Lorenzo FinnDer nächste große Rundfahrer

Leon Weidner

 · 27.08.2026

Lorenzo Finn: Der nächste große RundfahrerFoto: Picture Alliance/Louise Raymond
Lorenzo Finn gilt als eines der größten Talente im internationalen Radsport. Der italienische Weltmeister soll 2027 den Sprung ins WorldTour-Team von Red Bull - Bora - hansgrohe machen. Doch wer ist der Fahrer, der als künftiger Grand-Tour-Star gehandelt wird?​

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Wenn über die größten Rundfahrtstalente der kommenden Jahre gesprochen wird, fällt neben Jarno Widar inzwischen fast immer auch ein weiterer Name: Lorenzo Finn. Der Italiener gehört trotz seines jungen Alters bereits zu den vielversprechendsten Fahrern seiner Generation. Spätestens seit seinen Weltmeistertiteln bei den Junioren und in der U23 gilt er als Zukunft des italienischen Radsports. Nun steht der nächste große Karriereschritt bevor: 2027 soll Finn den Sprung ins WorldTour-Team von Red Bull - Bora - hansgrohe schaffen.

Lorenzo Finn - Frühreif

Lorenzo Mark Finn wurde am 19. Dezember 2006 in Genua geboren und wuchs in der Region Ligurien auf. Schon früh zeigte sich sein außergewöhnliches Talent, insbesondere an Anstiegen. Während viele Nachwuchsfahrer mehrere Jahre benötigen, um sich auf internationaler Ebene durchzusetzen, gehörte Finn bereits als Junior zu den stärksten Fahrern Europas.

2024 gelang ihm schließlich der große Durchbruch. Neben den italienischen Meistertiteln im Straßenrennen und Einzelzeitfahren gewann er die Junioren-Weltmeisterschaft in Zürich. Mit einer Soloattacke holte er sich das Regenbogentrikot und rückte endgültig ins Blickfeld der internationalen Radsportszene.

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Red Bull baut mit Lorenzo Finn nächsten Star auf

Bereits als Junior gehörte Lorenzo Finn zum Nachwuchsprogramm von Red Bull - Bora - hansgrohe. Nach seinem WM-Titel wechselte er 2025 zu den Red Bull - Bora - hansgrohe Rookies, dem U23-Team des deutschen Rennstalls. Anders als bei anderen Top-Talenten entschied sich das Team bewusst gegen einen überhasteten Aufstieg in die WorldTour. Stattdessen sollte Finn zunächst zwei Jahre im Nachwuchsbereich reifen.

Der Plan ging auf. Schon in seiner ersten U23-Saison gewann er renommierte Rennen wie den Giro del Belvedere und wurde U23-Weltmeister im Straßenrennen. Damit sicherte er sich das zweite Regenbogentrikot in Folge und etablierte sich endgültig als eines der größten Talente im internationalen Peloton.

Mehr als nur ein Kletterer

Was Finn von vielen anderen Nachwuchsfahrern unterscheidet, ist seine Vielseitigkeit. Zwar liegen seine größten Stärken in den Bergen, doch der Italiener kann auch Zeitfahren und verfügt über ein gutes Gespür für anspruchsvolle Eintagesrennen. Experten sehen in ihm daher nicht nur einen künftigen Rundfahrtfahrer, sondern einen kompletten Rennfahrer, der auf unterschiedlichen Terrains erfolgreich sein kann.

Mit 1,81 Metern Körpergröße und rund 63 Kilogramm bringt Lorenzo Finn zudem einen anderen Fahrertyp mit als viele klassische Kletterspezialisten. Seine Kombination aus Bergfestigkeit, Rennintelligenz und technischen Fähigkeiten macht ihn zu einem der interessantesten Nachwuchsfahrer seiner Generation.

Der Durchbruch auf höchstem Niveau

2026 gelang Lorenzo Finn der nächste Entwicklungsschritt. Beim Giro Next Gen, dem wichtigsten U23-Etappenrennen der Welt, sicherte er sich die Gesamtwertung und gewann zudem zwei Etappen. Wenig später triumphierte er auch bei der Sibiu Cycling Tour gegen etablierte Profis und bewies damit, dass er längst nicht mehr nur im Nachwuchsbereich konkurrenzfähig ist.

Zudem sammelte er bereits wertvolle Erfahrungen bei Rennen mit Profis und konnte sich dort mehrfach gegen etablierte WorldTour-Fahrer behaupten. Innerhalb des Teams gilt er deshalb als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für den Sprung in die höchste Rennklasse. Kürzlich gewann er auch noch die Tour de l'Avenir, damit ist seine Saison fast perfekt. Der erneute Weltmeistertrikot wäre die Krönung.

Der Weg Richtung WorldTour

Während andere Talente möglichst früh bei den Profis eingesetzt werden, verfolgt Red Bull - Bora - hansgrohe bei Lorenzo Finn einen langfristigen Entwicklungsplan. Der Italiener soll sich Schritt für Schritt an die Anforderungen des Spitzenradsports gewöhnen, bevor er 2027 endgültig ins WorldTour-Team aufsteigt.

Die Erwartungen sind entsprechend hoch. Viele Beobachter sehen in ihm den größten italienischen Rundfahrthoffnungsträger seit vielen Jahren. Vergleiche mit Fahrern wie Paul Seixas sind längst an der Tagesordnung. Trotz aller Vorschusslorbeeren gilt Finn jedoch als bodenständig und geduldig, Eigenschaften, die ihm auf dem Weg an die Weltspitze helfen könnten.

Mit zwei Weltmeistertiteln, Siegen bei den wichtigsten Nachwuchsrennen und den ersten Erfolgen gegen Profis hat Lorenzo Finn bereits einen beeindruckenden Lebenslauf vorzuweisen. Der nächste Schritt führt ihn in die WorldTour. Dort wird sich zeigen, ob aus dem italienischen Supertalent tatsächlich ein künftiger Grand-Tour-Sieger werden kann.

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Leon Weidner

Redakteur

Leon Philip Weidner ist Kölner, verfolgt den Profi-Radsport intensiv und ist selbst leidenschaftlich auf dem Rennrad unterwegs. Neben langen Kilometern im Sattel des Straßenrads sitzt er auch regelmäßig auf dem Zeitfahrrad – stets mit dem nächsten Triathlon im Blick. Seine Expertise verbindet sportliche Praxis mit Szenewissen.

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