Tour de France - 11. EtappeWaerenskjold gewinnt mit Megasprint die schnellste Etappe der Geschichte

Sebastian Lindner

 · 15.07.2026

Tour de France - 11. Etappe: Waerenskjold gewinnt mit Megasprint die schnellste Etappe der GeschichteFoto: Getty Images
Sören Waerenskjold gewinnt den Massensprint der 11. Etappe in Nevers
Sören Waerenskjold (Uno-X Mobility) hat die 11. Etappe der Tour de France in Nevers im Massensprint. Der Norweger siegte in einem seltsamen Finale, in dem sich keiner der etablierten Sprinterzüge richtig formierte. Ein früher Angriff sicherte Waerenskjold dann den Vorsprung, den er benötigte, um die endschnelleren Männer Olav Kooij (Decathlon CMA CGM) und Jasper Philipsen (Alpecin - Premier Tech) auf die Plätze zwei und drei zu verweisen.

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Waerenskjold hatte 400 Meter vor dem Ende der 161 Kilometer die Chance erkannt. Kooij-Anfahrer Cees Bol hatte ein großes Loch auf alle anderen herausgefahren. Der 26-Jährige erkannte die Situation, beschleunigte im Windschatten von Bol und nutzte seinen Geschwindigkeitsüberschuss, um seinerseits ein Loch zu reißen, dass für seinen ersten Tour-Etappensieg reichen sollte.

“Ich dachte, ich hätte zu weit zurück gelegen, aber dann öffnete sich die Tür auf der rechten Seite. Das passiert normalerweise nicht. Es fühlte sich an wie bei meinem ersten großen Sieg beim Omloop Het Nieuwsblad”, sagte Waerenskjold im Siegerinterview. “Auch da war ich zu weit hinten und dann plötzlich ganz vorn. Es ist unglaublich.“

Fast genauso unglaublich: Mit 50,9 km/h geht die 11. Etappe der Tour de France 2026 als schnellste überhaupt in die Geschichte der Tour ein - Zeitfahren ausgenommen. Und, ebenso kurios. Philipsen, der das Ziel als Dritter erreichte, wurde zunächst relegiert, weil die Jury in seinem Sprint ein Fehlverhalten erkannt haben wollte. Ein paar Minuten später war der Belgier wieder zurück auf Rang drei im Resultat.

Die deutschen Sprinter konnten, genau wie der bisherige Sprintdominator Tim Merlier (Soudal Quick-Step), dieses Mal nicht ins absolute Finale eingreifen. Pascal Ackermann (Team Jayco AlUla) wurde Zehnter, Max Kanter (XDS Astana Team) 18., Phil Bauhaus (Bahrain - Victorious) 24. Merlier landete auf Rang 15. Auch Mads Pedersen (Lidl - Trek) konnte als Elfter nicht wie erhofft punkten im Kampf um das Grüne Trikot.

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Er behält die Führung in der Sonderwertung aber genau wie Tadej Pogacar (UAE Team Emirates - XRG) die in der Gesamtwertung und das Bergtrikot, Juan Ayuso (Lidl - Trek) bleibt in Weiß.

Tour de France 2026 - Ergebnisse der 11. Etappe

So lief die 11. Etappe der Tour de France 2026

Das Profil der 11. Etappe der Tour de France 2026Foto: A.S.O.Das Profil der 11. Etappe der Tour de France 2026

​Eine schnelle Etappe wurde durch eine Start-Attacke von Mathieu van der Poel (Alpecin - Premier Tech) in Schwung gebracht. Der Ausreißer der ersten Woche, Baptiste Veistroffer (Lotto Intermarché) setzte nach. Das Feld war damit nicht einverstanden. Vor allem Alpecin war sehr daran, in die Gruppe zu kommen, um sich nicht an der Nachführarbeit beteiligen zu müssen. Auch ein weiterer Vorstoß von van der Poel scheiterte, sein Teamkollege Jonas Rickaert kam ebenfalls nicht weg.

Erst nach 15 Kilometern gab das Feld nach. Julian Alaphilippe (Tudor Pro Cycling Team), Nelson Oliveira (Movistar Team), Anthon Charmig (Uno-X Mobility) und Mathis Le Berre (TotalEnergies) bildeten eine Vierergruppe, die zunächst noch von Liam Slock (Lotto Intermarché) verfolgt wurde. Der schaffte es allerdings nicht nach vorn und das Quartett etablierte sich - allerdings mit dem gewohnt geringen Abstand von nur etwas mehr als einer Minute.

Nach 28 Kilometern wurde am Zwischensprint um Punkte gefeilscht, vor allem im Feld. Philipsen hatte dort die Nase vor Kanter und Pedersen. Kurz darauf folgte auch die erste Bergwertung des Tages (4. Kategorie) an der Charmig den einzigen Zähler für sich beanspruchte. Während zu Beginn des Tages sogar ein paar Regentropfen auf die Fahrer niedergingen, setzte sich alsbald aber wieder die Sonne durch.

Bemerkenswert war im ersten Teil des Rennens auch die Durchgeschnittsgeschwindigkeit. Trotz leichten Gegenwindes absolvierte die Spitze die erste Rennstunde mit einem Schnitt von fast 53 km/h. Hinten übernahmen erst XDS Astana und später Soudal Quick-Step die Tempoarbeit.

Seltsames Finale in Nevers

Auch über den Tag wurde das Tempo kaum geringer. 50 Kilometer vor dem Ziel lag die Geschwindigkeit immer noch bei 51 km/h im Mittel. Alaphilippe verabschiedete sich zehn Kilometer später aus der Gruppe, die ihre knappe Minuten Vorsprung auch noch bis auf die letzten 20 Kilometer rettete, obwohl auch Picnic PostNL, Decathlon CMA CGM und NSN in die Nachführarbeit mit einstiegen.

Sechs Kilometer vor dem Ziel waren die verbliebenen Ausreißer dann gestellt. Danach verschlankte sich die Straße und das Peloton nahm überraschend Tempo raus. Es fanden sich keine richtigen Züge, die das Anfahren übernehmen wollten.

Also ging Waerenskjold mit einem frühen Sprint zeitig in die Offensive. Es ging eine Lücke auf, die zunächst keiner schließen wollte. Als Kooij und Philipsen ihre Sprints lancierten, war es aber zu spät - sie konnten den Norweger nicht mehr abfangen.

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