Deutschlands wichtigstes FrauenrennenWomen's Cycling Grand Prix Stuttgart & Region 2026

Leon Weidner

 · 11.09.2026

Deutschlands wichtigstes Frauenrennen: Women's Cycling Grand Prix Stuttgart & Region 2026Foto: Picture Alliance/Lars Neumann
Eleonora Camilla Gasparrini ist die Siegerin der letzten beiden Austragungen des Women's Cycling Grand Prix Stuttgart & Region
​Der Women's Cycling Grand Prix Stuttgart & Region ist das wichtigste deutsche Eintagesrennen im Frauenradsport. Auf dem anspruchsvollen Kurs rund um Stuttgart treffen internationale Topfahrerinnen auf ein Profil, das Angriffe begünstigt und für ein selektives Rennen sorgen dürfte.

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Der Women's Cycling Grand Prix Stuttgart & Region hat sich längst als das bedeutendste Eintagesrennen für Profifrauen in Deutschland etabliert. Jahr für Jahr zieht das Rennen internationale Topfahrerinnen an und bietet dem heimischen Publikum die seltene Gelegenheit, die Weltelite des Frauenradsports hautnah zu erleben. Entsprechend hochkarätig ist auch in diesem Jahr das Feld, das um den prestigeträchtigen Sieg kämpfen wird. Am Sonntag den 13. September ist es wieder soweit.

​Anspruchsvolles Terrain um Stuttgart

Die Strecke des Women's Cycling Grand Prix Stuttgart & Region führt traditionell über das hügelige Terrain rund um die baden-württembergische Landeshauptstadt. Zahlreiche kurze, aber teils steile Anstiege sorgen dafür, dass reine Sprinterinnen nur selten ihre Chancen wahren können. Stattdessen sind Fahrerinnen gefragt, die über Kletterstärke, Rennintelligenz und die Fähigkeit verfügen, auch nach mehreren Stunden Renndauer noch entscheidende Akzente zu setzen.

Durch das ständige Auf und Ab wird das Rennen meist früh selektiv. Angriffe auf den letzten Kilometern gehören daher fast schon zur Tradition des Rennens. Wer am Ende gewinnen will, benötigt nicht nur starke Beine, sondern auch das richtige Timing.

Die Favoritinnen beim Women's Cycling Grand Prix Stuttgart & Region

​Wenn es um die Favoritinnenrolle geht, führt beim Women's Cycling Grand Prix Stuttgart & Region kein Weg an Eleonora Camilla Gasparrini vorbei. Die Italienerin von UAE Team L'Imad gewann die vergangenen beiden Austragungen und kennt das anspruchsvolle Profil des Rennens damit bestens. Auf dem welligen Kurs kommen ihre Endschnelligkeit und ihre Fähigkeit, auch längere Anstiege gut zu überstehen, perfekt zur Geltung. Entsprechend reist sie als Titelverteidigerin und wohl meistgenannte Sieganwärterin nach Stuttgart.

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Doch Gasparrini steht nicht allein im starken UAE-Aufgebot. Mit Karlijn Swinkels und Dominika Włodarczyk stehen ihr gleich zwei Teamkolleginnen zur Seite, die selbst das Potenzial für eine Top-Platzierung besitzen. Gerade Włodarczyk hat in den vergangenen Jahren immer wieder bewiesen, dass ihr anspruchsvolle Eintagesrennen liegen. Das könnte UAE zahlreiche taktische Möglichkeiten eröffnen.

Die deutschen Hoffnungen

Mindestens ebenso stark besetzt ist FDJ United - Suez. Aus deutscher Sicht ruhen die Hoffnungen beim Women's Cycling Grand Prix Stuttgart & Region vor allem auf Franziska Koch, die sich auf solchen Profilen besonders wohlfühlt und vor heimischem Publikum zusätzliche Motivation schöpfen dürfte. Daneben bringt das französische Team mit Ally Wollaston eine Fahrerin an den Start, die in dieser Saison mehrfach ihre Klasse unter Beweis gestellt hat. Die Neuseeländerin verfügt über einen schnellen Sprint aus kleineren Gruppen, muss aber echte Sprinterinnen abschütteln.

Auch Liane Lippert ist im engen Favoritinnenkreis dabei. Zum Ende einer guten Saison will sie ebenfalls vor heimischem Publikum nochmal zeigen was sie kann. Die Kletterfähigkeiten sind bei ihr nicht das Problem, Lippert hat allerdings leichte Nachteile gegen die sprintstarken Klassikerspezialistinnen.

Eine besondere Rolle dürfte außerdem Elisa Balsamo von Lidl-Trek einnehmen. Eigentlich gilt der Women's Cycling Grand Prix Stuttgart & Region als zu schwer für klassische Sprinterinnen. Balsamo hat allerdings zuletzt bei der Classic Lorient Agglomération gezeigt, dass sie auch auf welligem Terrain ganz vorne mitmischen kann. Sollte das Rennen überraschend kontrolliert verlaufen und eine größere Gruppe gemeinsam die letzten Kilometer erreichen, wäre die Italienerin wohl die schnellste Fahrerin im Feld. Allerdings spricht das traditionell selektive Rennen eher gegen ein solches Szenario.

Zum erweiterten Favoritinnenkreis zählen zudem Antonia Niedermaier und Cecilie Uttrup Ludwig (beide Canyon//Sram) sowie Shirin van Anrooij (Lidl-Trek). Sie alle bringen die Qualitäten mit, um das Rennen an den Anstiegen entscheidend zu prägen und die Favoritinnen unter Druck zu setzen. Am wahrscheinlichsten erscheint jedoch erneut ein Finale, das den robusten Klassikerspezialistinnen entgegenkommt. In diesem Fall dürfte vor allem die Frage sein: Kann jemand Eleonora Camilla Gasparrini am Weg zum dritten Sieg in Folge hindern?

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Leon Weidner

Leon Weidner

Redakteur

Leon Philip Weidner ist Kölner, verfolgt den Profi-Radsport intensiv und ist selbst leidenschaftlich auf dem Rennrad unterwegs. Neben langen Kilometern im Sattel des Straßenrads sitzt er auch regelmäßig auf dem Zeitfahrrad – stets mit dem nächsten Triathlon im Blick. Seine Expertise verbindet sportliche Praxis mit Szenewissen.

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