TOUR Online
· 12.07.2026
Das Zentralmassiv empfing das Feld auf der 9. Etappe der Tour de France. Ein Terrain für eine Fluchtgruppe, so die Theorie. In der Praxis sorgte jedoch insbesondere das Team UAE Team Emirates – XRG für ein extrem schweres Rennen, sodass sich bis zum Finale ein Sekundenspiel zwischen den letzten vier Ausreißern und dem Hauptfeld entwickelte.
Am Ende rettete die Gruppe wenige Sekunden Vorsprung ins Ziel: Auf der ansteigenden Zielgeraden nach Ussel gewann Mathieu van der Poel (Alpecin-Fenix) das Teilstück. Platz zwei im Sprint der Vierergruppe ging an Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility) vor Thomas Pidcock (Pinarello-Q36.5). Das sechs Sekunden später folgende Feld wurde von Filippo Ganna (Netcompany – Ineos) vor Mads Pedersen (Lidl – Trek) angeführt.
Im Finale war es vor allem van der Poel, der aus der Fluchtgruppe das Tempo hoch hielt und viel von vorne fuhr. Den Sprint auf der Schlussrampe nach Ussel zog der Niederländer letztlich von vorne an und war mit seiner Power von seinen drei Begleitern nicht zu schlagen.
Das Teilstück fand auf einer veränderten Strecke statt. Am Samstagabend hatte der Rennveranstalter erklärt, die Etappe von 185,5 auf 155,5 Kilometer zu verkürzen. Grund war die behördliche Warnung der „Alarmstufe Rot“ aufgrund hoher Temperaturen in der Region des Zentralmassivs. Denn die Etappe fand erneut mit Temperaturen von 35 bis 40 Grad Celsius statt.
In der Gesamtwertung gab es auf den vorderen Plätze keine Veränderung. Tadej Pogacar (UAE Team Emirates - XRG) bleibt weiterhin mit 2:42 Minuten Vorsprung vor Jonas Vingagaard (Visma | Lease a Bike) an der Spitze. Rang drei belegt Pogacars Teamkollege Isaac del Toro mit einem Rückstand von 3:27 Minute - er trägt zudem das Trikot des besten Nachwuchsfahrers. Florian Lipowitz (Red Bull - BORA - hansgrohe) folgt auf Rang sieben mit vier Minuten Rückstand.
In der Punktewertung baute Pedersen seinen Vorsprung auf dieser Etappe wieder aus. In der Bergwertung liegt Pogacar weiter an der Spitze.
| RG | Fahrer | Zeit |
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Der erste Höhepunkt der Etappe war der Zwischensprint nach 15 Kilometern in Beynat, den Mads Pedersen (Lidl-Trek) dank der Vorarbeit seiner Teamkollegen Quinn Simmons und Mathias Vacek auf ansteigendem Terrain für sich entschied. Platz zwei ging an Biniam Girmay (NSN), Platz drei an Jasper Philipsen (Alpecin-Premier Tech). Wer im Anschluss aufgrund der hohen Temperaturen dachte, das Feld würde eine Gruppe fahren lassen und einen ruhigeren Tag verbringen, sah sich getäuscht.
Auf den rund 50 Kilometern über welliges Terrain lieferte sich das Feld einen harten Kampf mit etlichen Ausreißversuchen – zu den Angreifern gehörten unter anderem mehrfach Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech) und Thomas Pidcock (Pinarello-Q36.5). Die Bergwertung auf dem Weg zur Côte de Naves (Kategorie 3) gewann Valentin Paret-Peintre (Soudal - Quick Step) aus einer Fluchtgruppe.
In der Anfahrt zum Anstieg Suc au May (Kategorie 2) bildete sich zunächst eine 15-köpfige Gruppe, der erneut van der Poel und Pidcock angehörten. Aus dieser Gruppe setzten sich nach 65 Kilometern Quinn Simmons (Lidl-Trek) und Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility) ab. Dahinter bildete sich eine Verfolgergruppe um van der Poel. Zu dieser gehörten Pidcock, Derek Gee-West (beide Lidl-Trek), Lennert Van Eetvelt (Lotto-Intermarché), Alex Baudin (EF Education-EasyPost) und Pablo Castrillo (Movistar). Sie schlossen kurz vor dem Gipfel der Suc au May nach 74 Kilometern zum Ausreißerduo auf. Pidock gewann die Bergwertung.
Die Gruppe erhielt einen Vorsprung von rund 1:30 Minuten. Doch mehr ließ das UAE Team Emirates – XRG nicht zu und fuhr den Rückstand zeitweise bis auf 50 Sekunden wieder zu. 56 Kilometer vor dem Ziel sicherte sich Pidcock aus der Gruppe ebenfalls die Bergwertung an der Côte de la Croix du Pey (3. Kategorie).
Aufgrund des hohen Tempos von UAE Team Emirates – XRG reduzierte sich das Hauptfeld auf dem welligen Terrain des Zentralmassivs auf rund 40 Fahrer – mit allen Favoriten, unter anderem aber auch Pedersen und Michael Matthews (Jayco – AlUla). Ab 50 Kilometer vor dem Ziel stieg auch Netcompany – Ineos in die Tempoarbeit ein, sodass die Spitzengruppe stets auf einen Abstand von rund einer Minute gehalten wurde.
Da unter den Ausreißern keine Einigkeit bestand, forcierte van der Poel 25 Kilometer vor dem Ziel in der letzten Bergwertung am Mont Bessou (4. Kategorie) das Tempo, gewann die Bergwertung und bekam kurz darauf Begleitung durch Johannessen, Baudín und Pidock. Der Rest der Gruppe wurde auf den folgenden Kilometern eingeholt. 20 Kilometer vor dem Ziel hatten die vier Ausreißer dennoch nur einen Vorsprung von 48 Sekunden auf das dezimierte Hauptfeld.
Das Terrain blieb auch ohne Bergwertung wellig. Es entwickelte sich ein Sekundenspiel zwischen den Ausreißern und dem großen Verfolgerfeld. Insbesondere van der Poel investierte viel in der Führungsarbeit der Spitzengruppe. Im Feld spannte sich nun ebenfalls Lidl - Trek mit ein, da sich Pedersen noch in der Gruppe befand. Doch am Ende kam die Spitzengruppe um wenige Sekunden durch.
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