Tour de France 2026Wer holt sich das Gepunktete Trikot?

Leon Weidner

 · 20.06.2026

Tour de France 2026: Wer holt sich das Gepunktete Trikot?Foto: Getty Images/Dario Belingheri
Lenny Martinez trug das Trikot des besten Bergfahrers bei der Tour de France 2025, konnte es jedoch gegen Tadej Pogačar nicht bis nach Paris verteidigen
Ein Fall für die Kletterspezialisten bei der Tour de France: das Gepunktete Trikot. Von den Fans verehrt und oft mehr als der Gesamtführende gefeiert, genießt der Träger große Anerkennung. Aber wer hat Chancen die Bergwertung für sich zu entscheiden? Das sind die Kandidaten.

Neben dem Kampf um das Gelbe Trikot sorgt auch die Bergwertung jedes Jahr für besondere Spannung. Das gepunktete Trikot bietet bei der Tour de France 2026 vor allem den Fahrern eine große Bühne, die im Gesamtklassement kaum Chancen haben, dafür aber im Hochgebirge ihre Stärken voll ausspielen können. Genau hier setzt auch das Trio an, das in diesem Jahr besonders in den Fokus rückt. Ein reiner Etappenjäger ist jedoch auch dabei.

Tour de France - Gepunktetes Trikot: Die Favoriten

Lenny Martinez gehört dabei zu den naheliegendsten Kandidaten. Der Franzose ist ein ausgesprochener Kletterspezialist, der sich in den Bergen am wohlsten fühlt und seine Chancen vor allem über Etappenfluchten suchen wird. Da ihm für den Sieg in der Gesamtwertung die Konstanz gegen die größten Favoriten fehlen dürfte, kann er seine Kräfte gezielt auf ausgewählte Etappen konzentrieren. Diese Herangehensweise macht ihn zu einem idealen Anwärter auf viele Punkte in der Bergwertung, zumal er immer wieder durch explosive Antritte im Hochgebirge überzeugen kann.

Ein ähnliches Profil bringt Richard Carapaz mit, der nach einer kurzfristigen Planänderung bei der Tour an den Start geht. Der Ecuadorianer verfügt über viel Erfahrung und hat 2024 bereits bewiesen, dass er ein solches Trikot gegen die Topstars des Gesamtklassements gewinnen kann. Seine Stärke liegt vor allem darin, aus Ausreißergruppen heraus die entscheidenden Attacken zu setzen. In solchen Rennsituationen ist er nur schwer zu kontrollieren und kann sich gezielt die Punkte an den Bergwertungen sichern. Gerade bei langen und anspruchsvollen Etappen könnte Carapaz zu einem der prägenden Fahrer werden. Seine Ambitionen für das “Maillot à pois” hängen jedoch davon ab, ob er bis zum Ende der dreiwöchigen Tour de France auf die Gesamtwertung fährt. Sollte dies der Fall sein, wird es wohl keine Ausreißversuche von ihm geben und damit auch nicht genügend Punkte in der Bergwertung.

Als dritter Kandidat rückt Valentin Paret-Peintre in den Blick. Der Franzose ist ein klassisches Leichtgewicht und zählt zu den reinsten Kletterern im Feld. Für ihn wird es darum gehen, Freiheiten für die Etappenjagd zu nutzen und sich so Stück für Stück ein Punktepolster aufzubauen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Kandidaten für das Gepunktete Trikot, ist er definitiv kein Fahrer für das Gesamtklassement. Seine Qualitäten im Hochgebirge konnte er bereits unter Beweis stellen, weshalb ihm auch über mehrere Wochen hinweg eine konstante Ausbeute zuzutrauen ist. Wenn er die sich bietenden Chancen konsequent nutzt, kann auch er eine entscheidende Rolle im Kampf um das Gepunktete Trikot spielen.

Oder doch die Gesamtklassement-Fahrer?

Auch wenn die Bergwertung in den vergangenen Jahren immer wieder große Spannung mit sich brachte, ist es gut möglich, dass einer der besten Fahrer der Gesamtwertung das Trikot gewinnt. 2022 schnappte Jonas Vingegaard dem Deutschen Kletterer Simon Geschke das Trikot kurz vor Ende der Rundfahrt weg, 2025 überholten Tadej Pogačar und Jonas Vingegaard Lenny Martinez in der Wertung noch. So dominant wie Pogačar und Vingegaard auf Etappen mit vielen möglichen Bergpunkten fahren, wird es für echte Etappenjäger und reine Kletterspezialisten bei der Tour de France immer schwieriger sich durchzusetzen. Umso schöner ist es, wenn am Ende bei der Siegerehrung in Paris nicht ein und derselbe Fahrer mit dem Trikot der Gesamtwertung und dem Gepunkteten Trikot auf das Siegerpodest steigt.

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Leon Weidner

Werkstudent

Leon Philip Weidner ist Kölner, verfolgt den Profi-Radsport intensiv und ist selbst leidenschaftlich auf dem Rennrad unterwegs. Neben langen Kilometern im Sattel des Straßenrads sitzt er auch regelmäßig auf dem Zeitfahrrad – stets mit dem nächsten Triathlon im Blick. Seine Expertise verbindet sportliche Praxis mit Szenewissen.

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