch nicht zu erwarten. Zum Vergleich: Das Alto Exonic, KTMs leichtester Rennrad-Rahmen, kommt auf 6,9 kg – kostet aber mit 7.999 Euro deutlich mehr. Das Syro Prestige bietet mehr Ausstattung für weniger Geld, tauscht dafür Gewicht gegen Praxistauglichkeit.

Mit seiner ausgewogenen Kombination aus Endurance-Geo und aerodynamischer Performance zielt das Revelator Syro auf lange Ausfahrten ebenso ab wie auf ambitionierte Gruppenritte – die etwas aufrechtere Sitzposition schenkt auch nach vielen Stunden im Sattel ein entspanntes Fahrgefühl.

Das ist ein entscheidender Unterschied zu reinen Aero-Rennrädern, die mit aggressivem Stack-Reach-Verhältnis und deutlich kompakterer Geometrie klar auf Renneffizienz trimmen. Das Syro bewegt sich in einer anderen Ecke: näher am Endurance-Rennrad, ohne jedoch das Komfortprofil eines Canyon Endurace zu erreichen.

Ein weiteres Ausstattungsmerkmal, das das Syro von klassischen Aero-Rennrädern unterscheidet, ist das FIS – Full Integrated Storage im Unterrohr. In dem Staufach mit magnetischem Fidlock-Verschluss sind Ersatzschlauch, CO₂-Kartusche oder persönliche Gegenstände jederzeit sicher verstaut und schnell griffbereit. Das System lässt sich mit speziell abgestimmtem Zubehör individuell erweitern. Das ist ein echtes Alltagsplus, aber auch ein Signal: Das Revelator Syro will mehr als nur schnell sein.

Dank Rahmengrößen von XXS bis XXL findet nahezu jede Körpergröße ein passendes Modell. Das ist in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit.


Ausstattung

RahmenRoad AeroLite Premium Carbon / R7650
GabelRevelator Syro Premium Carbon F20
SchaltwerkSRAM Red XPLR AXS 13-fach, Full-Mount
SchalthebelSRAM Red AXS HRD (hydraulisch)
KurbelSRAM Red AXS 12/13S, 48T, mit Powermeter
InnenlagerSRAM Dub Pressfit 86.5
Antrieb1×13 SRAM Red XPLR AXS PM
KassetteSRAM Red XPLR 10–46 Zähne, 13-fach
LaufräderMavic Cosmic SL45 Carbon
ReifenSchwalbe Pro One Evo Addix Race TLE 32-622
Gewicht7,6 kg
Zul. Systemgewicht117 kg
Preis6799 Euro >> hier erhältlich

Der Preis: 6799 Euro

6799 Euro sind kein Schnäppchen – aber sie sind fair kalkuliert. Allein die SRAM Red XPLR AXS 1x13 (hier im Praxistest) inklusive Powermeter kostet als Einzelkomponente ab 4465 Euro. Dazu kommen Rahmen, Gabel, Bremsen, Laufräder und Cockpit – das Paket ist in dieser Relation ehrlich bewertet.

Zum direkten Vergleich innerhalb der KTM-Familie: Das Alto Exonic AXS setzt als Leichtgewichts-Gegenmodell mit 6,6 Kilogramm Gesamtgewicht auf eine klassische SRAM Red AXS 2×12-Schaltung mit Powermeter – kostet aber mit 7999 Euro auch 1200 Euro mehr. Wer auf jedes Gramm achtet und ausschließlich Asphalt fährt, liegt dort besser.


Fazit: Unsere Einschätzung

Das KTM Revelator Syro Prestige richtet sich mit seiner Kombination aus Endurance-Komfort und aerodynamischer Performance an Fahrer, die lange Abenteuer ebenso suchen wie ambitionierte Gruppenausfahrten. Wer ein kompromissloses Aero-Rennrad oder ein reines Kletterbike sucht, ist hier falsch.

Dennoch sollte man die Grenzen des Bikes kennen. Die SRAM Red XPLR AXS 1×13 ist technisch ein großer Wurf: Vereinfachte Schaltvorgänge, keine Überschneidung von Gängen und ein geringeres Risiko von Kettenabwürfen sind echte Alltagsvorteile. Der integrierte, separat tauschbare Powermeter ist für trainingsbasierte Fahrer ein relevantes Serienausstattungsmerkmal.

Dennoch bleibt das 1×13-System ein Kompromiss: Nur ein Kettenblatt bedeutet in der Regel Kompromisse beim kleinsten oder größten Gang und bedingt größere Gangsprünge. Im aktiv genutzten Tempobereich ist das tolerierbar; bei stark variierendem Profil oder im dichten Gruppenfahren werden Kenner den Komfort eines 2×12-Systems vermissen. Größtes Manko für Hobbyfahrer ist am KTM der fehlende Berggang.

Für ambitionierte Allround-Fahrer, die nicht im Gebirge unterwegs sind und einen wartungsarmen, breiten Antrieb einem klassischen Doppelkettenblatt vorziehen, ist das Revelator Syro Prestige ein starkes Paket zum fairen Preis.

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Sebastian Brust ist Jahrgang 1979 und ursprünglich vom Klapprad der Oma sozialisiert, seit seinem fünften Geburtstag aber hauptsächlich auf Stollenreifen unterwegs. Liebt alle Arten Bikes – und das Verschmelzen mit der Natur. Findet, dass Scheibenbremsen heute viel sicherer sind als vor 15 Jahren und glaubt, mit seinen Bremsen- und Belagstests dabei geholfen zu haben. Dass sich die Fahrradindustrie an anderer Stelle ausgerechnet an für ihn falschen Idealen der Autobranche orientiert, bedauert der gelernte Ingenieur für Fahrzeugtechnologie allerdings sehr. Bei BIKE korrigiert, produziert und organisiert er digitalen Content auf der Webseite.

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