Tour de France - 13. EtappeAusreißer Schmid schlägt Tejada im Sprint

Sebastian Lindner

 · 17.07.2026

Tour de France - 13. Etappe: Ausreißer Schmid schlägt Tejada im SprintFoto: Getty Images / Dario Belingheri
Mauro Schmid gewinnt die 13. Etappe der Tour de France 2026.
Mauro Schmid (Team Jayco AlUla) hat die 13. Etappe der als Ausreißer für sich entschieden. Auf dem Teilstück durch die Vogesen setzte er sich in der Abfahrt vom Ballon d’Alsace aus gemeinsam mit Harold Tejada (XDS Astana Team) aus einer größeren Ausreißergruppe ab. Das Duo rettete einen Sekundenvorsprung auf die Verfolger bis zur Ziellinie, an der der Schweizer dann die Nase vorn hatte.

Dritter wurde Tom Pidcock (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team), der hinter dem Duo den Sprint der Verfogler gewann. Er setzte sich vor Maxim Van Gils (Red Bull - BORA - hansgrohe) durch. Auch wenn der Brite auch gerne den Tagessieg für sich verbucht hätte, zählte er zu den Gewinnern des Tages. Denn in der Gesamtwertung machte er einen großen Sprung nach vorne auf Rang vier, da das Hauptfeld um die Klassementfavoriten erst mit siebeneinhalb Minuten Rückstand ins Ziel kam.

Vor einem Jahr war Tagessieger Schmid schon einmal in einer ähnlichen Situation gewesen. Damals ging der 26-Jährige als Ausreißer in Toulouse gemeinsam mit Jonas Abrahamsen von Uno-X in den Zweiersprint und zog den Kürzeren. Dieses Mal drehte er den Spieß allerdings um. “Ich hatte sicher ein paar Mal ans letzte Jahr gedacht auf den letzten Kilometern”, sagte Schmid nach seinem Erfolg. “Aber ich glaube, dass ich auch ein paar Sachen aus dem letzten Jahr gelernt habe.”

Für Schmid, der 2021 schon einmal eine Etappe bei einer Grand Tour gewinnen konnte, damals bei Giro d’Italia, war es der insgesamt 14. Sieg als Profi, bereits der fünfte in diesem Jahr.

Während sich beim Kampf um Gelb wenig geändert hat, Tadej Pogacar (UAE Team Emirates - XRG) die bis auf Pidcocks Vorstoß unveränderte Gesamtwertung weiter anführt und auch Träger des Bergtrikots bleibt, bleibt es in der Punktewertung weiter eng. Jasper Philipsen (Alpecin - Premier Tech) konnte den Rückstand auf Mads Pedersen (Lidl - Trek) verringern. Beide waren in der zwischenzeitlich fast 60-köpfigen Ausreißergruppe, wobei der Däne erst über die zweite Welle dazustieß.

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Das Profil der 13. Etappe der Tour de France 2026Foto: A.S.O.Das Profil der 13. Etappe der Tour de France 2026

Relativ zügig hatte sich eine fünfköpfige Ausreißergruppe mit Georg Zimmermann (Lotto Intermarché), Kasper Asgreen (EF Education - EasyPost), Michal Kwiatkowski (Netcompany INEOS, Alex Kirsch (Cofidis) und Louis Vervaeke (Soudal Quick-Step) einen Minimalvorsprung herausgefahren, der allerdings auch 20 Kilometer lang immer im Bereich von weniger als einer halben Minute lag und auch kurz darauf beendet wurde.

Es folgten weitere Attacken, unter anderem durch Lokalmatador Romain Gregoire (Groupama - FDJ United), ehe sich eine gute 30-köpfige Gruppe vom Feld löste. Auch die hielt sich für mehrere Kilometer an der Spitze, allerdings auch nur mit einem Vorsprung im unteren Sekundenbereich. Erst nach mehr als 50 Kilometern wuchs der Abstand langsam an. Hinten arbeitete nur Lidl - Trek, auch Mads Pedersen führte höchstpersönlich nach. Der Grund: Sein Konkurrent um Grün, Philipsen, gehörte zu den Ausreißern.

Als das Hauptfeld seine Bemühungen einstellte und den Abstand nach vorne auf zwei Minuten aufgehen ließ, bildete sich allerdings eine Verfolgergruppe, in der unter anderem Pedersen, aber auch Biniam Girmay (NSN Cycling Team) oder Allrounder wie Magnus Cort (Uno-X Mobility) saßen und die Hoffnung, noch den Sprung nach vorne zu schaffen, nicht aufgegeben hatten. Da der Zwischensprint erst nach 137 Kilometern abgenommen wurde, blieb noch genügend Zeit, den Sprung zu schaffen.

Vollgas am Ballon d’Alsace

92 Kilometer vor dem Ziel und das 24 vor dem Sprint gelang der Zusammenschluss - das Feld war da sechseinhalb Minuten zurück. In den Sprint mischten sich dann auch nur drei Fahrer ein. Philipsen gewann vor Pedersen und Girmay. In der Folge übernahm dann Pinarello - Q36.5 das Kommando über die fast 60 Fahrer starke Gruppe. Denn in Pidcock hatten sie den mit Abstand am besten platzierten Fahrer im Klassement, der knappe zwölf Minuten hinter Pogacar lag.

Pinarello erhöhte am Col des Croix (3. Kategorie) weiter das Tempo, sodass erste Profis wie John Degenkolb (Team Picnic PostNL) oder Julian Alaphilippe (Tudor Pro Cycling Team) die Segel streichen mussten. Es war dann Ben Healy (EF Education - EasyPost), der die erste Attacke setzte und die Gruppe deutlich verkleinerte. Als es dann in den Ballon d’Alsace (1. Kategorie) ging, war das Hauptfeld acht Minuten zurück. Vorne attackierte Rick Pluimers (Tudor Pro Cycling Team) und sorgte dafür, dass viele Helfer und auch Pedersen aus der Gruppe fielen. Mitte des Anstiegs waren noch 20 Mann übrig.

Verfolger verschlafen Attacke von Schmid und Tejada

3500 Meter vor dem Gipfel war es dann Van Gils, der in die Offensive ging, was die Spitze nochmal halbierte. Der nächste war Luk Plapp (Team Jayco AlUla), kurz vor der Kuppe dann Pidcock. Lösen konnte er sich allerdings nicht. Zehn Fahrer gingen gemeinsam auf die Abfahrt und die letzten 30 Kilometer.

Dort lösten sich Tejada und Schmid, zehn Kilometer vor dem Ziel hatten sie zehn Sekunden Vorsprung. Den verdoppelten sie auf den nächsten fünf Kilometern. Und das sollte reichen. Beide pokerten im Finale, fanden aber rechtzeitig noch zum Sprint, in dem sich der Schweizer vor dem Kolumbianer durchsetzte.

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