Giant PropelNeues Aero-Rennrad mit mehr Allround-Qualitäten

Stefan Loibl

, Julian Schultz

 · 22.08.2022

Giant Propel: Neues Aero-Rennrad mit mehr Allround-QualitätenFoto: Kerstin Leicht

Das Giant Propel war bisher ein typisches Aero-Rennrad: Die neue Version des Propel ist zwar nicht schneller, kann aber vieles besser. Wir stellen den leichten Wettkampf-Allrounder vor und konnten ihn bereits in Labor und auf der Straße testen.

Besser hätte es für Giant mit seinem neuen Aero-Rennrad Propel nicht laufen können. Im Rahmen der Tour de France 2022 wurde das Flaggschiff der neuen Rennrad-Reihe, das Propel Advanced SL, Anfang Juli der Welt vorgestellt, als die Fahrer vom Team BikeExchange-Jayco zum wichtigsten Radrennen der Welt starteten. Prompt gewann Sprinter Dylan Groenewegen die dritte Etappe. Wenige Tage später sicherte sich Michael Matthews auf der neuen Giant-Maschine den Sieg auf der 14. Etappe durchs Zentralmassiv. Nun hat der größte Radhersteller der Welt das neue Propel offiziell enthüllt, das ab November 2022 im Handel erhältlich sein soll. TOUR hatte im Vorfeld bereits die Möglichkeit, das neue Propel intensiv zu testen. Den ausführlichen Fahrtest und die Messwerte aus dem TOUR-Testlabor und Windkanal lesen Sie in TOUR 9/22 - ab 24. August im Handel.

Mit dem neuen Propel bringt Giant einen Wettkampf-Allrounder, der dem Specialized Tarmac SL7 ähnelt.Foto: Kerstin Leicht
Mit dem neuen Propel bringt Giant einen Wettkampf-Allrounder, der dem Specialized Tarmac SL7 ähnelt.

Das neue Giant Propel: Dem leichteren TCR in meisten Situationen überlegen

Die Neukonstruktion des Propel zeigt sich nicht mehr als reines Aero-Rennrad wie der Vorgänger, sondern eher als Wettkampf-Allrounder. Nicht nur dem Vorgängermodell, sondern auch dem leichteren Giant TCR dürfte das neue Propel auf den meisten Rennkursen überlegen sein. Doch dafür musste das neue Propel leichter werden. Das Giant-Bike erinnert an das Specialized Tarmac SL 7, dem der Spagat zwischen guter Aero-Performance und wenig Gewicht bisher am besten gelang. Das Gesamtgewicht des neuen Propel Advanced SL-Rahmens, der Carbon-Gabel und Steuerlagers (Größe M/L) beträgt laut TOUR-Messung 1444 Gramm. Insgesamt verspricht Giant, dass das neue Propel 225,5 Gramm leichter und steifer als die vorherige Generation ist. Laut unseren Messungen spart der Propel-Rahmen durch schlankere Rohrformen etwa 150 Gramm, die Gabel 30 Gramm gegenüber dem bisherigen Top-Modell. Tretlager- und Lenkkopfsteifigkeit sind sehr gut.

Selbst die Flaschenhalter hat Giant auf Windschnittigkeit optimiert. Alle Propel-Modelle werden damit ausgeliefert.
Foto: Hersteller

Gewichte des neuen Giant Propel Advanced SL

  • Rahmen: 975 Gramm
  • Gabel: 411 Gramm
  • Steuerlager: 58 Gramm

Doch auch durch ein neues Cockpit drückt Giant das Gesamtgewicht des neuen Propel. Dabei setzt Giant nicht auf eine einteilige Lenkerkombi aus Carbon, sondern auf einen klassisch geklemmten Carbonlenker, der sich gegen Modelle anderer Marken austauschen lässt. Das neue Aero-Cockpit (Contact SLR) drückt das Gesamtgewicht des neuen Propel Advanced SL um 102,5 Gramm. Das 44 Gramm schwere Vorbau-Cover des Vorgängers entfällt. Durch das klassische Cockpit lässt Giant beim Propel zwar ein paar Watt Aero-Leistung liegen, Händler und Hobbyschrauber werden sich aber über eine vergleichsweise einfache Anpassung der Position freuen, was bei modernen Top-Rennrädern selten ist. Anders als beim alten Propel werden die Kabel durch den Lenker und unter dem Vorbau vor dem Gabelschaft in den Rahmen geführt.

Zweiteilig und gut anpassbar: Der Vorbau am neuen Giant Propel-Cockpit kann in der Höhe verstellt werden, ohne dass die Front zerlegt wird.Foto: Kerstin Leicht
Zweiteilig und gut anpassbar: Der Vorbau am neuen Giant Propel-Cockpit kann in der Höhe verstellt werden, ohne dass die Front zerlegt wird.

Neue Laufräder und Aero-Cockpit machen das Propel aerodynamischer

An der Aerodynamik haben die Giant-Entwickler im Windkanal in Immenstaad gearbeitet, wo auch TOUR seine Windkanal-Tests durchführt. Die Frontpartie des Rahmens zeichnet sich durch geschwungene Linien und eine abgeschnittene Ellipsenform aus, um den Luftwiderstand zu minimieren. Doch die Ingenieure haben sich auch jede andere Komponente des Rads zur Brust genommen. Wichtiger Baustein sind neue Laufräder: Unter der Eigenmarke Cadex führt Giant gleichzeitig mit dem Propel einen neuen Carbonlaufradsatz mit sehr breiten Carbonmesserspeichen ein. Die Cadex-Laufräder wiegen - auch dank hakenloser Felge - etwa 200 Gramm weniger als gleich hohe Konkurrenzprodukte und helfen dem Rennrad nicht nur beim Gewicht auf die Sprünge, sondern auch aerodynamisch: Trotz nur 50 Millimeter Felgenhöhe ist das Propel damit extrem schnell.

Die neuen Cadex-Carbonlaufräder mit Carbonspeichen sind 50 Millimeter hoch und sehr leicht.
Foto: Kerstin Leicht

Laut Giant liegt das auch am neuen Reifen, ebenfalls von Cadex. Seine Form wurde aerodynamisch optimiert. Doch die neuen Cadex-Laufräder SL 50 bringen auch eine Einschränkung mit sich: Aus Sicherheitsgründen lassen sich nicht alle Reifenmodelle darauf fahren. Immerhin werden es stetig mehr, auch Rennrad-Reifenmodelle von Continental und Schwalbe sind darunter. Insgesamt verspricht Giant: Im Vergleich zum Vorgängermodell verbessert das neue Propel Advanced SL den Luftwiderstand um 6,21 Watt. Das entspricht einer Zeitersparnis von 27 Sekunden auf 40 Kilometern bei 40 Stundenkilometern. Ob das die TOUR-Messungen auch bestätigen, lesen Sie in TOUR 9/22.

Die Kabel werden die Kabel durch den Lenker und unter dem Vorbau in den Rahmen geführt.Foto: Hersteller
Die Kabel werden die Kabel durch den Lenker und unter dem Vorbau in den Rahmen geführt.

Integrierte Sattelstütze nur beim Propel Advanced SL

Beim Top-Modell Advanced SL bleibt Giant seiner integrierten Sattelstütze aus Gründen der Gewichtsersparnis treu. Der Sitzdom bot bei unseren Fahrtests und im TOUR-Testlabor guten Komfort, allerdings bietet der Klemmkopf nur zwei Zentimeter Verstellbereich. Bei den günstigeren Modellen Propel Advanced Pro und Propel Advanced kommen klassische, verstellbare Standard-Sattelstützen zum Einsatz.

Außer beim Top-Modell kommen klassische Sattelstützen zum Einsatz.Foto: Hersteller
Außer beim Top-Modell kommen klassische Sattelstützen zum Einsatz.

Giant Propel Advanced - Modelle und Preise

Drei unterschiedliche Rahmen in je sechs Rahmengrößen (XS bis XL) bietet Giant vom neuen Propel Aero-Rennrad an. Neben dem leichtesten und schnellsten Advanced SL-Rahmen gibt es in Deutschland ein Modell mit Advacend Pro-Chassis und zwei Räder mit Advanced-Rahmen. Insgesamt vier Modelle des neuen Propel wird es ab November in Deutschland geben:

  • Propel Advanced SL 0: 11999 Euro
  • Propel Advanced Pro 1: 5699 Euro
  • Propel Advanced 1: 4799 Euro
  • Propel Advanced 2: 2999 Euro

Das Top-Modell Propel Advanced SL 0 ist mit einer Shimano Dura-Ace Di2 und den Cadex SL 50 Carbon-Laufrädern ausgestattet. Als Schaltung kommt beim Pro-Modell eine Sram Rival eTap AXS zum Einsatz, Laufräder sind die 50 Millimeter hohen Carbon-Rundlinge Giant SLR 1. Beim Einstiegs-Modell Advanced 2 wechselt eine mechanische Shimano 105-Gruppe die 22 Gänge.

Den ausführlichen Test des neuen Giant Propel Advanced SL mit allen Messwerten aus dem Windkanal lesen Sie in <a href="https://www.delius-klasing.de/zeitschriften-abo/tour" target="_blank" rel="noopener noreferrer">TOUR 9/22 - ab 24. August im Handel</a>.Foto: Kerstin Leicht
Den ausführlichen Test des neuen Giant Propel Advanced SL mit allen Messwerten aus dem Windkanal lesen Sie in TOUR 9/22 - ab 24. August im Handel.