Tour de France - 18. EtappeCarapaz als Ausreißer zum Solosieg

Sebastian Lindner

 · 23.07.2026

Tour de France - 18. Etappe: Carapaz als Ausreißer zum SolosiegFoto: Getty Images / Tim de Waele
Richard Carapaz gewinnt die 18. Etappe der Tour de France 2026 als Solist.
Richard Carapaz (EF Education - EasyPost) hat sich den Sieg auf der Bergankunft auf der 18. Etappe der Tour de France in Orcières-Merlette gesichert. Der Ecudorianer war Teil der Ausreißergruppe, die den Sieg unter sich ausmachte. Carapaz siegte als Solist mit 45 Sekunden Vorsprung auf Mauro Schmid (Team Jayco AlUla) und Matteo Jorgenson (Team Visma | Lease a Bike).

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Gemeinsam mit Valentin Paret-Peintre (Soudal Quick-Step), Raul Garcia Pierna (Movistar Team) und Anders Halland Johannessen (Uno-X Mobility) war das Podiumstrio in den sieben Kilometer langen Schlussanstieg nach Orcières-Merlette gefahren. Eine Verfolgergruppe sowie das Hauptfeld waren weit zurück und spielten um den Tagessieg keine Rolle. Dann war es Carapaz, der mit zwei Attacken die Spitze verkleinerte und schließlich allein unterwegs war.

Für den 33 Jahre alten Giro-Sieger von 2019 war es der zweite Etappensieg bei der Tour nach 2024, als er in Superdevoluy ebenfalls als Ausreißer gewann. Insgesamt war es sein 25. Sieg als Profi. Wenn Carapaz gewinnt, dann überwiegend hochwertige Rennen. 15 Siege stammen von WorldTour-Events, drei weitere sind Meistertitel aus Ecuador. Und dann ist da noch der Olympiasieg aus dem Jahr 2021.

“Es ist eine besondere Sache, bei der Tour zu gewinnen”, sagte Carapaz, der den Sieg seiner Familie widmete. “Es ist unglaublich, diese Etappe zu gewinnen, ich musste alles dafür geben”, sagte er weiter. “Es war wirklich hart. Ich war in Sorge, weil ich es erst spät schaffte, in die Gruppe zu springen. Am Schlussanstieg habe ich dann einfach auf den richtigen Moment gewartet.”

Carapaz entert die Top 10

Mit seinem Sieg hat sich Carapaz zusätzlich auch in die Top 10 der Gesamtwertung gefahren, liegt jetzt genau 21 Minuten hinter Tadej Pogacar (UAE Team Emirates - XRG), der gemeinsam mit allen anderen Klassementfavoriten viereinhalb hinter dem Tagessieger ins Ziel kam. In diesem Ranking hat sich entsprechend wenig getan.

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Anders beim Kampf um Grün. Denn Mads Pedersen (Lidl - Trek) war lange Zeit ebenfalls Teil der Ausreißergruppe und siegte am Zwischensprint. Die 25 Zähler, die er seinem Konto zuschreiben konnte, kommen nun einer Vorentscheidung im Kampf um die Punktewertung gleich. Enger geworden ist es unterdessen beim Bergtrikot. Paret-Peintre liegt mit 69 Punkten nur noch einen hinter Pogacar, auch Carapaz fehlen nur noch sieben an die Spitze des Rankings.

Tour de France 2026 - Ergebnisse der 18. Etappe

So lief die 18. Etappe der Tour de France 2026

Das Profil der 18. Etappe der Tour de France 2026Foto: A.S.O.Das Profil der 18. Etappe der Tour de France 2026

Nachdem es zunächst so aussah, als würde sich relativ schnell ein Quintett um Jonas Abrahamsen (Uno-X Mobility) auf den ersten flachen 20 Kilometern als Gruppe des Tages etablieren, nahm der Kampf doch nochmal richtig Fahrt auf, als der Anstieg zur Côte d’Engins (1. Kategorie) erreicht war. Die 40 Sekunden Vorsprung waren schnell aufgebraucht. Und als sich Carapaz und Paret-Peintre aufmachten, um im Kampf um das Bergtrikot die zehn Punkte für sich zu beanspruchen, begann alles von Neuem.

Paret-Peintre fuhr den Zehner ein, Carapaz acht Punkte. Doch der höchste Punkt des Anstieges war längst nicht erreicht, was zu weiteren Angriffen führten. Unter anderem durch den unermüdlichen Pedersen, der mit sieben Punkten Vorsprung in der Punktewertung auch Jasper Philipsen (Alpecin - Premier Tech) in den Tag ging und am Zwischensprint daraus 32 machen wollte.

Über den höchsten Punkt des Berges nach 52 Kilometern fuhr die Pedersen-Gruppe, zu der auch Jorgenson, Thymen Arensman (Netcompany INEOS), Johannessen, Pablo Castrillo (Movistar Team), Nicolas Breuillard (TotalEnergies) und erneut Felix Engelhardt (Team Jayco AlUla) gehörten, mit 40 Sekunden Vorsprung auf das Hauptfeld. In der Abfahrt schloss noch Romain Gregoire (Groupama - FDJ United) auf.

Pedersen belohnt sich

Während die Favoritengruppe um Pogacar auf den nächsten Kilometern das Tempo rausnahm, bildeten sich zwei Verfolgergruppen, von denen die erste um Paret-Peintre, Carapaz, Egan Bernal (Netcompany INEOS) und Schmid noch vor der nächsten Bergwertung an der Côte de Monteynard (2. Kategorie) aufschloss. Paret-Peintre holte sich dort einmal mehr die Bergpunkte. 92 Kilometer waren es noch bis ins Ziel.

14 Fahrer bildeten die neue Spitze, die auch gemeinsam am Zwischensprint 56 Kilometer vor dem Ziel ankam. Pedersen holte sich dort die ersehnten Punkte, die ihm auch keiner streitig machen wollte. Während das Peloton mit mehr als acht Minuten Rückstand jegliche Aktien auf den Tagessieg abgegeben hatte, fand auch die übrig gebliebene Verfolgergruppe um Michael Storer (Tudor Pro Cycling), Ben Healy (EF Education - EasyPost) oder Michal Kwiatkowski (Netcompany INEOS) keinen wirklichen gemeinsamen Nenner, sodass aus zwischenzeitlich nur noch 30 Sekunden Rückstand wieder mehr als eine Minute wurde.

45 Kilometer vor dem Ziel fiel die Spitzengruppe auseinander. Engelhardt fuhr einen Leadout für Schmid, der sich mit Jorgenson, Johannessen, Garcia Pierna sowie Paret-Peintre und Carapaz von seinen ehemaligen Begleitern absetzte. Das Sextett fuhr sich bis zum Beginn des Schlussanstiegs sieben Kilometer vor dem Ziel fast vier Minuten auf die ersten Verfolger heraus. Der Sieger sollte also aus dieser Gruppe kommen.

Carapaz offensiv zum Sieg

Vier Kilometer vor dem Ende setzte Carapaz die erste Attacke. Paret-Peintre blieb dran, Schmid und Jorgenson konnte die Lücke wieder zufahren. Dann griff der Ecuadorianer zum zweiten Mal an. Und dieser Angriff saß. Während Jorgenson und Schmid gemeinsam weitermachten, zollte Paret-Peintre seinen Sprints an den Bergwertungen Tribut und konnte dem Duo nicht folgen.

Während Carapaz als Solist zum Sieg fahren, sicherte sich Schmid dahinter Rang zwei im Sprint mit Jorgenson. Paret-Peintre wurde letztlich Vierter, was vor allem deshalb bitter für den Franzosen war, da ihm ein Platz weiter vorne das Bergtrikot beschert hätte, dass er zwar bereits trug . allerdings nur als Stellvertreter von Pogacar.

In der Gruppe der Favoriten schonten die Stars derweil ihre Kräfte vor dem anstehenden Alpe-d’Huez-Double und verzichteten auf Sekundenkämpfe und fuhren mit einem Nichtangriffspakt ins Ziel.

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