Vuelta Femenina - 6. EtappeVan der Breggen fährt in Les Praeres zum Etappensieg und ins Rote Trikot

Sebastian Lindner

 · 08.05.2026

Vuelta Femenina - 6. Etappe: Van der Breggen fährt in Les Praeres zum Etappensieg und ins Rote TrikotFoto: Getty Images / Szymon Gruchalski
Anna van der Breggen gewinnt die erste Bergankunft der Vuelta Femenina.
Anna van der Breggen (SD Worx - Protime) hat die Bergankunft auf der 6. Etappe der Vuelta Femenina als Solistin gewonnen und die Gesamtführung von ihrer Teamkollegin Lotte Kopecky übernommen. Kasia Niewiadoma (CANYON//SRAM zondacrypto), die als große Konkurrentin der Niederländerin gehandelt wurde, kam als Zehnte mit mehr als einer Minute Rückstand ins Ziel.

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Für die 36-Jährige van der Breggen ist der Traum vom ersten Vuelta-Sieg damit in greifbarer Nähe. Vor der letzten Etappe, die am Angliru mit einer weiteren Bergankunft endet, hat die Niederländerin nun 18 Sekunden Vorsprung auf Paula Blasi (UAE Team ADQ). Die 23-Jährige Spanierin war bei der Bergankunft in Les Praeres nur acht Sekunden langsamer, konnte eine zwischenzeitlich größere Lücke, die aufging, als van der Breggen 2,5 Kilometer vor dem Ziel zum Solo ansetzte, dabei nochmal verkürzen. Auf Rang drei landete Marion Bunel (Team Visma | Lease a Bike). Sie kam mit 29 Sekunden Rückstand ins Ziel.

“Einen Anstieg wie diesen habe ich noch nie zuvor gesehen”, sagte van der Breggen, die die Radsportwelt aus dem Effeff kennt, im Siegerinterview. “Es war ein wirklich harter Tag. Es war am Anfang sehr steil und am Ende auch. Man musste ein gutes Tempo finden und sich die Kräfte gut einteilen. Er war zum Glück aber nicht allzu lang”, so die neue Frau im Roten Trikot nach ihrem ersten Saisonsieg.

Bauernfeind jetzt beste Deutsche

Allerdings ist steil genau ihr Terrain. Nicht umsonst hat sie den Flèche Wallonne, der an der Mauer von Huy endet, sieben Mal in Serie gewonnen. Und auch der Angliru, der morgen im Finale wartet, spielt ihr deshalb in die Karten. Denn der ist ähnlich steil. Nur länger.

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Beste Deutsche auf der 107 Kilometer langen Etappe war Ricarda Bauernfeind (Lidl - Trek) als 16. mit anderthalb Minuten Rückstand. In der Gesamtwertung ist sie Elfte, Rang zehn ist nur vier Sekunden entfernt.

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Vuelta Femenina 2026 - Ergebnisse der 6. Etappe


2026:

Etappe 6: Gijón/Xixón - Les Praeres. Nava

08.05.2026 | 106.648 km
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So lief die 5. Etappe der Vuelta Femenina 2026

Das Profil der 6. Etappe der Vuelta Femenina 2026Foto: UnipublicDas Profil der 6. Etappe der Vuelta Femenina 2026

Nachdem es bereits in der neutralisierten Phase zu Stürzen kam und nach wenigen Kilometer auch Blasi bereits zu Boden musste, etablierte sich eine vierköpfige Spitzengruppe, der zwei Verfolgerinnen hinterherjagten, wodurch sich das Feld hinten etwas beruhigte. Die ums Bergtrikot kämpfende Marine Allione (Mayenne Monbana My Pie) war vorne dabei, Teil des Verfoglerduos war Aniek van Alphen (Fenix-Premier Tech).

Während die Spitze bei Rennhälfte fast fünf Minuten Vorsprung auf das Feld hatte, konnten die Verfolgerinnen ihre Lücke nach vorne nie schließen und wurden 35 Kilometer vor dem Ziel gestellt. In dieser Phase stürzte mit Maeva Squiban (UAE Team ADQ) eine Mitfavoritin auf ein vorderes Ergebnis und musste aufgeben. Zudem war Blasi genau wie Kopecky eine Weile hinter dem Feld unterwegs.

23 Kilometer vor dem Ziel wurde der Zwischensprint abgenommen. Das Ausreißerqauartett hatte noch eine Minute Vorsprung, doch zehn weitere Punkte wurden noch vergeben. Vortagessiegerin Mischa Bredewold (SD Worx - Protime) ging dort mit Franzsika Koch (FDJ United - Suez) in Konkurrenz, nahm der Deutschen aber die Zähler weg.

Van der Breggens gleichmäßiges Tempo zu hoch für alle anderen

Langsam aber sicher begannen dann die Vorbereitungen auf den Schlussanstieg. Elf Kilometer vor dem Ziel wurde in Gaia Masetti (Team Picnic PostNL) die letzte Ausreißerin gestellt. Schon in der Anfahrt auf den Berg, der nur 3,9 Kilometer lang war, aber fast durchgängig zweistellige Steigungsprozente aufweisen sollte, schrumpfte das Peloton auf rund 35 Frauen zusammen. Kurz nach Beginn der wirklichen Steigung versuchte es Cédrine Kerbaol (EF Education-Oatly) mit einer Attacke, doch schnell stellte sich heraus, dass es zu steil für de Französin war.

Kurz darauf setzte heftiger Regen ein. In diesem Moment übernahm van der Breggen mit ihrer Tempo die Spitze der weiter ausgedünnten Kopfgruppe. Nur Blasi und Niewiadoma konnten im ersten Moment folgen. Aber auch die Polin musste feststellen, dass das hohe, gleichmäßige Tempo von van der Breggen zu viel für sie war. Blasi blieb die Letzte, die mithalten konnte, Bunel konnte den zuvor eingehandelten Rückstand nochmal etwas verkürzen.

Die letzten zweieinhalb Kilometer war die Niederländerin dann allein. Blasi musste ihr eignes Tempo anschlagen, machte, nachdem die Lücke schnell aufgegangen war, auch nochmal Boden gut. Erste im Ziel blieb aber van der Breggen, die ihrem ersten Vuelta-Gesamtsieg damit nahe ist.

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