Sebastian Lindner
· 13.09.2026
Der 22-Jährige, der zwei Tage zuvor beim Schwesterrennen in Québec nicht den besten Eindruck machte und nur 55. wurde, brachte sich mit seinem ersten Sieg in einem Eintagesrennen auf WorldTour-Niveau nun doch wieder in Stellung für die Welttitelkämpfe in zwei Wochen an gleicher Stelle. Québec-Sieger Remco Evenepoel (Red Bull - BORA - hansgrohe) hatte hingen schon den Sprung zur Bildung der Spitzengruppe verpasst, musste lange hinterherfahren und schaffte es am Ende auf Rang fünf.
Um Rang drei hatten eine halbe Minute hinter Del Toro Quinn Simmons (Lidl - Trek) und Vorjahressieger Brandon McNulty (UAE Team Emirates - XRG) gekämpft - mit dem besseren Ende für den Teamkollegen von Del Toro. 214 Kilometer, verteilt auf 16 Runden, waren in Montreal zu fahren.
“Wir haben im Finale versucht, zahlenmäßig stark aufzutreten. Wir waren dann in einer ziemlich guten Situation und mein Team hat mich in die Situation gebracht, dass ich gewinnen konnte”, sagte Del Toro nach seinem zwölften Saisonsieg, dem 33. seiner Karriere. “Es war ein wenig seltsam , weil schon so früh viele große Teams attackiert haben. Ich habe mich da etwas unwohl gefühlt, aber am Ende haben wir es dann doch ganz gut hingekriegt.”
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1006 | Alpecin - Premier Tech | 0 |
Michał Kwiatkowski (Netcompany INEOS) und Ådne Holter (Uno-X Mobility) als erste Ausreißer in Montreal bekamen nach ein paar Kilometern Verstärkung durch sieben weitere Profis um Anders Foldager (Team Jayco AlUla) und Pelayo Sánchez (Movistar Team) und fuhren sich bis zur vierten von 16 Runden ihren Maximalvorsprung von gut drei Minuten heraus.
107 Kilometer vor dem Ziel, genau bei Rennhalbzeit, wurden die Ausreißer dann wieder zurückgeholt.In Runde neun machten sich dann neue Ausreißer in die Spur. Derek Gee (lidl - Trek), Paul Lapeira (Decathlon CMA CGM), Andrew August (Netcompany INEOS) und Sean Quinn (EF Education - EasyPost) machten sich auf den Weg, wurden dann aber 85 Kilometer vor dem Ziel zurückgeholt.
Gleich darauf gingen dann Juan Ayuso (Lidl - Trek), Michael Leonard (EF Education - EasyPost). Das Duo hielt sich mit knappen Vorsprung von weniger als einer halben Minute vor dem Feld. 20 Kilometer später überbrückte Maximilian Schachmann (Soudal Quick-Step) am größten Anstieg der Runde, der Côte Camillien-Houde mit knapp 2000 Metern bei gut sieben Prozent, den Abstand.
Vier Runden vor dem Ende nutzen Wilco Kelderman (Team Visma | Lease a Bike) und Ben Healy (EF Education - EasyPost) dann den selben Anstieg, um nach vorne zu kommen. Knapp 50 Kilometer vor dem Ziel lag der Abstand aber nur bei 15 Sekunden. Adam Yates (UAE Team Emirates - XRG) und Maxim Van Gils (Red Bull - BORA - hansgrohe) waren die nächsten, die an der Spitze andocken konnten.
Red Bull nahm daraufhin etwas Tempo aus der Nachführarbeit, sodass erstmals mehr als 30 Sekunden auf der Uhr standen. Und als 40 Kilometer vor dem Ziel Healy aus der Spitze attackierte und nur Van Gils und Yates mitgehen konnten, wurde die Lücke noch größer und ging Richtung einer Minute.
Mit der Zeit nahm der Regen, der schon den ganzen Tag in der Luft lag, deutlich zu. Auf feuchten Straßen ging es auf die letzten zwei Runden. Dort ließ Healy zunächst Yates und Van Gils stehen. Hinten aber machte aus dem Feld heraus Ernst. Als Quinn Simmons (Lidl - Trek) am Anstieg antrat, hatte er sofort Brandon McNulty und Isaac Del Toro an den Hacken, Yates hängte sich dort ebenfalls wieder ran. Auch Seixas ging mit, kurz darauf schlossen Giulio Ciccone (Lidl - Trek), Afonso Eulalio (Bahrain - Victorious) und Tom Pidcock (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team) auf.
Topfavorit Evenepoel hatte den Abgang verpasst und kämpfte eine halbe Minute hinter den Healy-Verfolgern, die ihrerseits die Zehn-Sekunden-Lücke lange nicht zubekamen. Als der Ire die Glocke für die letzte Runde hörte, war sein Vorsprung noch ein paar Sekunden größer. Zu diesem Zeitpunkt hatte Evenepoel auch den Sprung zu den ersten Verfolgern geschafft.
Gegen Ende des Anstiegs setzte Seixas dann zu einer Vollgas-Attacke an, war schnell bei Healy und ließ ihn stehen. Kurz darauf fuhr Del Toro zum Franzosen vor, dahinter formierten sich McNulty und Pidcock um Healy, aber auch Ciccone und Evenepoel konnten wieder dorthin vorstoßen. Sieben Kilometer vor dem Ziel hatte das Youngster-Duo eine halbe 30 Sekunden Vorsprung auf die Verfolger.
Seixas und Del Toro arbeiteten gut zusammen, bauten ihren Vorsprung daraufhin aus und fuhren gemeinsam auf die Zielgerade. Gut 200 Meter vor dem Ziel trat der Mexikaner dann aus dem Windschatten an und ließ seinem Kontrahenten keine Chance. Um Platz drei kämpften Simmons und McNulty, wobei der Vorjahressieger hier die Nase von hatte. Den Sprint der größeren Gruppe gewann dann Evenepoel und wurde damit Fünfter.
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