Sebastian Lindner
· 29.08.2026
An der Costa Blanca wartet am Tag vor dem ersten Ruhetag das bislang schwierigste Teilstück dieser Vuelta - eines, das sich auch nicht vor vielen anderen dieser Rundfahrt verstecken muss. Auf der 9. Etappe warten fast 5200 Höhenmeter, 1200 davon allein am Schlussanstieg zum Alto de Aitana (1. Kategorie).
Zunächst aber startet die Etappe in Villayoyosa, einem weiteren Premierenort in der Vuelta-Geschichte. Von dort führt die ersten Kilometer vom Start weg ansteigend und dann auf welligem Terrain Richtung Norden. Nach knapp 37 Kilometern wird die erste Bergwertung (2. Kategorie) erreicht. Es geht nochmal rund 30 Kilometer weiter in die gleiche Richtung, ehe ab Pego dann ein Richtungswechsel zurück nach Süden eingeschlagen wird. Und der beginnt mit der zweiten von sechs Bergwertungen des Tages am Puerto de El Miserat (1. Kategorie). Zehn Prozent im Mittel warten hier auf über 5,2 Kilometer.
Über den Puerto de Tollos (3. Kategorie) geht es weiter zum Puerto de Tudons (2. Kategorie). Auf dem Gipfel biegt der Kurs scharf nach rechts weg. Eine Schleife über den Puerto de Benifallim (2. Kategorie) sowie Relleu und Sella bildet dann die Anfahrt zum Schlussanstieg, dem Alto de Aitana (1. Kategorie), der schon kurz vor Sella beginnt. 22 Kilometer mit 5,8 Prozent sind zu meistern, wobei die zweite Hälfte deutlich steiler ist als die erste.
Die ersten Kilometer gehören noch zum Puerto de Tudons, den das Feld jetzt aus anderer Richtung anfährt. Dort, wo es zuvor auf die Extraschleife ging, wird nun die Stichstraße zum Aitana in Angriff genommen. Die ist normalerweise nicht zugänglich, denn der Weg führt zu einer früher vom Militär genutzten Radaranlage, an der nun aber das Ziel der 9. Etappe der Vuelta liegt.
Geheimnisse wird die 9. Etappe für kaum einen der Profis im Feld bereithalten. Die Berge der Costa Blanca zählen für viele Teams mittlerweile zum festen Trainingsprogramm im Winter. Zwischen Denia und Alicante wimmelt die rennfreie Zeit nur so vor Fahrern, die sich in Form bringen wollen für die anstehende Saison. Die meisten werden die Anstiege nicht nur aus dem Veloviewer kennen, sondern auch aus reichlich Trainingskilometern.
Ohne Tadej Pogacar (UAE Team Emirates - XRG), der das Rennen am Vortag nach einem Sturz aufgeben musste, wird die Vuelta ein komplett neues Gesicht bekommen. Es wird kein Team mehr geben, dass den ganzen Tag kontrollieren und Ausreißer zurückholen können. Zumal UAE nach dem Aus ihres Leaders mächtig auf Krawall gebürstet sein dürfte. Ein Etappensieg durch Joao Almeida, Jay Vine oder Pavel Sivakov wäre keine große Überraschung
Derweil werden aber auch Felix Gall (Decathlon CMA CGM), Enric Mas (Movistar Team) und Primoz Roglic (Red Bull - BORA - hansgrohe) diesen Schlussanstieg mit anderen Augen betrachten. Denn plötzlich haben alle drei wieder etwas zu verlieren - nämlich den Vuelta-Gesamtsieg. Weniger Risiko wird auf der Tagesordnung stehen, Attacken nur noch kurz vor dem Ziel geritten werden. Denn gerade bei einem Schlussanstieg wie dem Aitana kann es ansonsten teuer werden.
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