Nur sieben Punkte UnterschiedPhilipsen und Pedersen kämpfen ums Grüne Trikot

Matthias Borchers

 · 23.07.2026

Mads Pedersen mit der Rückennummer des kämpferischsten Fahrers während der 17. Etappe nach Voiron
Foto: A.S.O./Charly Lopez
Jasper Philipsen schlägt in Voiron wieder zu und verschärft den Kampf um Grün. Belgien feiert den dritten Etappensieg in Serie und sammelt Rekorde am Fließband. Die spannendsten Zahlen des Tages zeigen, wie eng die Tour in den Wertungen bleibt.

Themen in diesem Artikel

​7: Der Kampf um Grün spitzt sich zu

Vier Tage vor Paris trennen Spitzenreiter Mads Pedersen und Jasper Philipsen im Kampf um das Grüne Trikot lediglich sieben Punkte.

Der Fahrer von Lidl-Trek liegt mit 452 Punkten knapp vor Philipsen mit 445 Zählern. Seit dem Grand Départ in Barcelona liefern sich beide einen Schlagabtausch auf höchstem Niveau.

Pedersen punktete vor allem bei den Zwischensprints und sammelte dort 283 Punkte gegenüber 220 von Philipsen. Der Belgier kontert dagegen regelmäßig im Ziel und holte dort bislang 225 Punkte gegenüber 169 seines Rivalen.

Interessant dabei: Seit der 13. Etappe hat Philipsen an jedem Tag mehr Punkte gesammelt als der Däne. Das Duell um Grün ist damit völlig offen.

11: Philipsen klettert in die Tour-Elite

Jasper Philipsen hat auf der 17. Etappe seinen elften Sieg bei der Tour de France gefeiert. Der Sprinter von Alpecin-Premier Tech setzte sich in Voiron durch und absolvierte den letzten Kilometer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50,7 km/h.

Seit seinem ersten Tour-Erfolg 2022 in Carcassonne hat sich der Belgier zu einem der erfolgreichsten Sprinter seiner Generation entwickelt. Mit nun elf Etappensiegen zieht er in der ewigen Bestenliste mit André Greipel, Louison Bobet und Raffaele Di Paco gleich.

Meistgelesen

1

2

3

4

5

Zugleich überholt Philipsen Landsmann Wout van Aert, der bei zehn Tour-Etappensiegen steht. Unter den belgischen Fahrern liegt er nun auf Rang fünf der ewigen Bestenliste hinter Jean Aerts (12), Philippe Thys (13), Freddy Maertens (15) und natürlich Eddy Merckx mit seinen 34 Erfolgen.

5: Gewinnen als Gewohnheit

Mit seinem Sieg in Voiron hat Philipsen in seiner fünften Tour de France in Folge mindestens eine Etappe gewonnen. Eine bemerkenswerte Konstanz für den Belgier.

Nach seinen Erfolgen in Carcassonne und Paris 2022 folgten vier Etappensiege im Jahr 2023 sowie drei weitere 2024. Im vergangenen Jahr gewann er die Auftaktetappe in Lille und durfte erstmals das Gelbe Trikot tragen.

Noch beeindruckender ist aktuell lediglich die Serie von Tadej Pogacar. Der Slowene hat seit 2020 in jeder Tour-Ausgabe mindestens zwei Etappen gewonnen.

6: Alpecin-Premier Tech liefert jedes Jahr

Dank der Siege von Jasper Philipsen und Mathieu van der Poel setzt Alpecin-Premier Tech seine außergewöhnliche Erfolgsserie fort.

Seit dem Tour-Debüt 2021 hat das Team bei jeder seiner sechs Teilnahmen mindestens zwei Etappen gewonnen. Insgesamt stehen inzwischen 16 Tour-Etappensiege zu Buche.

Begonnen hatte die Serie mit Mathieu van der Poels Triumph auf dem Mûr-de-Bretagne 2021. Bereits einen Tag später gewann Tim Merlier in Pontivy. Seither sammelte vor allem Philipsen regelmäßig Siege, während im vergangenen Jahr Van der Poel, Philipsen und Kaden Groves die Erfolgsserie fortführten.

6: Belgien sammelt Siege wie früher

Belgien erlebt eine seiner erfolgreichsten Tour-Ausgaben der vergangenen Jahrzehnte. Seit dem Start in Barcelona gingen bereits sechs Etappensiege an Fahrer aus dem Radsportland.

Tim Merlier gewann die Etappen 7, 8 und 12, Remco Evenepoel die Etappen 15 und 16. Nun kam Philipsens Erfolg in Voiron hinzu.

Zum 39. Mal in der Tour-Geschichte erreicht Belgien damit die Marke von sechs Etappensiegen bei einer Rundfahrt. Ein siebter Erfolg wäre besonders bemerkenswert: Das gelang zuletzt 1984.

3: Belgischer Hattrik auf dem Podium

Die vergangenen drei Etappen standen komplett im Zeichen Belgiens. Auf Remco Evenepoels Siege am Plateau de Solaison und in Thonon-les-Bains folgte nun Jasper Philipsens Erfolg in Voiron.

Damit gelingt Belgien ein seltener Dreierpack mit zwei verschiedenen Fahrern. Zuletzt hatte ein Land 2021 drei Tour-Etappen in Folge gewonnen, als die Slowenen Tadej Pogacar und Matej Mohoric diese Serie schafften.

Für Belgien selbst muss man sogar bis ins Jahr 1981 zurückgehen. Damals gewannen Daniel Willems, Freddy Maertens und Eddy Planckaert gleich mehrere Etappen hintereinander für ihr Land.

5: Kooijs bemerkenswertes Tour-Debüt

Olav Kooij fährt bei seiner ersten Tour de France bemerkenswert konstant. Durch Rang drei in Voiron stand der Fahrer von Decathlon CMA CGM bereits zum fünften Mal auf einem Etappenpodium.

Nach seinem Sieg auf der fünften Etappe nach Pau wurde der Niederländer zudem zweimal Zweiter, in Nevers und Chalon-sur-Saône, sowie Dritter in Bergerac und nun in Voiron.

Nur Tadej Pogacar kann bei dieser Tour mehr Podiumsplätze vorweisen. Der Gesamtführende kommt bislang auf sieben Top-Drei-Ergebnisse.

3: Pedersen belohnt seinen Kampfgeist

Mads Pedersen war auf der gesamten Etappe auffällig aktiv und wurde dafür mit der Auszeichnung als kämpferischster Fahrer des Tages belohnt.

Für den Fahrer von Lidl-Trek ist es bereits die dritte Auszeichnung dieser Art bei der Tour de France. Zuvor wurde er nach einer Etappe der Tour 2022 sowie auf der 17. Etappe der Tour 2024 geehrt.

Damit fehlt dem Dänen nur noch eine Auszeichnung auf Ben Healy. Spitzenreiter unter den diesjährigen Tour-Teilnehmern bleibt jedoch Richard Carapaz mit insgesamt fünf Ehrungen als kämpferischster Fahrer.

Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Matthias Borchers ist im Test-Ressort von TOUR, Experte für Bekleidung und Zubehör. Als Hobbyradsportler hat er die TOUR-Transalp und die TOUR-Trans Austria absolviert. Prägend sind zudem Reportage-Reisen von San Francisco bis Sakai sowie 17 Trips zur Tour de France mit rund 30.000 Wohnmobilkilometern.

Meistgelesen in der Rubrik Profi - Radsport

Shorts