Sebastian Lindner
· 03.05.2026
Denn Koch hatte unterwegs den Zwischensprint gewonnen, der ihr Bonussekunden gewährte. Gemeinsam mit denen, die sich für Rang drei bekam, kommt sie auf zehn - und damit genauso viele wie Rüegg, die aber aufgrund der besseren Tagesplatzierung das Leaderjesey zusteht. Als es nach 114 Kilometern zwischen Marín und Salvaterra de Miño in die letzte Kurve ging, warten noch schwierige 250 Meter mit reichlich Steigungsprozenten. Das Trio, das am Ende auf dem Podium stand, zog seinen Sprint nahezu gleichzeitig an. Doch gegen die 25-Jährige Schweizerin war an jenem Tag nichts zu machen. Und auch Kopecky musste Koch auf den letzten Metern noch passieren lassen.
Die entscheidenden Körner könnte Koch auf den letzten zehn Kilometern liegengelassen haben. Als ein Sturz das Feld teilte, war die Deutsche plötzlich mit zwei Teamkolleginnen, Pauline Ferrand-Prévot (Team Visma | Lease a Bike) und Alessia Vigilia (Uno-X Mobility) ein paar Sekunden vor dem Feld unterwegs. Die Gruppe versuchte ein paar Kilometer lang, sich ins Ziel zu retten, wurde aber wieder gestellt.
Daran hatte auch das Team von Rüegg großen Anteil. “Ich wusste von Beginn an, dass dieses Finale perfekt für mich war”, sagte sie nach ihrem Rennen. “Und wenn ich mir eine Traum-Etappe aussuchen könnte, dann wäre es diese. Nach der letzten Kurve gab Vollgas, damit ich hinterher nichts zu bedauern habe und sah, dass ich schon eine Lücke von ein paar Metern hatte. Ich wusste, dass ich gewinnen kann. Das ist ein Traum für mich.”
Für Rüegg war es der siebente Sieg ihrer Karriere, nachdem sie unter anderem - wie schon 2025 - eine Etappe und die Gesamtwertung der Tour Down Under gewinnen konnte. Aber auch bei Mailand-Sanremo war sie in diesem Jahr schon Zweite, Fünfte beim Amstel Gold Race.
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | EF Education-Oatly | 02:53:50 |
| 2 | Team SD Worx - Protime | +00:00:00 |
| 3 | FDJ United - SUEZ | +00:00:00 |
| 4 | CANYON//SRAM zondacrypto | +00:00:00 |
| 5 | UAE Team ADQ | +00:00:00 |
| 6 | UAE Team ADQ | +00:00:00 |
Der verregnete Auftakt der Vuelta Femenina begann auch unabhängig vom Wetter eher trist. Denn Ausreißversuche gab es kaum, die wenigen Attacken wurden sofort unterbunden. Eine Gruppe des Tages entwickelte sich nicht.
Lediglich an den beiden Bergwertungen entwickelte sich etwas Spannung. Asleigh Moolman-Pasio (AG Insurance - Soudal Team) und Maeva Squiban (UAE Team ADQ) gewannen jeweils eine und beendeten die andere auf Rang zwei. Auch hier entschied bei Punktegleichheit das bessere Tagesergebnis, was den Ausschlag beim Bergtrikot für Squiban gab.
Auch in der Folge hielten FDJ United - Suez, EF Education - Oatly und SD Worx - Protime das Feld zusammen, es gab keine Fluchten. 25 Kilometer vor dem Ziel stand so aus dem Feld heraus der Bonussprint an, bei dem Koch die Nase vorn hatte. An einer unmittelbar darauffolgenden Welle versuchte es Lid - Trek mit einer Tempoverschärfung, konnte das Feld aber nicht teilen.
Das schaffte dann erst ein Sturz gut acht Kilometer vor dem Ziel in einer rutschige, abschüssigen Kurve. In Marianne Vos (Team Visma | Lease a Bike) kam eine der Favoritinnen auf den Tagessieg zu Fall. Sie schloss die Lücke zur Spitze erst anderthalb Kilometer vor dem Ziel, sodass ihre Ausgangsposition letztlich nicht mehr ausreichte, um ganz vorn mit um den Sieg zu kämpfen. Es waren Koch, Rüegg und Kopecky, die den Sieg unter sich ausmachten. Von den Favoritinnen auf den Gesamtsieg hielten sich dabei alle schadlos.