Sebastian Lindner
· 16.07.2026
Ein Massensturz auf dem letzten Kilometer hatte zudem einige Fahrer aus dem Rennen genommen. Fernando Gaviria (Caja Rural - Seguros RGA) berührte das Hinterrad des anstelle von Phil Bauhaus für Bahrain - Victorious sprintenden Vlad Van Mechelen, stürzte und riss einige Fahrer mit sich. Davor ging weiter die Post ab, auf den vordersten Platzierungen allerdings ohne deutsche Beteiligung. Max Kanter (XDS Astana Team) wurde Siebenter, Pascal Ackermann (Team Jayco AlUla) 15.
Sieger Merlier hatte auf den letzten 200 Metern freie Bahn. Wenn dem so ist, ist aktuell kein Kraut gegen ihn gewachsen. Allerdings hatte er auch einen besonderen Anreiz, der ihn auf dem Weg zu seinem 75. Sieg als Profi unterstützen sollte: “Mein Sohn und meine Frau sind da und das gab mir extra Motivation. Er ist zwar noch jung, aber vielleicht wird er sich später mal dran erinnern”, sagte der 33-Jährige im Siegerinterview und ergänzte: “Ich wollte für sie gewinnen. Das ist etwas Besonderes für mich. Es ist nicht einfach genau an diesem Tag zu gewinnen, an dem sie hier sind, deswegen freue ich mich sehr.“
Weniger Grund dafür dürfte Philipsen haben, der einen erneut perfekt angezogenen Sprint durch Mathieu van der Poel nicht vergolden konnte. Zudem musste er einen Rückschlag vom Zwischensprint verdauen. Den hatte Mads Pedersen (Lidl - Trek) vor dem Belgier gewonnen, dabei aber eine mindestens streitbare Linie gewählt, die seinen Kontrahenten dazu zwang, aufzuhören zu treten. Nach Diskussionen in der Jury bekam Pedersen die 20 Punkte doch, gemeinsam mit denen für Platz 9 führt er den Kampf um das Trikot weiter relativ komfortabel an. Ohne die Zähler hätte vielleicht auch Philipsen nochmal ernsthafter über Grün nachdenken können.
Ansonsten blieb ihn Chalon-sur-Saone alles beim Alten. Tadej Pogacar (UAE Team Emirates - XRG) ist weiter unangetasteter Gesamtführender und Bergkönig, Juan Ayuso (Lidl - Trek) bester Jungprofi. Ab morgen geht es in die Vogesen, bevor dann die Alpen auf dem Programm stehen. Die Sprintertage sind damit fürs erste vorbei.
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Soudal Quick-Step | 03:38:53 |
| 2 | Decathlon CMA CGM Team | +00:00:00 |
| 3 | Alpecin - Premier Tech | +00:00:00 |
| 4 | NSN Cycling Team | +00:00:00 |
| 5 | Cofidis | +00:00:00 |
| 6 | TotalEnergies | +00:00:00 |
Nach einem einmal mehr horrenden Starttempo dauerte es mehr als 25 Kilometer, bis das Feld einen Ausreißer zuließ. Wieder war es Baptiste Veistroffer (Lotto - Intermarché), der wie schon auf der 5. Etappe allein vor dem Feld kämpfte. Bis zu zwei Minuten Vorsprung bekam er von seinen Jägern zugesprochen - bis zum Zwischensprint.
Dort schrumpfte, nachdem Pedersen vor Philipsen und Merlier aus dem Feld heraus gewann, dabei allerdings eine fragwürdige Linie wählte, sein Vorsprung auf etwas mehr als eine Minute. Damiano Caruso (Bahrain - Victorious), Matteo Vercher (TotalEnergies) und Ewen Costiou (Groupama - FDJ United) nutzen kurz daraufhin eine kleine Welle, lösten sich aus dem Feld unf fuhren zum wartenden Veistroffer nach vorn.
Als Quartett baute die neue Spitze ihr Polster wieder auf 1:30 Minuten aus, mehr gab es vom Feld aber nicht mehr. 60 Kilometer vor dem Ziel entzweite sich die Gruppe dann aber, als der Vorsprung auf die Hälfte geschmolzen war. Veistroffer und Costiou kämpften weiter, Caruso und Vercher ließen sich ins Feld zurückfallen. Kurz darauf wurde es auch Costiou zu viel, was Veistroffer einmal mehr zum Einzelkämpfer machte.
Doch auch dem bravourösen Franzosen ging irgendwann der Sprint raus. Rund um die 30-Kilometer-Marke wurde gestellt, als hinten plötzlich Lidl - Trek das Feld mit Attacken übersprintete. Vor allem EF Education - EasyPost und Netcompany INEOS schlossen sich an, sodass bis zehn Kilometer vor dem Ziel im Dauermodus attackiert wurde. Echte Lücken entstanden dabei kaum. Das Ziel, fürs Finale ein paar Sprinter, vor allem Merlier, loszuwerden, erreichte das Team nicht.
Denn der verbleibende Weg bis ins Ziel ging dann doch wieder recht geordnet über die Bühne. Die Sprinterzüge formierten sich und konnten ihre schnellen Männer in Position bringen. Auch Merlier, der sich am Ende zwar fremde Hinterräder suchen musste, wurde bis in die absolute Schlussphase gut lanciert. Und wenn der 33-Jährige bei dieser Tour in Position ist und freie Fahrt hat, hält ihn keiner.
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