Tour de France - 19. EtappePogacar in Rekordzeit zum Sieg in Alpe d’Huez

Sebastian Lindner

 · 24.07.2026

Tour de France - 19. Etappe: Pogacar in Rekordzeit zum Sieg in Alpe d’HuezFoto: Getty Images / Luc Claessen
Tadej Pogacar hat die 19. Etappe in Alpe d’Huez gewonnen und dabei die Rekordzeit von Marco Pantani unterboten.
Tadej Pogacar (UAE Team Emirates - XRG) hat sich seinen ersten Sieg in Alpe d’Huez gesichert. Der Slowene gewann die 19. Etappe der Tour de France und feierte im Lauf der Rundfahrt seinen fünften Tagessieg. Zweiter wurde Lenny Martinez (Bahrain - Victorious) vor Richard Carapaz (EF Education - EasyPost).

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Pogacar startete seinen Angriff 11,7 Kilometer vor dem Ziel und damit bereits recht früh am Schlussanstieg der nur 128 Kilometer langen Etappe von Gap. In der kleinen Gruppe um die weiteren Favoriten regte sich niemand, als der 27-Jährige das Tempo erhöhte und davonfuhr. Gut drei Minuten musste Pogacar zur Spitzengruppe aufholen, die zu diesem Zeitpunkt noch aus Carapaz, Martinez und Sepp Kuss (Team Visma | Lease a Bike) bestand.

Drei Kilometer vor dem Ziel holte sich Pogcar Kuss, kurz darauf Martinez, der aber am Hinterrad blieb. Das Duo fuhr 1700 Meter vor dem Ende dann zu Carapaz. Rund 800 Meter vor dem Ziel in einem relativ flachen Abschnitt fuhr Pogacar die beiden Kletterspezialisten dann aus seinem Windschatten und zum Sieg. Dabei drückte er den Alpe-d’Huez-Rekord von Marco Pantani aus dem Jahr 1995, der über 13,8 Kilometer bei 36:50 Minuten lag, auf 35:27 Minuten.

“Es ist wirklich cool, hier oben zu gewinnen”, sagte Pogacar nach deinem Rennen. “Es war eine verrückte Atmosphäre den ganzen Anstieg entlang. Ich bin für meine Teamkollegen gefahren und bin sehr glücklich, heute gewonnen zu haben.” Doch der Dominator will mehr, wie er andeutete. “Ich bin in guter Form, schaue von Tag zu Tag. Morgen ist die Königsetappe der Tour.“

Carapaz übernimmt das Bergtrikot

Während Pogacar seinen Vorsprung in der Gesamtwertung damit weiter ausbaute, konnte auch Remco Evenepoel (Red Bull - BORA - hansgrohe) Isaac Del Toro (UAE Team Emirates - XRG) und Paul Seixas (Decathlon CMA CGM) nicht nur auf Distanz halten, sondern seinen Vorsprung ebenfalls leicht ausbauen. Er erreichte das Tagesziel als Sechster zwölf Sekunden vor dem Mexikaner und weitere vier vor dem Franzosen, sodass auch die Plätze zwei, drei und vier im Klassement unverändert blieben. Neuer Fünfter ist jetzt allerdings Martinez, der über die Ausreißergruppe zwei Plätze gutmachte. Gleiches gilt für Carapaz, der jetzt Achter ist.

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Der Ecuadorianer ist zudem der neue Mann im Bergtrikot und steht jetzt mit 91 Punkten einen vor Pogacar und sieben vor Valentin Paret-Peintre (Soudal Quick-Step), der ursprünglich auch zu den Ausreißern gehörte, hintenraus aber gewaltig einbrach. Während im Kampf um das Gepunktete Triko0t die Entscheidung damit auf die Königsetappe vertagt wurde, hat Mads Pedersen (Lidl - Trek) Grün nun ziemlich sicher. Der Däne war ebenfalls Teil der Ausreißer und gewann einmal mehr den Zwischensprint, was ihm nun ein komfortables Polster bescherte.

Tour de France 2026 - Ergebnisse der 19. Etappe

So lief die 19. Etappe der Tour de France 2026

Das Profil der 19. Etappe der Tour de France 2026Foto: A.S.O.Das Profil der 19. Etappe der Tour de France 2026

Vollgas-Eröffnung aus Gap hinaus. Mit Kilometer Null warteten gleich mal 4,7 Kilometer mit mehr als sieben Prozent im Schnitt. Die erste Bühne gehörte Paret-Peintre und Carapaz, die sich mit Vorteil für den Franzosen um die Bergpunkte duellierten. Kurz darauf löste sich dann aber eine große Spitzengruppe mit mehr als 40 Fahrern. Neben den beiden Rivalen für das Bergtrikot war unter anderem in Martinez der Siebente der Gesamtwertung dabei, keine 13 Minuten hinter Pogacar. Und auch Pedersen hatte wieder den Sprung in die Gruppe gewagt.

Auch am Col du Noyer (1. Kategorie) wurde um die Bergpunkte gesprintet. Das Duell ging wieder an Paret-Peintre. In der Abfahrt baute die Spitze ihren Vorsprung auf dreieinhalb Minuten aus. In dem Bereich pendelte er sich auch für die nächsten Kilometer ein, bis zum Zwischensprint, bei dem keiner es wagte, Pedersen in die Suppe zu spucken, war die Lücke dann aber doch auf 4:30 Minuten aufgegangen.

Pogacar geht früh in die Offensive

Kurz darauf musste überraschend Paret-Peintre die Gruppe gehen lassen. Im Anstieg zum Col d’Ornon (2. Kategorie) schrumpfte die Spitze dann aber deutlich stärker, 14 kamen oben an, Carapaz als Erster. Die Gruppe nahm dreieinhalb Minuten mit in den 13,8 Kilometer langen Schlussanstieg nach Alpe d’Huez. Unten rein machte Arensman Dampf, Carapaz, Martinez, Kuss, Matthew Riccitello (Decathlon CMA CGM) und Javier Romo (Movistar Team) folgten.

11,7 Kilometer vor dem Ziel ging dann aber auch schon Pogacar in die Offensive. Keine der anderen Favoriten versuchte auch nur, dort mitzufahren. Vorne wiederum wollte sich Carapaz noch nicht geschlagen geben, Martinez und Kuss ließen sich nicht abhängen.

Sieben Kilometer vor dem Ziel hatte Pogacar den Rückstand auf anderthalb Minuten zur Spitze verkleinert. Evenepoel, Seixas und Del Toro waren zu dem Zeitpunkt 1:20 Minuten hinter dem Slowenen.

Carapaz und Martinez halten lange dagegen

Kurz vor der 4-Kilometer-Marke attackierte Evenepoel aus der Gruppe um Rang zwei. Pogacar holte sich 1000 Meter später erst Kuss, dann kurz darauf Martinez. Carapaz wurde 1700 Meter vor dem Ziel eingeholt, aber Martinez war da noch am Hinterrad von Pogacar. Bis 800 Meter vor dem Ziel konnten beide mitfahren, doch dann, auf dem flachen Abschnitt, ließ er die Kletterflöhe stehen, die dann auf zwei und drei einfuhren.

Zweieinhalb Minuten später kam Evenepoel, der ein paar Sekunden Vorsprung auf Del Toro und noch ein paar mehr auf Skjelmose und Seixas herausfuhr.

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