Sebastian Lindner
· 01.08.2026
2019 war San Sebastian Evenepoels erster Sieg auf der WorldTour gewesen, 2022 und 2023 legte er nach und zog so mit dem Spanier Marino Lejarreta als Rekordsieger gleich. Nun hat sich der 26-Jährige bei der 45. Auflage des Rennens im Baskenland die alleinige Krone gesichert.
Dabei hatte der Zweite der vor einer Woche zu Ende gegangenen Tour de France einen Schreckmoment zu überstehen. Als es in den Erlaitz, den zweiletzten Anstieg des Tages, ging, musste Evenepoel nach einem Defekt das Rad wechseln, während vorne attackiert wurde. Der Belgier war zwischenzeitlich fast eine Minute hinter der Spitze zurück, kämpfte sich allerdings wieder nach vorn.
“Nach dem Jaizkibel hatte ich einen Platten und dann einen ziemlich großen Rückstand”, erklärte Evenepoel den Moment des Tages, der letztlich aber auch nichts am Ergebnis ändern konnte. “So war es auf jeden Fall der schwierigste meiner Siege hier. Ich muss mich bei meinen Teamkollegen Giulio Pellizzari und Maxim Van Gils bedanken. Giulio hatte mich bis zum Erlaitz wieder in Schlagdistanz gefahren und Maxim hat vorn geduldig auf mich gewartet. Ich musste die Arbeit meiner Teamkollegen beenden, aber ich hatte wirklich eine gute Form.”
Einmal mehr hat sich gezeigt, dass die Profis, die in der Tour spät zur Topform auflaufen, auch in San Sebastian gute Karten haben. Denn wie Evenepoel war auch Carapaz äußert erfolgreich bei der Tour, sicherte sich zwei Etappen und das Bergtrikot.
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Red Bull - BORA - hansgrohe | 05:23:10 |
| 2 | EF Education - EasyPost | +00:00:00 |
| 3 | Team Visma | Lease a Bike | +000:00:29 |
| 4 | XDS Astana Team | +000:00:29 |
| 5 | Bahrain - Victorious | +000:00:29 |
| 6 | Lidl - Trek | +000:00:29 |
Es dauerte mehr als 20 Kilometer, ehe sich eine achtköpfige Gruppe aus dem Feld lösen konnte. Bis dato wurden mehrere Angriffe unterbunden. Die Gruppe fuhr lange zusammen und arbeitete gut. Doch als die Luft dünner wurde und der Jaizkibel anstand, fiel sie auseinander. Tim Rex (Team Visma | Lease a Bike). Aus dem Feld fuhren Van Gils, dessen Team die ganze Zeit über die Nachführarbeit geleistet hatte, fuhr unter anderem mit Jay Vine (UAE Team Emirates - XRG) nach vorn.
In der Anfahrt zum Erlaitz fehlte plötzlich jede Spur von Evenepoel. Der Red-Bull-Kapitän hatte einen Platten und musste auf sein Teamfahrzeug warten, verlor mehr als eine Minute auf die Spitze, die am Erlaitz dann früh attackierte. Vor allem Visma versuchte, aus der Situation um Evenepoel Kapital zu schlagen, war um Matteo Jorgenson in einer ersten Gruppe stark vertreten. Auch Vorjahressieger Giulio Ciccone (Lidl - Trek) oder Felix Gall (Decathlon CMA CGM) waren dabei.
Eine entscheidende Lücke konnte am 3,8 Kilometer langen Anstieg und 10,6 Prozent steilen Anstieg aber nicht herausgefahren werden. Knapp 20 Profis fanden in der Abfahrt wieder zusammen, auch Evenepoel kehrte dort zurück. 30 Kilometer vor dem Ziel kamen weitere Fahrer voh hinten wieder heran, sodass sich die Gruppengröße nochmal verdoppelte. Danach beruhigte sich das Rennen bis zum finalen Anstieg, der 2100 Meter langen und zehn Prozent steilen Murgil.
UAE führte die Spitze in den Anstieg, Mitte des Anstiegs übernahm dann wieder Red Bull. Evenepoel verschärfte das Tempo und nur Carapaz konnte im 17 Prozent steilen Abschnitt folgen. Mit etwa zehn Sekunden Vorsprung auf Ciccone ging das Duo über den höchsten Punkt. Doch der Italiener verlor aber an Boden, Louis Barré (Team Visma | Lease a Bike) schloss zu ihm auf, zwei Kilometer vor dem Ziel noch Tulett und Mathys Rondel (Tudor Pro Cycling Team).
Zum Spitzenduo sollte es aber niemand mehr nach vorne schaffen, denn das arbeitete bis auf die Zielgerade gut zusammen. Dort setzte Evenepoel dann zum langen Sprint an und hielt so Carapaz hinter sich. Im Sprint der weiter angewachsenen Verfolgergruppe hatte am Ende Tulett die Nase vorn.
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