Tour de France - 21. EtappeWahnsinns-Finale in Paris: Van der Poel und Philipsen feiern Doppelsieg

Sebastian Lindner

 · 26.07.2026

Tour de France - 21. Etappe: Wahnsinns-Finale in Paris: Van der Poel und Philipsen feiern DoppelsiegFoto: Getty Images
Mathieu van der Poel rettet sich hauchdünn vor den Sprintern ins Ziel und gewinnt die 21. Etappe der Tour de France 2026.
Mathieu van der Poel (Alpecin - Premier Tech) hat die Schlussetappe der Tour de France in Paris auf den Champs-Élysées gewonnen. Der Niederländer war am Montmartre-Anstieg mit Gesamtsieger Tadej Pogacar (UAE Team Emirates - XRG) ausgerissen. Doch während der Mann in Gelb auf der Zielgeraden noch gestellt wurde, rettete van der Poel zwei Meter auf die Sprinter ins Ziel.

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Unter denen war auf der 21. Etappe Jasper Philipsen der Schnellste, womit er für Alpecin den Doppelsieg klarmachte. Hinter ihm belegte Mads Pedersen (Lidl - Trek) Rang drei. Vierter wurde Max Kanter (XDS Astana Team), der die Tour somit nochmal mit einem guten Ergebnis beenden konnte.

Für die Gesamtwertung spielten die letzten Runden bereits keine Rolle mehr. Die Zeit wurde genommen, bevor die Fahrer die drei Runden über Montmartre in Angriff nahmen. Damit änderte sich nichts mehr am Klassement: Pogacar feierte seinen fünften Tour-Sieg und machte damit den Sprung auf eine Stufe mit Eddy Merckx, Bernard Hinault, Jacques Anquetil und Miguel Indurain. Er siegte vor Remco Evenepoel (Red Bull - BORA - hansgrohe) und seinem Teamkollegen Isaac Del Toro.

Für van der Poel war es der zweite Tagessieg bei dieser Frankreichrundfahrt. “Schon vor einem Jahr habe ich an diese Etappe gedacht, da saß ich aber krank zu Hause vorm Fernseher. So, wie es jetzt gelaufen ist, ist es ein Traum”, sagte van der Poel nach seinem Sieg auf den Champs-Élysées. “Ich habe nur darauf gewartet, dass mich irgendein Vorderrad überholt. Aber es ist einfach nicht passiert. Das war eines der Rennen, dass ich in meinem Leben unbedingt gewinnen wollte”, so der 31-Jährige. Das bedeutete allerdings auch: Erstmals seit 1999 und überhaupt erst zum dritten Mal in der Geschichte der Tour de France gab es keinen Etappensieger aus Frankreich.

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Die vier Trikotträger der Tour de France 2026: Tadej Pogacar, Isaac Del Toro, RIchard Carapaz und Mads Pedersen | Foto Getty ImagesDie vier Trikotträger der Tour de France 2026: Tadej Pogacar, Isaac Del Toro, RIchard Carapaz und Mads Pedersen | Foto Getty Images

Pogacar: “Wirklich unglaublich, auch für mich”

Auch Pogacars Ziel war es, in Paris zu gewinnen. Der 27-Jährige hat allerdings ausreichend Dinge, die ihn trösten dürften. “Es war ein großartiger Tag. Aber ich bin auch glücklich, dass es jetzt vorbei ist und wir zum fünften Mal gewonnen haben”, erklärte der Slowene nach dem Rennen. “Jeder Sieg ist wirklich speziell. Ich bin jetzt sieben Mal die Tour gefahren und stand sieben Mal auf dem Podium. Und fünf Mal habe ich gewonnen. Wirklich unglaublich, auch für mich.”

Während Pogacar zum fünften Mal das Gelbe Trikot nach Paris trug, waren es für del Toro in Weiß und Pedersen in Grün Premieren. Richard Carapaz (EF Education - EasyPost) hingegen wiederholte den Gewinn des Bergtrikots, das er 2024 erstmals für sich reklamierte. Der Ecuadorianer wurde darüber hinaus als Kämpferischster Fahrer der Tour ausgezeichnet. Bestes Team wurde Lidl - Trek vor UAE und Red Bull.

Die letzte Etappe war anders als ursprünglich geplant direkt auf den Champs-Élysées gestartet worden. Die Anfahrt aus Thoiry wurde gestrichen, da die Sicherheitskräfte, die zur Absicherung der Strecke benötigt worden wären, zur Unterstützung ihrer Kollegen rund um Bodeaux benötigt wurden; dort wüten seit geraumer Zeit heftige Waldbrände.

Tour de France 2026 - Ergebnisse der 21. Etappe

So lief die 21. Etappe der Tour de France 2026

Das Profil der 21. Etappe der Tour de France 2026Foto: A.S.O.Das Profil der 21. Etappe der Tour de France 2026

Die somit von 133 auf 89 Kilometer verkürzte Etappe musste zwar ohne Champagner, aber nicht ohne die üblichen Foto-Sessions in gemächlichem Tempo vor dem Feld auskommen. Nach zwei Runden über den Pariser Prachtboulevard endete das gentlemen's agreement allerdings und es wurde angegriffen. Den Anfang machte dabei ein alter Bekannter der vergangenen drei Wochen: Baptiste Veistroffer (Lotto Intermarché).

Genau wie alle weiteren Angreifer, die es vor den Montmartre-Runden versuchten, kamen aber nur ein paar Sekunden weg. Xabier Mikel Azparren (Pinarello Q36.5 Pro Cycling) und Thibault Guernalec (TotalEnergies) konnten sich dann auf dem Weg zum ersten Anstieg (4. Kategorie) eine knappe Minute herausfahren. Die Zeit fürs Gesamtklassement war da bereits wie im Vorjahr gestoppt worden, obwohl dieses Mal Regen oder schwierige Witterungsbedingungen keine Rolle spielten.

Bei der ersten Überfahrt des Montmartre-Anstiegs sortierte sich das Feld erstmals vor. An der Spitze fuhren mit Pogacar, Pedersen und van der Poel die großen Stars der Tour über das Kopfsteinpflaster, doch die Gruppe wurde in der Folge wieder größer. Beim Überfahren des Zielstrichs war aber das Peloton fast wieder komplett.

Pogacar auf der Zielgeraden gestellt

Bei der zweiten Überfahrt nahm Pogacar die Zügel in die Hand. Nur van der Poel konnte direkt folgen. Nach der Kuppe stießen Evenepoel und Pedersen noch dazu. Hinten im Feld machte Decathlon das Tempo, holte das Quartett auf der Gegengeraden der Ziellinie wieder zurück.

In den letzten Anstieg gingen sowohl van der Poel als auch Pogacar nicht optimal positioniert und konnten erst 400 Meter vor der Kuppe antreten. Zwar ging wieder eine Lücke auf, doch war die dieses Mal kleiner. 15 Sekunden aufs Feld mit Kooij und Pedersen standen sieben Kilometer vor dem Ende zu Buche, dazwischen fuhr noch eine Sechsergruppe um Jonas Abrahamsen (Uno-X Mobility) und Jasper Stuyven (Soudal Quick-Step).

Doch obwohl Decathlon mit vier Mann hinter der Spitze herjagte, wurde der Abstand kaum geringer. Erst auf den letzten anderthalb Kilometern schwanden die Sekunden. Während Pogacar 400 Meter vor dem Ziel gestellt wurde, zündete van der Poel nochmal den Turbo. Pedersen eröffnete mit Philipsen am Hinterrad einen langen Sprint, doch es sollte nicht mehr reichen: Van der Poel rettete zwei Meter vor seinem Teamkollegen und dem Dänen, Kanter sprintete dahinter nochmal auf Rang vier.

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