Tour de FranceSchaltungsproblem kostet Pidcock Chance auf Etappensieg

Leon Weidner

 · 13.07.2026

Tour de France: Schaltungsproblem kostet Pidcock Chance auf EtappensiegFoto: Getty Images/Tim de Waele
Tom Pidcock war nach der 9. Etappe der Tour de France sichtlich enttäuscht
Tom Pidcock äußert sich nach der 9. Etappe der Tour de France zu seinen Schaltungsproblemen. Seine Siegchancen wurden dadurch zunichte gemacht, Mathieu van der Poel gewann die Etappe.

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Ein Tritt gegen das Schaltwerk mit dem Schuh während der Fahrt: diese kuriose Szene sahen Millionen Fernsehzuschauer am Sonntag bei der Tour de France. Tom Pidcock versuchte verzweifelt, seine defekte Schaltung wieder zum Laufen zu bringen. Der Versuch blieb erfolglos, wie der Brite später einräumte.

Defekt am Mont Bessou

Knapp 23 Kilometer vor dem Ziel der 9. Etappe der Tour de France 2026 ließ sich Tom Pidcock zurückfallen und versuchte seine Schaltung zu reparieren. Pidcock befand sich zu diesem Zeitpunkt in einer vierköpfigen Spitzengruppe mit Mathieu van der Poel, Tobias Halland Johannessen und Alex Baudin. Van der Poel hatte die Gruppe am Mont Bessou mit einer Attacke ausgedünnt. Genau in dieser Phase versagte Pidcocks unterer Schalthebel seinen Dienst.

"An dem Anstieg funktionierte meine Schaltung nicht mehr", erklärte der Pinarello-Q36.5-Fahrer nach dem Rennen. "Ich war am Ende der Gruppe und bemerkte dann, dass der obere Knopf noch funktionierte." Im Profiradsport ist es mittlerweile Standard, dass an mehreren Stellen des Lenkers mit kleinen Knöpfen geschaltet werden kann.

Entscheidender Moment der 9. Tour de France Etappe

Die eigentliche Katastrophe für Pidcock, ereignete sich im finalen Sprint. Der Brite saß an zweiter Position hinter Van der Poel, als der Niederländer zum Sprint ansetzte. "Im Sprint war ich so konzentriert, dass ich instinktiv an den Unterlenker ging", berichtete Pidcock. "Dort konnte ich nicht mehr schalten. Ich musste dann auf die Bremsgriffoberseiten wechseln."

Dieser Positionswechsel mitten in der Beschleunigung kostete den Briten wertvolle Sekunden. Van der Poel zog davon und gewann die Etappe vor Johannessen. Pidcock musste sich mit Platz drei begnügen. "Mein Rad funktioniert die ganze Rundfahrt einwandfrei. Und heute, wenn der Sieg möglich ist, funktioniert es nicht", sagte der 26-jährige Pidcock unmittelbar nach der Zielankunft.

Kuriose Reparaturversuche

Die Fernsehbilder zeigten Pidcock zuvor in der Abfahrt vom Mont Bessou, wie er mit seinem rechten Schuh gegen den Bereich des Schaltwerks trat. Ein ungewöhnlicher Anblick, der die Verzweiflung des Briten verdeutlichte. "Ich habe es mit dem Tritt nicht repariert, das hat nichts gebracht", stellte Pidcock später klar. "Es waren nur die Knöpfe."

Das Team Pinarello-Q36.5 nutzt elektronische SRAM Red AXS Schaltungen. Die genaue Ursache des Defekts blieb zunächst unklar. "Ich weiß nicht, was passiert ist", sagte Pidcock. "Der Schaltknopf funktioniert nicht, nur der obere."

Positive Leistung trotz Pech

Trotz des technischen Problems zeigte sich Pidcock mit seiner Form zufrieden. "Ich denke, ich bin heute super gut gefahren. Ich hatte wirklich gute Beine und habe mich stark gefühlt", sagte der britische Olympiasieger auf dem Mountainbike. "Wenn ich es mit dem letzten Mal vergleiche, als ich bei der Tour de France in einer Ausreißergruppe war, bei der Schotter-Etappe 2024 wo ich Zweiter wurde, war ich heute wirklich vorne mit dabei. Das zeigt definitiv, dass mein Niveau höher ist."

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Die Vorbereitung auf die Tour war für Pidcock alles andere als ideal verlaufen. Im März stürzte er bei der Volta a Catalunya in eine Schlucht und zog sich eine Bänderverletzung im rechten Knie zu. Im Juni musste er die Tour de Suisse, seine letzte Vorbereitung auf die Frankreich-Rundfahrt, wegen einer viralen Infektion absagen.

Realistische Einschätzung nach Frust

Mit etwas Abstand relativierte Pidcock seine Siegchancen noch einmal. "Ich glaube nicht, dass ich Mathieu überholt hätte", räumte er ein. "Ich bin ziemlich zufrieden. Ich bin einfach froh, dass ich am Ende schalten konnte und nicht im Peloton war. Zumindest war ich dort und konnte um den Sieg sprinten."

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Leon Weidner

Leon Weidner

Redakteur

Leon Philip Weidner ist Kölner, verfolgt den Profi-Radsport intensiv und ist selbst leidenschaftlich auf dem Rennrad unterwegs. Neben langen Kilometern im Sattel des Straßenrads sitzt er auch regelmäßig auf dem Zeitfahrrad – stets mit dem nächsten Triathlon im Blick. Seine Expertise verbindet sportliche Praxis mit Szenewissen.

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