Grand Prix de Québec 2026Evenepoel nach Sieg in Kanada jetzt auf der ganzen Welt erfolgreich

Sebastian Lindner

 · 11.09.2026

Grand Prix de Québec 2026: Evenepoel nach Sieg in Kanada jetzt auf der ganzen Welt erfolgreichFoto: Getty Images / Dario Belingheri
Remco Evenepoel gewinnt den Sprint gegen Giulio Ciccone um den Sieg beim Grand Prix de Québec.
Remco Evenepoel (Red Bull - BORA - hansgrohe) hat den Grand Prix Cycliste de Québec gewonnen und damit ein erstes Ausrufezeichen in Richtung der Weltmeisterschaften gesendet. Der Belgier siegte im Zweiersprint vor Giulio Ciccone (Lidl - Trek). Dritter wurde Anthon Charmig (Uno-X Mobility).

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209 Kilometer auf einem 20 Mal zu fahrenden Rundkurs mit einem Anstieg zum Ende jeder Runde standen in Québec auf dem Plan. Die heiße Phase begann dabei mit Erreichen des letzten Drittels. Evenepoel war da noch nicht ganz auf der Höhe des Geschehens, kämpfte sich mit fortschreitender Renndauer aber immer weiter nach vorne.

Entscheidend war sein Vorstoß 27 Kilometer vor dem Ziel, als er gemeinsam mit Ciccone, Charmig und Alessandro Pinarello (NSN Cycling Team) zum bis dato Führenden Alberto Bettiol (XDS Astana Team) aufschloss. Die Verfolger dahinter um Paul Seixas (Decathlon CMA CGM), Isaac Del Toro (UAE Team Emirates - XRG) oder Tom Pidcock (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team) und ihre Teams vermochten die Lücke, die recht konstant bei 20 Sekunden lag, nie zu schließen.

Evenepoel, Ciccone und Charmig fuhren dann gemeinsam in den 1600 Meter langen Schlussanstieg. Während der Däne bereits zu Beginn der Steigung zurückfiel, klemmte sich Ciccone ans Evenepoels Hinterrad und hoffte auf einen Sprint, den er aber letztlich doch nicht für sich entscheiden konnte.

Evenepoel setzt auf bewährtes Erfolgsrezept

“I​m ersten Teil des Rennens hatte ich nicht wirklich ein gutes Gefühl. Aber zum Glück habe ich am Ende wieder die richtige Kraft in den Beinen gefunden, sodass ich im Sprint gewinnen konnte”, sagte Evenepoel nach dem Rennen. “Eine Runde, nachdem wir uns abgesetzt haben, hatten wir einen schönen Vorsprung. An der letzten Steigung fehlte mir die nötige Explosivität, um die beiden anderen wirklich abzuhängen, aber ich bin weitergefahren und hatte Vertrauen in meinen Sprint – und es war die richtige Entscheidung, in den Sprint zu gehen.”

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Für Evenepoel war Québec das erste Rennen sein längerer Wettkampfpause. Zuletzt war er bei der Clásica San Sebastian an den Start gegangen - und hatte dort gewonnen. Es scheint das Erfolgsrezept des Belgiers zu sein, der auch schon vor der Tour de France, die er als Zweiter beendete, mehrere Wochen auf Rennen verzichtete hatte.

Sieger auf allen Kontinenten

Vor allem auch mit Blick auf die WM scheint der 26-Jährige bereits in Form, anders als seine vermeintlichen Titel-Rivalen Del Toro oder Seixas. Bis zum Straßenrennen von Montreal vergehen allerdings auch noch gut zwei Wochen. Gegen die Uhr, eine Woche vorher, ist Evenepoel ohnehin Top-Favorit.

Die große WM-Generalprobe steigt am Sonntag beim Schwesterrennen von Québec in Montreal. Der dortige Rundkurs wird auch die Bühne für das Rennen um die Regenbogentrikots. Doch schon bevor Evenepoel diesen Kampf aufnimmt, hat er mit seinem 78. Karrieresieg wieder etwas Besonderes vollbracht. Da er nun auch in Nordamerika gewonnen hat, steht nun auch ein Haken hinter allen bewohnten Kontinenten. In Europa, Asien, Australien, Afrika und Südamerika hat er zuvor bereits mindestens ein Rennen gewinnen können.

Grand Prix Cycliste de Québec - Ergebnisse 2026


2026:

Grand Prix Cycliste de Québec: Québec - Québec

11.09.2026 | 206 km
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So lief der Grand Prix Cycliste de Québec 2026

Die Strecke des Grand Prix Cycliste de QuébecFoto: GPCQMDie Strecke des Grand Prix Cycliste de Québec

Nach mehreren Angriffsversuchen formierte sich die Gruppe des Tages eingangs der zweiten Runde. Jonas Rutsch (Lotto Intermarche), Nikias Arndt (Bahrain - Victorious), Aivaras Mikutis (Tudor Pro Cycling Team), Storm Ingebrigtsen (Uno-X Mobility), Frank van den Broek (Team Picnic PostNL) sowie Samuel Boardman (Modern Adventure Pro Cycling) bildeten das Sextett, das maximal etwas mehr als drei Minuten an Vorsprung bekam und das Rennen bis ins letzte Drittel bestimmte.

Decathlon und Red Bull teilten sich die Nachführarbeit und hatten bei noch 80 Kilometern den Abstand wieder auf anderthalb Minuten eingedampft. Etwa zum gleichen Zeitpunkt, zum Ende der zwölften Runde, löste sich eine weitere Gruppe aus dem Feld, die mit Quinn Simmons und Derek Gee-West (beide Lidl - Trek), Tim Wellens (UAE Team Emirates - XRG), Ben Healy (EF Education - EasyPost) oder Maxim Van Gils (Red Bull - BORA - hansgrohe) prominent besetzt war. Zwölf Profis gehörten insgesamt dazu. Doch die arbeiteten nicht wirklich gut zusammen, sodass die Gruppe nicht allzu weit kam.

Damit war allerdings auch das Ende der ursprünglichen Ausreißer eingeleitet. Im Anstieg der 14. Runde, der Cote de la Montagne, die immer im Finale wartet, war es dann um sie geschehen. Allerdings kehrte nun auch keine Ruhe mehr ein. Immer wieder wurde attackiert, Teil der neuen 14-köpfigen Spitze waren dann unter anderem auch Maximilian Schachmann (Soudal Quick-Step), Giulio Ciccone (Lidl - Trek) und Jhonatan Narváez (UAE Team Emirates - XRG) oder Alberto Bettiol (XDS Astana Team) und auch Rutsch nochmal.

Evenepoel geht früh in die Offensive

Die Gruppe konnte sich zwischenzeitlich bis zu einer Minute auf das Hauptfeld herausfahren. Doch vier Runden vor dem Ende machten dann auch die Favoriten Ernst. Eine Gruppe um Paul Seixas (Decathlon CMA CGM), Isaac Del Toro (UAE Team Emirates - XRG), Tom Pidcock (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team) und Remco Evenepoel (Red Bull - BORA - hansgrohe) brachte die Verfolger wieder heran.

Aus der neuen Kopfgruppe löste sich dann Bettiol als Solist. 27 Kilometer vor dem Ziel waren Evenepoel, Ciccone, Charmig und Alessandro Pinarello (NSN Cycling Team) die Ersten, die zu Bettiol aufschließen konnten. Auf die Verfolger fuhr sich die Gruppe gut 20 Sekunden heraus. Bettiol und Pinarello verloren zwei Runden vor dem Ende dann aber den Anschluss, der Vorsprung des verbliebenen Trios auf die Verfolger am Zielstrich betrug 15 Sekunden.

In der vorletzten Runde war der Abstand ein wenig angewachsen. Am Berg machte dann Pidcock Druck, doch wirklich kleiner wurde die Lücke nicht. An der Glocke zur letzten Runde lag die Differenz bei bei knapp 20 Sekunden, ehe sich Stehversuche einstellten, denn Seixas und Del Toro hatten nicht die Beine. Simmons versuchte es dann auf eigene Faust, Michael Matthews (Team Jayco AlUla) setzte nach, doch den Sprung nach vorne schafften beide nicht mehr.

1600 Meter vor dem Ziel im letzten Anstieg schüttelte Evenepoel dann Charmig ab, doch Ciccone wurde er nicht los. Also wurde gesprintet. Evenepoel von vorne konnte den Italiener aber hinter sich halten.

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