Tour de France

Tour de France Femmes 2022: Die wichtigsten Momente des Rennens

Thomas Goldmann

 · 10.08.2022

Tour de France Femmes 2022: Die wichtigsten Momente des RennensFoto: Getty Velo

Die erste Austragung der Tour de France Femmes ist Geschichte. TOUR blickt auf die wichtigsten Momente des Rennens zurück.

Wiebes schreibt Geschichte

Lorena Wiebes (rechts im Bild) setzt sich gegen Marianne Vos (daneben) durchFoto: Getty Velo
Lorena Wiebes (rechts im Bild) setzt sich gegen Marianne Vos (daneben) durch

Sie ist die erste Etappensiegerin der Tour de France Femmes: Lorena Wiebes. Am Tag, an dem die Frankreich-Rundfahrt der Männer in der französischen Hauptstadt endet, eröffnet die Sprinterin vom Team DSM das Rennen der Frauen mit einem Sieg auf dem Prachtboulevard an der Seine.

Für die Niederländerin wird es nicht der letzte Erfolg auf dem Weg zur Super Planche des Belles Filles sein. Auf der 5. Etappe schlägt sie nochmal zu.

Schwere Stürze überschatten 2. Etappe

Sichtlich gezeichnet im Ziel der 2. Etappe: Ursa PintarFoto: Getty Velo
Sichtlich gezeichnet im Ziel der 2. Etappe: Ursa Pintar

Das zweite Teilstück der Tour de France der Frauen ist geprägt von zahlreichen Stürzen. Innerhalb der letzten 30 Kilometer kracht es gleich dreimal. Viele Fahrerinnen erreichen das Ziel mit Blessuren, wie Ursa Pintar, die aus dem Zeitlimit fällt. Für andere endet die Fahrt nach Provins im Krankenwagen.

Mitfavoritin Marta Cavalli vom Team FDJ-Suez-Futuroscope erleidet ein Schädel-Hirn-Trauma, nachdem sie genau wie ihre Teamkollegin Cecilie Uttrup Ludwig, die weiterfährt, in einen Massensturz verwickelt ist.

Besonders heftig erwischt es Laura Süßemilch: Die deutsche Fahrerin vom Team Plantur-Pura, die bereits auf der 1. Etappe zu Fall gekommen war, bleibt nach ihrem Sturz rund 22 Kilometer vor dem Ziel zunächst regungslos am Straßenrand liegen. Ihre Mannschaft gibt nach der Etappe bekannt, dass sich Süßemilch zwei Wirbel gebrochen hat. Einige Tage später meldet sich die Bahnrad-Mannschaftsweltmeisterin aus dem Krankenhaus und verkündet, dass bei ihr ein dritter Wirbelbruch, eine gebrochene Rippe und ein Bruch im Hinterkopf festgestellt wurden.

Der Sieg von Marianne Vos auf der 2. Etappe gerät ob dieser schlimmen Unfälle fast in den Hintergrund.

FDJ schlägt zurück

Bei Cecilie Uttrup Ludwig fließen nach ihrem Etappensieg TränenFoto: Getty Velo
Bei Cecilie Uttrup Ludwig fließen nach ihrem Etappensieg Tränen

Eine der schönsten Geschichten der Tour de France Femmes 2022 ist die von Cecilie Uttrup Ludwig. Nach ihrem Sturz auf der 2. Etappe rappelt sich die Dänin wieder auf und gewinnt am Tag danach die Etappe in Epernay. Dabei bezwingt sie Marianne Vos im Sprint.

Im Ziel lässt Uttrup Ludwig ihren Gefühlen freien Lauf: “Es fühlt sich nach einem Super-Comeback nach dem Tag gestern an. Jetzt bin ich eine Etappensiegerin der Tour de France”, erklärt die 26-Jährige unter Tränen.

Verpasste Chance

Die 4. Etappe der Tour de France Femmes führte auch über SchotterstraßenFoto: Getty Velo
Die 4. Etappe der Tour de France Femmes führte auch über Schotterstraßen

Die Konkurrenz von Annemiek van Vleuten hat auf der 4. Etappe die Möglichkeit, der Top-Favoritin Zeit abzunehmen, da die Niederländerin zwischenzeitlich zurückfällt. Doch kein Team ist bereit, konsequent Tempo zu machen. Van Vleuten kommt zurück und bleibt ohne Zeitverlust - eine verpasste Chance.

Grund zur Freude hat an diesem Tag das Team SD Worx. Mit der Schweizerin Marlen Reusser gewinnt eine Fahrerin aus ihrer Mannschaft die Etappe. Zwei Tage später ist die Tour de France Femmes aber auch für Reusser nach einem Sturz beendet.

Garcia von Auto angefahren

Die 4. Etappe hält eine weitere traurige Geschichte parat. Mavi Garcia vom Team UAE ADQ wird rund 13 Kilometer vor dem Ziel vom Mannschaftswagen ihres Teams angefahren und kommt schwer zu Fall. Zwar kann sie das Rennen fortsetzen, verliert aber viel Zeit.

Van Vleutens Solo-Fahrt ins Gelbe Trikot

Annemiek van Vleuten im Ziel der 7. EtappeFoto: Getty Velo
Annemiek van Vleuten im Ziel der 7. Etappe

Die 7. Etappe ist eine Van-Vleuten-Show. Auf dem ersten von zwei Abschnitten durch die Vogesen setzt sich die Top-Favoritin bereits 62 Kilometer vor dem Ziel am Col du Platzerwasel von ihrer letzten Konkurrentin Demi Vollering ab und erreicht das Ziel in Le Markstein mit 3:26 Minuten Vorsprung. Es ist eine unglaubliche Triumphfahrt einer Ausnahmeathletin, die an diesem Tag mindestens eine Klasse besser ist als der Rest des Pelotons.

Niederländerinnen räumen bei Tour de France Femmes ab

Annemiek van Vleuten und das Team Movistar kosten ihren Triumph ausFoto: Getty Velo
Annemiek van Vleuten und das Team Movistar kosten ihren Triumph aus

Das große Finale der Tour de France Femmes 2022 steigt an der Super Planche des Belles Filles, wo Lennard Kämna bei den Männern rund drei Wochen zuvor erst kurz vor dem Ziel von Tadej Pogacar eingeholt wurde. Bei den Damen gibt es keine Zweifel, wer die stärkste Fahrerin ist: Annemiek van Vleuten.

Selbst drei Radwechsel können die 39-Jährige nicht aus dem Konzept bringen. Sie feiert mit 30 Sekunden Vorsprung auf Vollering ihren zweiten Etappensieg binnen 24 Stunden und macht das Double aus Giro Donne und Tour de France Femmes perfekt. Van Vleuten ist nicht die einzige Niederländerin, die an diesem Tag Grund zur Freude hatte.

Ihre Landsfrau Vollering sichert sich auf der letzten Etappe das Bergtrikot. Zudem geht das Grüne Trikot an Marianne Vos und die Nachwuchswertung an Shirin van Anrooij- zwei weitere Niederländerinnen.

 Canyon//SRAM Racing gewinnt die MannschaftswertungFoto: Getty Velo
Canyon//SRAM Racing gewinnt die Mannschaftswertung

Mit Canyon//SRAM Racing holt sich ein deutsches Team die Mannschaftswertung, beste Einzelstarterin aus Deutschland in der Gesamtwertung ist Liane Lippert vom Team DSM auf Platz 16 mit 29:49 Minuten Rückstand.