Matthias Borchers
· 22.07.2026
Remco Evenepoel hat seine vierte Etappe bei der Tour de France gewonnen. Der Belgier dominierte das 26,1 Kilometer lange Einzelzeitfahren zwischen Évian-les-Bains und Thonon-les-Bains und erzielte dabei eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 48,458 km/h.
Nach seinem Sieg am Plateau de Solaison zwei Tage zuvor feierte der Olympiasieger damit bereits seinen zweiten Etappenerfolg innerhalb von drei Tagen. Gleichzeitig war es sein dritter Zeitfahrsieg bei der Tour de France nach den Erfolgen in Gevrey-Chambertin 2024 und Caen 2025.
Damit zieht der Fahrer von Soudal-Quick-Step mit seinen Landsleuten Lucien Van Impe und Freddy Maertens gleich, die ebenfalls jeweils drei Tour-Zeitfahren gewannen. Die Rekordhalter Eddy Merckx mit 16 sowie Bernard Hinault mit 20 Zeitfahr-Erfolgen bleiben allerdings noch weit entfernt.
Mit seinem Erfolg in Thonon-les-Bains gewinnt Evenepoel bereits bei der dritten Tour de France in Folge ein Einzelzeitfahren. Nach seinen Triumphen 2024 und 2025 setzt er seine beeindruckende Serie fort.
Der Belgier ist der erste Fahrer seit Fabian Cancellara, dem dieses Kunststück in mindestens drei aufeinanderfolgenden Austragungen gelingt. Der Schweizer gewann zwischen 2007 und 2010 sogar in vier Tour-Ausgaben hintereinander ein Zeitfahren.
In der Geschichte der Tour haben nur wenige Spezialisten eine vergleichbare Serie hingelegt. Zu ihnen gehören Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain.
Der 21. Juli ist der belgische Nationalfeiertag und offenbar ein gutes Datum für belgische Tour-Profis. Mit seinem Sieg am Genfer See wurde Remco Evenepoel zum zehnten Belgier, der an diesem Tag eine Tour-Etappe gewinnt.
Zuletzt war dies Rudy Matthijs gelungen, als er 1985 in Paris triumphierte. Der erste Belgier mit einem Etappensieg am Nationalfeiertag war Marcel Buysse im Jahr 1913 in Belfort.
Auf der Liste stehen zudem große Namen wie Philippe Thys, Eddy Merckx und Lucien Van Impe. Merckx gewann 1974 sogar am Nationalfeiertag eine Etappe und sicherte sich am selben Tag den Gesamtsieg der Tour.
Remco Evenepoel sorgt gemeinsam mit Tim Merlier für eine bemerkenswerte belgische Statistik. Nachdem Merlier bereits die Etappen nach Bordeaux und Bergerac gewann, legte Evenepoel nun mit seinen Erfolgen am Plateau de Solaison und in Thonon-les-Bains nach.
Damit erlebt Belgien zum siebten Mal seit 1920, dass zwei verschiedene Fahrer des Landes unmittelbar aufeinanderfolgende Tour-Etappen gewinnen. Die Tradition reicht zurück bis zu Firmin Lambot und Philippe Thys im Jahr 1920.
Später gelang dieses Kunststück unter anderem den Duos Lucien Buysse und Hector Martin, Walter Godefroot und Eddy Merckx sowie Patrick Sercu und Eddy Merckx.
Bereits am Plateau de Solaison hatten Remco Evenepoel und Tadej Pogacar die Plätze eins und zwei belegt. Exakt dieselbe Reihenfolge gab es nun auch im Zeitfahren von Thonon-les-Bains.
Es ist erst das 24. Mal in der Geschichte der Tour de France, dass dieselben beiden Fahrer auf zwei aufeinanderfolgenden Etappen die ersten beiden Plätze belegen.
Ein vergleichbares Beispiel liegt noch nicht lange zurück. Bei der Tour 2025 gewann Pogacar nacheinander die Etappen nach Hautacam und Peyragudes vor Jonas Vingegaard. Auch damals gehörte ein Einzelzeitfahren zur Serie.
Mit Rang zwei im Zeitfahren sammelte Tadej Pogacar bereits sein 47. Podium auf einer Tour-Etappe. Damit zieht der Slowene mit Peter Sagan auf Rang fünf der ewigen Bestenliste gleich.
Pogacars Bilanz setzt sich aus 25 Etappensiegen, 14 zweiten und acht dritten Plätzen zusammen. Sagan erreichte seine 47 Podestplätze durch zwölf Siege, 22 zweite Plätze und 13 dritte Ränge.
Angesichts seines Alters dürfte Pogacar in den kommenden Jahren noch deutlich weiter nach oben klettern.
Paul Seixas sorgt weiter für historische Momente. Der Fahrer von Decathlon CMA CGM belegte im Zeitfahren den vierten Platz und stellte damit einen neuen Altersrekord auf.
Mit 19 Jahren, neun Monaten und 27 Tagen ist der Franzose nun der jüngste Fahrer der Tour-Geschichte, der in einem Einzelzeitfahren die Top Fünf erreicht hat.
Den bisherigen Rekord hielt der Belgier Eric Vanderaerden, der 1983 im Alter von 21 Jahren, vier Monaten und 20 Tagen ein Tour-Zeitfahren gewann. Seixas unterbietet diese Marke deutlich.
Zugleich löst er Thierry Marie als jüngsten Franzosen in den Top Fünf eines Tour-Zeitfahrens ab. Marie war 1985 in Villard-de-Lans als 22-Jähriger Dritter geworden. Seixas beweist damit einmal mehr, dass er zu den größten Talenten dieser Tour de France zählt.

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