Die Vuelta Femenina markiert im Rennkalender der Frauen stets den Beginn der großen Rundfahrten. Damit ist es auch ein großer Test für die Tour de France Femmes, die in diesem Jahr am 1. August startet. Die größte Änderung der Strecke im Vergleich zu den Vorjahren ist der Wegfall des Teamzeitfahrens zum Auftakt der Vuelta. Stattdessen gibt es diesmal eine wellige Etappe zum Start der Rundfahrt. Unverändert zum vergangenen Jahr ist, dass zwei Etappen mit brutalem Finale auf dem Plan stehen, nur folgen sie diesmal direkt aufeinander und bilden die beiden letzten Teilstücke der Spanien-Rundfahrt. Spätestens am Angliru, dem Finale der siebten Etappe, steht dann die neue Siegerin der Vuelta Femenina 2026 fest.
Los geht es in Marín, von wo aus aus die Fahrerinnen erst an der Küste unterwegs sind und später in Richtung Südosten und bis an die Grenze Portugals fahren. Dort wartet, nach zwei dritten Kategorien in der ersten Hälfte der Etappe, ein Bergaufsprint auf die endschnellen Fahrerinnen. Besonders die zweite Hälfte der Etappe dürfte dafür sorgen, dass eine Gruppe wieder eingeholt und vom Feld gestellt wird.
Auf dem zweiten Teilstück gibt es keine Phase zum Ausruhen und Verschnaufen. Von der Küste in Lobios bis nach San Cibrao das Viñas geht es ständig hoch oder runter, wenn auch ohne kategorisierten Anstieg. Eine Gruppe hat hier gute Chancen, muss aber vor dem Finale genug Vorsprung mitbringen, da wenige Kilometer vor dem Ziel noch einmal länger bergauf geht. Auch der Sprint aus einem stark dezimierten Peloton ist hier möglich.
Von Padrón geht es an die Küste nach A Coruña. Auch auf der 3. Etappe gibt es keine kategorisierten Anstiege zu erklimmen. Welliges Terrain stellt hier die einzige Aufgabe für die Sprinterinnen dar, die ein weiteres Mal die Chance bekommen könnten einen Etappensieg einzufahren. Ausgeschlossen ist der Sieg einer Ausreißerin nicht, es dürfte aber schwer werden den Vorsprung vor dem Feld ins Ziel zu retten.
Auf der Etappe von Monforte de Lemos nach Antas de Ulla gibt es zwar zwei Anstiege der dritten Kategorie, jedoch sind sie weit genug vom Ziel entfernt, als dass sie einen großen Einfluss auf das Ergebnis nehmen würden. Mehr als 30 Kilometer sind es vom zweiten Berg noch bis ins Ziel. Hier können die Sprinterinnen wieder aufschließen, wenn sie sich nicht zu viel Zeitrückstand eingehandelt haben. Das gesamte Feld wird wohl nicht gemeinsam ankommen, der Sprint aus einer größeren Gruppe ist jedoch realistisch.
Erstmals geht es raus aus der autonomen Region Galicien und weiter in Richtung Osten. Von Léon verläuft das fünfte Teilstück über zwei Berge der dritten Kategorie, die jedoch weit vor dem Ziel liegen. Die letzten 45 Kilometer verlaufen fast ausschließlich abfallend nach Astorga, ein Massensprint ist daher fast sicher. Aber Vorsicht: der Wind hat es auf diesem letzten Abschnitt in sich, hier kann es zu Windkanten kommen.
Am sechsten Tag geht es für die Fahrerinnen des Gesamtklassement so richtig los. Die ersten 100 Kilometer sind zwar nur leicht wellig, die Bergankunft in Les Praeres. Nava ist aber alles andere als leicht. Auf nur 3,7 Kilometern geht es im Schnitt 13,4 Prozent hinauf. So einen Anstieg gibt es nur sehr selten, hier wird schon eine erste Aufstellung des Gesamtklassement vorgenommen.
Die letzte und entscheidende Etappe führt von La Pola Llaviana zum berüchtigten Angliru. Das Etappenprofil ähnelt dem des Vortages, allerdings gibt es zwei Berge der dritten und einen der zweiten Kategorie zu bewältigen, bis die große Aufgabe des Tages ansteht. Auch heute gibt es eine Bergankunft. 9,7 Prozent auf 12,4 Kilometern entscheiden über den Rundfahrt-Sieg, wobei die Zeitabstände bei solchen Zahlen durchaus groß ausfallen können. Auf dem Angliru darf sich dann die Siegerin feiern lassen.
Die Spanien-Rundfahrt der Frauen 2026 wird in Deutschland im Fernsehen live bei Eurosport 1 ab der dritten Etappe übertragen. Der Sender wird jeweils die letzten anderthalb bis zwei Stunden der Etappen zeigen. Bei Discovery Plus (kostenpflichtig) gibt es zu allen Etappen einen Live-Stream.
Werkstudent