Tour de France - 17. EtappeSprinter als Ausreißer: Philipsen nutzt letzte Chance

Sebastian Lindner

 · 22.07.2026

Tour de France - 17. Etappe: Sprinter als Ausreißer: Philipsen nutzt letzte ChanceFoto: Getty Images / Dario Belingheri
Jasper Philipsen gewinnt die 17. Etappe der Tour de France.
Jasper Philipsen (Alpecin - Deceuninck) hat die 17. Etappe der Tour de France gewonnen. Der Belgier musste lange auf seinen ersten Tagessieg bei dieser Frankreichrundfahrt warten und holte ihn dann in ungewöhnlicher Manier: als Ausreißer. In Voiron siegte er im Sprint deutlich vor Mauro Schmid (Team Jayco AlUla) und Olav Kooij (Decathlon CMA CGM).

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Eine Gruppe von 25 Fahrern sprintete nach 175 Kilometern gemeinsam um den Tagessieg. Den ganzen Tag über gab es keine festen Konstellationen. Bis sich überhaupt eine Gruppe lösen konnte, waren 60 Kilometer absolviert. Immer neue Attacken änderten die Zusammensetzung, in Jasper Stuyven (Soudal Quick-Step) wurde ein letzter Solokämpfer erst vier Kilometer vor dem Ziel zurückgeholt. In dem Moment stiegen auch Philipsens Chancen.

Durchaus ergriffen sagte der im Siegerinterview: “Diese Tour war bisher eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich hatte mich so gut auf Frankreich vorbereitet, aber die ersten Tage waren grauenhaft, ich konnte mich einfach nicht finden. Das ist hier auf jeden Fall auch ein Sieg für das Team, das nie aufgehört an mich zu glauben, auch wenn ich am Tisch immer der “Angry Bird” und sauber auf mich selbst war.”

Philipsen: “Kostet mich ein paar Lebensjahre”

Zwischenzeitlich schien Philipsen jedoch keine Aktien mehr am Tagessieg zu haben. Der 28-Jährige war im Grunde immer im Hintertreffen und bis kurz vorm Ziel nie in der Spitzengruppe des Tages. “Der Sieg kostet mich ein paar Lebensjahre”, sagte er dann auch, “ich dachte, die Etappe sei schon verloren. Aber das Team hat mich dann “doch noch ganz stark vorne abgeliefert.”

Philipsen elfter Tour-Sieg und der insgesamt 64. seiner Profikarriere brachten ihn auch im Kampf um das Grüne Trikot nochmal ganz nah an Mads Pedersen (Lidl - Trek) heran. Der Däne war seinem Kontrahenten über den Tag fast immer eine Gruppe voraus und gewann auch den Zwischensprint, musste im Finale aber mit Rang acht Vorlieb nehmen. Nur sieben Punkte Vorsprung nimmt er mit auf die letzten vier Etappen.

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In der Gesamtwertung und im Kampf um das Bergtrikot hat sicher derweil nichts getan. Die Klassementfahrer um Tadej Pogacar (UAE Team Emirates - XRG) und Remco Evenepoel (Red Bull - BORA - hansgrohe) kamen mit knapp neun Minuten Vorsprung gesammelt ins Ziel. Pogacar behält damit das Gelbe Trikot und bleibt Führender in der Bergwertung, Isaac Del Toro (UAE Team Emirates - XRG) der beste Nachwuchsprofi.

Tour de France 2026 - Ergebnisse der 17. Etappe


2026:

Etappe 17: Chambéry - Voiron

22.07.2026 | 174.7 km
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So lief die 17. Etappe der Tour de France 2026

Das Profil der 17. Etappe der Tour de France 2026Foto: A.S.O.Das Profil der 17. Etappe der Tour de France 2026

Von Beginn der Etappe an entwickelte sich der erwartet harte Kampf um die Ausreißergruppe, der auch bis zum Col de Prés (3. Kategorie) nach 50 Kilometern, dem höchsten Punkt des Tages, noch nicht ausgefochten war. Eine 20-köpfige Gruppe um Nils Politt (UAE Team Emirates - XRG), Nico Denz (Red Bull - BORA - hasngrohe) und Felix Engelhardt (Team Jayco AlUla) wurde am Gipfel zurückgeholt.

Über die Abfahrt und eine kleine Gegensteigung bildete sich dann eine neue Konstellation mit 16 Fahrern. Engelhardt war wieder dabei, auch Jai Hindley (Red Bull - BORA - hansgrohe), Quinn Simmons (Lidl - Trek), Egan Bernal (Netcompany INEOS) oder auch Mathieu van der Poel (Alpecin - Premier Tech). Allerdings konnte sich auch diese Gruppe lange nur bei einer halben Minute Vorsprung behaupten, weil Decathlon den Massensprint für Kooij noch nicht aufgeben wollte.

Erst 80 Kilometer vor dem Ziel stellte das französische Team seine Arbeit ein - um die Lücke dann mit weiteren Teams auf den nächsten 15 Kilometern dann doch wieder zu verkleinern. Pedersen nutzte die Chance und sprang mit einem Kraftakt nach vorn, einige weitere Profis taten es ihm gleich. Unter anderem auch Kooij. 60 Kilometer vor dem Ziel waren 29 Mann vorne, eine Gruppe um Philipsen hing 45 Sekunden zurück. Das Hauptfeld nahm danach die Beine hoch.

Stuyven für mutige Attacke nicht belohnt

In der Gruppe hingegen wurde weiter attackiert. So lösten sich Pedersen, Engelhardt, Stuyven, Ben Healy (EF Education - EasyPost), Michal Kwiatkowsi (Netcompany INEOS) und Edward Planckaert (Alpecin - Deceuninck). Mit einer Minute Vorsprung auf die große Verfolgergruppe erreichten sie den Zwischensprint 27 Kilometer vor dem Ziel. Pedersen sicherte sich 25 Punkte.

Eine Uneinigkeit nach dem Sprint nutzte Stuyven, um sich mit einer Attacke von seinen Begleitern zu lösen. 16 Kilometer vor dem Ziel ging das Loch auf 45 Sekunden auf. Kurz darauf schloss die Gruppe um Kooij und Philipsen zu Pedersen auf, vier Kilometer vor dem Ziel stellten die vereinten Kräfte auch Stuyven.

Auf dem ansteigenden Terrain wurde daraufhin attackiert, die entscheidende Lücke ging aber nicht auf. Und so waren es dann die Sprinter, die den Sieg als Ausreißer unter sich ausmachten. Angefahren von van der Poel war aber kein Vorbeikommen an Philipsen.

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