Tour de France - 16. EtappeRed Bull zwischen Freude und Frust: Evenepoel gewinnt, Lipowitz nach Sturz raus

Sebastian Lindner

 · 21.07.2026

Tour de France - 16. Etappe: Red Bull zwischen Freude und Frust: Evenepoel gewinnt, Lipowitz nach Sturz rausFoto: Getty Images
Remco Evenepoel gewinnt das Zeitfahren auf der 16. Etappe der Tour de France.
Remco Evenepoel (Red Bull - BORA - hansgrohe) hat die 16. Etappe der Tour de France, ein Zeitfahren zwischen Evian und Thonon am Genfersee, gewonnen. 32:19 Minuten benötigte er für den 26,1 Kilometer langen Kurs mit 500 Höhenmetern - ein Schnitt von 48,4 km/h. Allzu groß war die Freude darüber allerdings nicht. Denn nur wenige Minuten, bevor der Belgier die Ziellinie überquerte, stürzte Florian Lipowitz und musste die Tour danach aufgeben.

Der Deutsche stürzte in einer Kurve gut sechs Kilometer vor dem Ziel und wurde an Ort und stelle behandelt. Danach wurde er, seine Schulter haltend, in einen Krankenwagen begleitet. Lipowitz war dabei auf Kurs Podium, lag an der letzten Zwischenzeit nur drei Sekunden hinter Mattias Skjelmose (Lidl - Trek), der letztlich Dritter wurde. Auf Sieger Evenepoel verlor der Däne 1:04 Minuten. Und auch Tadej Pogacar (UAE Team Emirates - XRG) hatte keine Chance gegen den 26-Jährigen, auf den er 28 Sekunden verlor.

Auf seinen komfortablen Vorsprung hat das jedoch kaum Einfluss. Dort führt Pogacar weiter mit 4:32 Minuten vor Evenpoel. Dritter und damit auch bester Nachwuchsprofi bleibt Isaac Del Toro (UAE Team Emirates - XRG / +6:51 min), obwohl er als Tagesfünfter fünf Sekunden auf Paul Seixas (Decathlon CMA CGM) verlor, der 1:17 Minuten auf Evenepoel verlor.

Für den war es der 76. Sieg seiner Profikarriere, der 26. davon im Zeitfahren - eingefahren am belgischen Nationalfeiertag. “Ich freue mich sehr über diesen Sieg. Es war ein schönes Zeitfahren”, sagte Evenepoel im Siegerinterview. “Meine Eltern sind gekommen, meine Frau ist hier. Es war sehr emotional. Allerdings habe ich auch gehört, dass meine Teamkollege Lipowitz gestürzt ist. Das machte das Ganze bittersüß. Ich wünsche ihm alles gute und hoffe, dass es nicht allzu schlimm ist.”

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Lipowitz ist damit bereits der zweite Podiumsfahrer aus dem Vorjahr nach Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike), der die Tour 2026 nicht beenden kann.

Tour de France 2026 - Ergebnisse der 16. Etappe

So lief die 16. Etappe der Tour de France 2026

Das Profil der 16. Etappe der Tour de France 2026Foto: A.S.O.Das Profil der 16. Etappe der Tour de France 2026

Verteilt über 4 Stunden und 15 Minuten gingen noch 166 Fahrer auf das Zeitfahren der 16. Etappe. In umgekehrter Reihenfolge des Klassements starteten so zunächst viele Sprinter und ihre Anfahrer, als 18. ging dann aber mit Josh Tarling (Netcompany INEOS) auch schon ein ausgemachter Spezialist ins Rennen. Dessen Zielzeit von 34:21 Minuten - ein Schnitt von 45,6 km/h, sollte auch für geraume Zeit Bestand haben.

Weder Daan Hoole (Decathlon CMA CGM / +0:39 min) noch Tarlings Teamkollege Filippo Ganna (+0:05 min) sollten die Zeit knacken können, sodass sich der Brite für lange Zeit im Hot Seat wiederfand. Erst nach mehr als anderthalb Stunden löste ihn Bruno Armirail (Team Visma | Lease a Bike) ab. Der Franzose war sechs Sekunden schneller als Tarling und war nach dem Aus von Kapitän Jonas Vingegaard auf der Etappe zuvor mit reichlich Motivation und Wut im Bauch unterwegs. Gleiches war auch von Victor Campenaerts erwartet worden, doch der frühere Europameister im Kampf gegen die Uhr ließ es ruhig angehen.

Lipowitz rutscht aus der Kuve und muss aufgeben

Für eine Überraschung sorgte dann Mattia Cattaneo (Red Bull - BORA - hansgrohe), der die bisherige Bestzeit nochmal um 13 Sekunden unterbieten konnte. Ein Zeichen, dass im Evenepoel-Team das Material passt, war es auf alle Fälle.

Dass das Pendel danach langsam Richtung Kletterer umschlug, bewies Thymen Arensman (Netcompany INEOS). Der Niederländer kam fünf Sekunden hinter Cattaneo ins Ziel, hatte allerdings auch seinen Start verpasst - die Uhr lief, bevor er auf der Rampe auftauchte und dann wirklich startete.

Dann war es Skjelmose, der Cattaneo mit mehr als einer halben Minute unterbot. Doch der Italiener war froh, dass er gehen konnte, denn kurz zuvor war Lipowitz, der ähnlich schnell war wie der Däne, gestürzt und musste das Rennen aufgeben. Die Youngster konnten allesamt nicht an Skjelmose heranreichen. Sowohl sein Teamkollege Juan Ayuso als auch Seixas und Del Toro mussten sich dahinter einsortieren.

Gegen Evenepoel konnte Skjelmose allerdings auch nichts ausrichten. 1:04 Minuten nahm ihm der Weltmeister ab. Und auch Pogacar, der in der Kurve, in der Lipowitz stürzte, ebenfalls Probleme hatte, hatte klar das Nachsehen. Im Ziel fehlten ihm 28 Sekunden auf den Sieger.

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