Vuelta Femenina - 5. EtappeKopecky schenkt Sieg ihrer Teamkollegin Bredewold

Sebastian Lindner

 · 07.05.2026

Vuelta Femenina - 5. Etappe: Kopecky schenkt Sieg ihrer Teamkollegin BredewoldFoto: Getty Images / Szymon Gruchalski
Mischa Bredewold gewinnt die 5. Etappe der Vuelta Femenina.
Auch die 5. Etappe geht an das Team SD Worx - Protime. Wie am Vortag feierte das Team einen Doppelsieg. Mischa Bredewold, die eigentlich als Anfahrerin für Lotte Kopecky gedacht war, holte sich den Tagessieg, weil die Frau im Roten Trikot darauf verzichtete, an der Niederländerin vorbeizufahren.

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Als Kopecky erkannte, dass Bredewold ungefährdet zum Sieg fahren würde, nahm sie bereits deutlich vor der Ziellinie Tempo raus und bremste somit die Konkurrenz noch weiter aus, da sie geschickt die Linien blockierte. Dritte wurde Letizia Paternoster (Liv Jayco AlUla).

Für Bredewold war es der erste Saisonsieg, der 20 in ihrer Karriere. Im Vorjahr hatte sie bei der Vuelta noch knapp den ersten Platz verpasst. “Das Finale heute war dem aus dem Vorjahr, wo ich Zweite wurde, tatsächlich sehr ähnlich”, sagte die 25-Jährige über die 120 Kilometer von León nach Astorga. “Es freut mich sehr, dass ich vom Team die Freiheit bekommen habe zu sprinten. Wir wollten das Rote Trikot von Lotte natürlich nicht wegwerfen, dafür ist es zu wertvoll. Deswegen hatten wir uns ein Traumszenario ausgemalt, dass genau so aussah, wie es jetzt gekommen, mit Lotte an meinem Hinterrad.”

Koch wählt im Finale die falsche Richtung

Durch die weiteren Bonifikationen für Platz zwei konnte Kopecky ihren Vorsprung in der Gesamtwertung weiter ausbauen, zwölf Sekunden Vorsprung hat sie nun auf Franziska Koch (FDJ United - Suez). Die deutsche Meisterin wählte in einem hektischen Finale mit plötzlichem Gewitterguss, einem Sturz und einem Kreisverkehr 500 Meter vor dem Ziel die falsche Linie und konnte so nach einem 400-Meter-Sprint nur Siebente werden. Liane Lippert (Movistar Team) konnte dieses Mal nicht in die Entscheidung mit eingreifen.

Allerdings dürften auch die Tage von Kopecky in Rot gezählt sein. Die beiden letzten Etappen enden mit einer Bergankunft. Dort sind die Favoritinnen andere. Ihre Teamkollegin Anna van der Breggen etwa oder auch Kasia Niewiadoma (CANYON//SRAM zondacrypto).

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Vuelta Femenina 2026 - Ergebnisse der 5. Etappe



So lief die 5. Etappe der Vuelta Femenina 2026

Das Profil der 5. Etappe der Vuelta Femenina 2026Foto: UnipublicDas Profil der 5. Etappe der Vuelta Femenina 2026

Attacken, Konterattacken, weitere Angriffe - und nach 15 Kilometern stand die Ausreißergruppe des Tages. So umkämpft war die Fluchtgruppe im Laufe der Vuelta noch nicht. Am Ende schafften es die spanische Meisterin Sara Martín (Movistar Team), Aniek van Alphen (Fenix-Premier Tech), Alice Coutinho (Mayenne Monbana My Pie), Idoia Eraso (Laboral Kutxa - Fundación Euskadi) und Marina Garau (Vini Fantini - BePink).

Das Quintett fuhr sich maximal drei Minuten Vorsprung heraus und zehrte in der Folge davon. Die beiden Bergwertungen der 3. Kategorie sicherte sich Coutinho, die ihr Konto damit als dritte Frau auf zwölf Punkte stellte und das Bergtrikot übernahm.

Beim zweiten Anstieg verließen Garau die Kräfte, doch auch der Rest hatte 45 Kilometer vor dem Ziel nur noch eine knappe Minute Vorsprung. Anschließend führte die Strecke fast ausschließlich nur noch leicht bergab. Dort konnte Coutinho nicht mehr folgen und fiel ins Hauptfeld zurück. Das verbliebene Trio hielt seinen Vorsprung lange konstant, bei noch 20 zu fahrenden Kilometern blieb eine halbe Minute.

Fünf hektische Schlusskilometer

Neun Kilometer vor dem Ziel hatte das Feld dann aber aufgeschlossen. Im Finale fuhr das Feld dann noch in einen Gewittersturm hinein. Regen und Wind von der Seite beeinflussten die Sprintvorbereitungen, ein Sturz zerriss das Feld anderthalb Kilometer vor dem Ziel. Ein Kreisverkehr 500 Meter tat sein übriges - dort wählte unter anderem Koch die falsche Seite.

Und so wurde die Liste der Frauen, die für einen Sieg infrage kamen, noch kürzer. Bredewold zog danach den Sprint für Kopecky an. Doch die Belgierin verzichtete darauf, an ihrer Teamkollegein vorbeizufahren. Und so gab es den nächsten Doppelsieg für SD Worx - Protime.

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