Tour de France - 10. EtappePogacar fliegt im Zentralmassiv zum nächsten Sieg

Sebastian Lindner

 · 14.07.2026

Tour de France - 10. Etappe: Pogacar fliegt im Zentralmassiv zum nächsten SiegFoto: Getty Images / Tim de Waele
Tadej Pogacar gewinnt die 10. Etappe der Tour de France 2026 in Le Lioran im Zentralmaasiv.
Tadej Pogacar (UAE Team Emirates - XRG) hat die 10. Etappe der Tour de France gewonnen und seinen Vorsprung in der Gesamtwertung damit ausgebaut. In Le Lioran, wo er vor zwei Jahren das letzte Mal eine Niederlage gegen Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike), holte er dieses Mal seinen dritten Etappensieg im Laufe der Rundfahrt.

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Der Däne musste am Schlussanstieg nicht nur auf Pogacar Federn lassen, sondern fing sich auch auf alle anderen Klassementfahrer ein paar Sekunden Rückstand ein und kam als Siebenter ins Ziel der 166 Kilometer langen Etappe, 44 Sekunden nach Pogacar. Zweiter wurde Remco Evenepoel (Red Bull - BORA - hansgrohe), der an der letzten Bergwertung den Kontakt zur Verfolgergruppe verloren hatte, in der Abfahrt aber wieder herankam und noch an allen vorbeiflog.

32 Sekunden Rückstand auf den Tagessieger standen für ihn zu Buche, zwei weniger als für seinen Teamkollegen Florian Lipowitz, der sich im Sprint um Platz drei Paul Seixas (Decathlon CMA CGM) geschlagen geben musste. Auf Rang fünf und sechs erreichte das Lidl-Trek-Duo Juan Ayuso und Mattias Skjelmose das Ziel sechs Sekunden hinter Evenepoel.

In der Gesamtwertung ist Pogacar weiter klar auf Kurs fünfter Tour-Sieg. Vingegaards Rückstand beträgt mittlerweile 3:36 Minuten. Evenepoel ist 30 Sekunden dahinter auf Rang drei geklettert. Auch Ayuso, Seixas und Lipowitz haben einen Schritt nach vorn gemacht, weil Isaac Del Toro den Besten dieses Mal nicht folgen konnte und im Tagesklassement als Achter anderthalb Minuten nach Pogacar ankam.

Evenepoel erst abgehängt, dann vorgeprescht - zur Freude von Lipowitz

“​Wir hatten uns diese Etappe schon lange angeschaut”, sagte der Mann in Gelb dann in seinem Siegerinterview und schob die Erklärung dafür gleich nach. “Es ist ja auch so gewesen, dass mich Jonas vor zwei Jahren hier im Sprint besiegt hat. Heute hatte ich im Ziel ähnliche Beine, die waren komplett zerstört. Aber ich habe es heute genossen. Im Finale wusste ich nicht, ob ich gewinnen werde bis zum letzten Kilometer. Dann habe ich mich daran erinnert, dass heute Nationalfeiertag (in Frankreich) ist. Deswegen wollte ich das Gelbe Trikot ehren.”

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Neben Gelb gehört Pogacar weiterhin auch das Bergtrikot. Auch dort konnte er seinen Vorsprung heute ausbauen. Gleiches gilt für Pedersen in Grün. Die Nachwuchswertung wird nach dem Abrutschen Del Toros nun allerdings von Ayuso angeführt. Er hat 13 Sekunden Vorsprung auf Seixas.

Der Junge Franzose wiederum liegt in der Gesamtwertung neun vor Lipowitz, der in diesem Jahr nicht mehr um Weiß konkurrieren kann. “Wie erwartet war es wieder von Anfag an ein superhartes Rennen. Das Team hat einen superguten Job gemacht. Meine Beine waren ziemlich gut nach dem Ruhetag”, sagte der Deutsche. “Wenn Pogacar losfährt, hat keiner die Beine zu folgen. Hinten haben wir versucht, die Lücke zu schließen, aber er war zu stark.” Dennoch blickte der 25-Jährige positiv nach vorn, auch die Zusammenarbeit mit Evenepoel passte wieder. “Ich habe gehört, dass Remco dann eine Lücke aufgehen lassen hat und blieb für mich nichts anderes übrig als zu warten und zu hoffen, dass er zurückkommt. Und dann macht er noch den zweiten Platz, das freut mich wahnsinnig. Bei mir hat es nicht ganz mit dem Podium gereicht. Aber wir können superhappy sein und sind jetzt auf einem guten Kurs.”

Tour de France 2026 - Ergebnisse der 10. Etappe

So lief die 10. Etappe der Tour de France 2026

Das Profil der 6. Etappe der Tour de France 2026Foto: A.S.O.Das Profil der 6. Etappe der Tour de France 2026

​Gleich zu Beginn der 166 Kilometer langen Etappe von Aurillac nach Le Lioran wurde angegriffen. Unter anderem versuchten Felix Engelhardt (Team Jayco AlUla) und Joshua Tarling (Netcompany INEOS) sich in einer früheren Gruppe abzusetzen, später Ben O’Connor (Team Jayco AlUla) als Solist. Doch Lidl - Trek wollte das Feld unbedingt bis zum Zwischensprint zusammenhalten, um Pedersen dort Punkte für das Grüne Trikot zu ermöglichen. Für den Dänen wurde das Unterfangen aber erschwert, da er früh in der Etappe einen Defekt hatte.

Zudem riss das Feld in der schwierigen Anfahrt in drei Teile auf. Auch Pogacar war nicht vorn dabei, musste sich selbst in die erste Gruppe zurück sprinten. Auch Vingegaard war zunächst nicht Teil der Spitze, schaffte mithilfe seiner Kollegen aber die Rückkehr. Bis auf Tim Merlier (Soudal Quick-Step) kam das Feld letztlich aber gemeinsam am Zwischensprint an. Und obwohl Max Kanter (XDS Astana Team) lange Zeit wie der Sieger aussah, zog Pedersen noch kurz vor der Linie vorbei und sammelte die maximale Punktzahl ein.

In der Folge begann das Rennen von neuem. Zu den offensivsten Fahrern gehörte weiter Engelhardt, auch Mathieu van der Poel (Alpecin - Premier Tech) zeigte sich angriffslustig. Nach 45 Kilometern löste ich dann eine 31-köpfige Gruppe, die mit reichlich Kletterern und Georg Zimmermann (Lotto Intermarché) gespickt war. Allerdings ließ das Feld den Vorsprung nur sehr langsam aufgehen, 100 Kilometer vor dem Ziel war es eine Minute. In Kevin Vauquelin (Netcompany INEOS), Guillaume Martin, Romain Gregoire (Groupama - FDJ United), Valentin Paret-Peintre (Soudal Quick-Step) oder Benjamin Thomas (Cofidis) waren auch einige Franzosen dabei, die an ihrem Nationalfeiertag glänzen wollten.

UAE jagt die Ausreißer konsequent

Aus der Gruppe heraus setzten sich Harold Tejada (XDS Astana Team) und Javier Romo (Movistar Team) ab, Ben Healy (EF Education - EasyPost), Sergio Higuita (XDS Astana Team) und Louis Vervaeke (Soudal Quick-Step) nahmen die Verfolgung auf. Über den Col de la Griffoul (2. Kategorie) machte dann jeder sein eigenes Ding. Romo löste sich von Tejada, hinter dem Spanier rollten viele Profis aus der ursprünglichen Ausreißergruppe wieder zusammen. Kurz vor dem sich direkt anschließenden Col de Prat de Bouc (3. Kategorie) hatte das Hauptfeld, angeführt von UAE, bis auf den Führenden und ein Verfolgertrio um Paret-Peintre, Alex Baudin (EF Education - EasyPost) und Ramses Debruyne (Alpecin - Premier Tech), das aber in der Abfahrt gestellt wurde, alle wieder eingeholt.

Als 38 Kilometer vor dem Ziel der Fuß des Puy Mary erreicht war, endete Romos Flucht. Richard Carapaz (EF Education - EasyPost) übernahm den Job als Führender mit einer Attacke, die ihm am Gipfel 20 Sekunden Vorsprung auf die Favoritengruppe bescherte. In der Abfahrt baute der Ecuadorianer seinen Vorsprung vor dem Col de Pertus auf eine Minute aus.

Pogacars Attacke sitzt sofort

1000 Meter vor der Höhe ging dann Pogacar aus dem Sattel. Seine Attacke riss sofort ein Loch von 20 Sekunden zu Vingegaard, Seixas, Lipowitz, Evenepoel, Ayuso und Skjelmose. Del Toro konnte nicht folgen. Innerhalb von 800 Metern hatte Pogacar dann auch die Minute auf Carapaz, der nicht wusste, wie ihm geschieht, zugefahren. Über die Kuppe hatte Pogacar sieben Sekunden Vorsprung, den er bis zum Flachstück neun Kilometer vor dem Ziel ausbaute. Dort wurde dann auch Carapaz von den weiteren Verfolgern gestellt. Die arbeitete gut zusammen, hielt den Rückstand auf Pogacar bei unter 20 Sekunden bis zur letzten Bergwertung (3. Kategorie).

Dort musste Evenepoel dann um den Anschluss kämpfen. Er schaffte es nicht mit den ersten Verfolgern über den Berg, kam dafür aber in der Abfahrt wieder ran und schoss in der Zielsteigung dann sogar noch an allen anderen vorbei auf Rang zwei. Dabei holte er sogar noch zwei Sekunden auf Seixas und Lipowitz heraus. Auf Vingegaard waren es sogar zwölf, dem letzten Sieger in Le Lioran gingen im Finale die Beine auf.

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